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Ulm

18.08.2020

Ulmer Wilhelmsburg: Ein Zufluchtsort für Live-Kultur in Corona-Zeiten

Reggae im Schein der Glühgirlanden: Sliti Hapci aus Slowenien zählt zu den Bands, die trotz Corona auf der Wilhelmsburg auftreten konnten.
Bild: Veronika Lintner

Plus Internationales Donaufest, Spatzenwiese und Ulmer Zeit: Auf der Ulmer Wilhelmsburg finden viele Projekte, die unter Corona leiden, eine Bühne.

Die Männer von „Sliti Hapci“ grooven sich warm an diesem Sommerabend. Der Frontmann, mit langem Zopf und Flatterhose, zappelt sich locker, er rappt, singt und jauchzt – und fordert das Ulmer Publikum auf, mitzumachen. Der Soundmix, der aus den Boxen dringt, vermischt Balkan-Pop mit Reggae, Saxofon swingt mit Congas und Gitarren. Ein jamaikanischer Strand? Weit und breit nicht in Sicht. Die Männer singen auch keine Bob-Marley-Evergreens – dafür bieten sie Reggae-Musik aus ihrer Heimat Slowenien. Und das alles unterm Sternenhimmel, im Hof einer alten schwäbischen Festung. Auf der Ulmer Wilhelmsburg finden fünf Wochen lang Kulturevents aller Art statt – in einem virusgeplagten Sommer. In ihrer dritten Auflage entwickelt sich diese Kulturreihe „Stürmt die Burg“ zum Zufluchtsort. Vieles, was in Corona-Zeiten schon verloren schien, findet hier eine Bühne.

Ulmer Zelt und Internationales Donaufest nutzen die Wilhelmsburg

Der Auftritt von Sliti Hapci sollte das Internationale Donaufest krönen. Die Wilhelmsburg rettet das Konzert, im Rahmen des „Donau-Geschichten-Sommers“. Das Donaufest ist nicht das einzige Projekt, das die Chance nutzt: Letztens hat das Ulmer Zelt die Bühne im Burghof bespielt und das Karussell im Hof gehört zur Ulmer Spatzenwiese.

Lesen Sie auch: "Stürmt die Burg!": Die Wilhelmsburg wird zur Spielwiese

Im Corona-Jahr will die Ulmer Wilhelmsburg "Kultur erhalten"

Katharina Kiebler leitet die Projektentwicklung der Wilhelmsburg. „Stürmt die Burg“ trägt für sie in diesem Jahr eine besondere Bedeutung: „Unser Hashtag lautet: Kultur erhalten.“ Die Stadt Ulm und das Kulturbüro gaben den Anstoß mit Fördergeldern und einer Ausschreibung – 70 Projekte und Künstler bewarben sich.

Wer die Wilhelmsburg mitstürmen will, kann Shuttle-Busse aus der Innenstadt nutzen.
Bild: Stefan Kümmritz

„Stürmt die Burg“ dauert in diesem Jahr zwar kürzer als gewohnt und die Bilanz der ersten Ausgabe, mit 12000 Besuchern, scheint unerreichbar. Trotzdem: Inzwischen regt sich etwas. Zu Beginn waren auf dem weitläufigen Gelände 250 Menschen zugelassen, Zuschauer standen Schlange. Jetzt sind 500 erlaubt. Hygiene-Stationen stehen bereit und nur eine kleine Ausstellung findet im Innern der Burg statt. „Da muss niemand Angst haben“, sagt Kiebler. Bis Ende August geht die Kulturreihe auf der Burg weiter.

Infos unter www.die-wilhelmsburg.de.

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