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Ulm

26.10.2019

Ulmer Polizei fasst falschen Polizisten am Tatort

Die Kriminalpolizei hat einen Mann gefasst, der sich wohl als Polizist ausgegeben hat, um Senioren um Geld zu betrügen.
Bild: Alexander Kaya (Symbolfoto)

Betrüger haben wochenlang hunderte Menschen angerufen. Jetzt sitzt ein 38-jähriger Verdächtiger in Haft.

Die Ulmer Polizei hat einen 38 Jahre alten mutmaßlichen Trickbetrüger festgenommen. Der Mann steht im Verdacht, sich als Polizist ausgegeben zu haben. Wie Staatsanwaltschaft Ulm und Polizei jetzt berichten, erfolgte die Festnahme des Verdächtigen Mitte Oktober in Blaubeuren.

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Vorausgegangen waren intensive Ermittlungen der Polizei, auch von einer Ermittlungsgruppe der Kriminalpolizei. Über Wochen hinweg waren zuvor hunderte Menschen in der Region, überwiegend Seniorinnen und Senioren, von mutmaßlichen Betrügern aus Call-Centern in der Türkei angerufen worden. Sie gaben sich als Polizisten aus und schilderten Einbrüche in der Nähe der Wohnungen der Opfer. Oder sie spiegelten vor, dass Mitarbeiter von Hausbanken der Opfer in kriminelle Machenschaften verstrickt seien. Zum Teil über mehrere Tage hinweg wurden die Opfer aufgefordert, ihre Wertsachen aus den Schließfächern der Banken zu holen Banken und ihr Hab und Gut zur sicheren Verwahrung bei der Polizei auszuhändigen.

Polizistentrick: Betrüger riefen wochenlang Bürger an

Die Straftäter forderten die Opfer auf, ihre Wertsachen vor der Tür abzulegen oder einem angeblichen Polizeibeamten an der Wohnungstür zu übergeben. In einem Fall forderten die Täter das Opfer sogar auf, über Notruf nachzufragen, ob dieses Vorgehen in Ordnung ist und seine Richtigkeit hat. Den Tätern gelang es, die Leitung zu halten. Als das Opfer dann – ohne selbst den Hörer aufgelegt zu haben – den Notruf wählte, landete es wieder bei den Betrügern. Später rief das Opfer aber nochmals den Notruf an und sprach durch diesen Umstand doch noch mit der richtigen Polizei.

Ulmer Polizei fasst falschen Polizisten am Tatort

Durch diesen Anruf kamen die Ermittlungen in Gang. Der Betrug an diesem Opfer war damit verhindert. Im Zuge der Ermittlungen erhielt die Polizei den Hinweis, dass ein weiteres Opfer in Blaubeuren in die Falle der Täter gegangen sein könnte. Sofort fuhren Ermittler nach Blaubeuren. Sie erkannten einen Mann, der sich am Haus der Seniorin verdächtig verhielt. Offenbar kamen die Polizisten gerade noch rechtzeitig: Die Seniorin hatte bereits Schmuck und Geld bereitgelegt und sollte ihn wenige Minuten später übergeben.

Verdächtiger wohnt in Ulm, die Polizei ermittelt weiter

Die Ermittlungsbehörden gehen davon aus, dass der Festgenommene, ein 38-jähriger Türke aus Ulm, die Wertsachen im Auftrag seiner Mittäter in der Türkei abholen sollte. In der Wohnung des Mannes fanden die Ermittler verschiedene Beweismittel, die diesen Verdacht erhärteten.

Auf Antrag der Ulmer Staatsanwaltschaft erging deshalb durch den zuständigen Richter am Amtsgericht ein Haftbefehl gegen den 38-Jährigen. Die weiteren Ermittlungen, auch zu den Hintermännern, dauern nach Angaben der Ermittler derzeit noch an. (az)

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