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Ulm

10.12.2015

Ulmer Weihnachtsmarkt: Die Mischung macht’s

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4 Bilder
Die Veranstalter des Ulmer Weihnachtsmarkts sind mit dem bisherigen Verlauf des Budenzaubers auf dem Münsterplatz sehr zufrieden. 
Bild: Alexander Kaya

Veranstalter und Händler ziehen nach zwei Wochen eine weitgehend positive Zwischenbilanz auf dem Ulmer Weihnachtsmarkt.

Für Gabriele Hirschberger läuft der Betrieb derzeit etwas ruhiger als im vergangenen Jahr. Seit über 30 Jahren verkauft sie auf dem Ulmer Weihnachtsmarkt Glühwein. Warum genau dieses Mal bisher weniger los ist – das kann sie selbst nicht erklären. Vor allem die erste Woche sei nicht besonders glücklich verlaufen, auch wegen des Wetters. Eine Sache kann sie als Grund allerdings ausschließen: Daran, dass keine hochprozentigen „Glühwein-Spezialitäten“ verkauft werden – dieses Jahr sind zwei davon pro Stand erlaubt – liege es nicht. Der lange Einkaufssamstag habe sich aber sehr positiv bemerkbar gemacht.

Auch, wenn das Wetter dieser Tage bisher nur bedingt für weihnachtliche Stimmung gesorgt hat, ist Jürgen Eilts insgesamt mit dem bisherigen Verlauf „sehr zufrieden“. Eilts ist Geschäftsführer der Ulm-Messe und Veranstalter des Weihnachtsmarkts. Er ist zuversichtlich, dass auch dieses Jahr insgesamt wieder etwa eine Million Menschen den Weihnachtsmarkt auf dem Münsterplatz besuchen werden. Bislang seien auch viele Schweizer und Italiener zu Gast gewesen. Das Besondere am Ulmer Weihnachtsmarkt seien die vielen Attraktionen, wegen derer die Besucher auch ein zweites Mal kommen würden. Es sei zum Beispiel der einzige in Deutschland, auf dem der Spielwarenhersteller Steiff bewegliche Figuren ausstellt.

Die Vielfalt an Speisen – es gibt zehn Imbissstände und 20 Buden mit Getränken und Süßigkeiten – kommt laut Eilts sehr gut an. Auch die neue Zusammenarbeit mit den Beschickern des Ulmer Wochenmarkts, die an manchen Tagen auf dem Weihnachtsmarkt vor Publikum kochen, laufe gut. Sowieso betont er: „Der Mix muss stimmen. Ich kann nicht sagen, wenn ein Händler aus dem Bereich Bekleidung raus fällt, ich mache da eine Würstlbude dafür.“ Denn schließlich solle für jeden etwas dabei sein.

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Wer Lust auf einen Jagertee hat, kommt am Stand „Wilder Jagr“, der York Wachter gehört, nicht vorbei. Verkäufer Heike Pfleiderer erklärt: „Wir dürfen als Einziger Jagertee ausschenken, weil es zu dem Jägerimage unseres Angebots passt.“ Das hochprozentige Getränk verkaufe sich gut, aber auch der „Glühwein light“, der zur Hälfte aus Früchtepunsch und zur Hälfte aus Glühwein besteht, komme super an.

Bei Eva Havlicek sind dieses Jahr besonders Pullover mit winterlichen Tiermotiven, zum Beispiel Eisbären oder Elche, gefragt. Sie ist seit über zehn Jahren auf dem Markt vertreten und bietet dort handgefertigte Strickwaren an. Das Besondere an den Pullovern ist, dass nur die Unterwolle des Schafs verwendet wird. Havlicek ist mit dem Geschäft „ganz zufrieden“ – nur, dass sie dieses Jahr einen neuen Standplatz hat, sei eher schlecht. Dass in dieser Hinsicht Kontinuität wichtig ist – dieser Meinung sind auch Andreas Jilek und Karolin Schmid. Ihr „Figurenstadl“ steht seit fünf Jahren an der selben Stelle – „zum Glück“, betont Jilek. Bei den beiden gibt es traditionellen Christbaumschmuck. Die Stammkunden seien Sammler, die seltene und besondere Stücke suchten, so Jilek weiter. Besonders sind auch die Waren von die Lieselotte Liepert in ihrem Bürstenladen: Ob zum Reinigen der Computertastatur, der Regenrinne oder für Zahnprothesen – bei 3000 verschiedenen Bürsten hat sie für alle Einsatzgebiete die passende parat. Das Geschäft laufe gut, so Liepert. „Die Steckdosen-Bürste ist im Moment der Renner.“ Auch für sie sind die Stammkunden alles: „Nur so können wir überleben.“ Einen Wechsel gab es am Montag in der lebendigen Krippe. Eselsdame Liesl ist trächtig und auch, wenn die Tiere unter ständiger Betreuung stehen und Rückzugsräume haben, wurde sie deshalb durch Eselin Bianca ersetzt. Man stehe immer in enger Abstimmung mit dem Veterinäramt, so Eilts: „Es ist wichtig, dass die Krippe da ist, aber der Tierschutz darf auf keinen Fall zu kurz kommen.“

Für die Polizei verlief der Weihnachtsmarkt bisher „auffallend ruhig“, wie Wolfgang Jürgens, Pressesprecher der Ulmer Polizeidirektion, auf Anfrage der NUZ mitteilt. Zum jetzigen Zeitpunkt habe es nur drei Diebstähle gegeben: Einmal wurde ein Handy gestohlen, ein anderes Mal ein Getränkefass. Zudem gab es einen Taschendiebstahl. Auch sei lediglich ein Betrunkener der Polizei von einem Standbetreiber gemeldet worden, als der alkoholisierte Mann dort Nachschub kaufen wollte.

Knapp zwei Wochen läuft der Ulmer Weihnachtsmarkt noch. Für Veranstalter Eilts und sein Team ist die Arbeit aber dann nicht zu Ende: „Wir sind jetzt schon in Gedanken bei den Planungen für nächstes Jahr“, sagt er.

Der Ulmer Weihnachtsmarkt ist bis Dienstag, 22. Dezember, täglich von 10 bis 20.30 Uhr geöffnet.

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