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Ulm

22.04.2015

Ulmer Zelt: Junge Stars und alte Helden

Zufriedene Gesichter: (von links) Jan Ilg, Andrada Cretu und Robbie Freudigmann vom Ulmer Zelt zeigen das Plakat zur neuen Spielzeit.
Bild: Foto: Andreas Brücken

Die 29. Spielzeit des Festivals bringt wieder Musik und Kleinkunst in die Au. In der Gastro gibt es einen wichtigen Wechsel.

29 Spielzeiten sind kein Jubiläum. Schade eigentlich, finden die Organisatoren des Ulmer Zelts. Denn das Programm, das sie dieses Jahr vorbereitet haben, wäre eines Jubiläums durchaus würdig. Am 20. Mai startet die Saison des Festivals in der Friedrichsau, die in mancherlei Hinsicht eine besondere sein wird: Es ist die letzte unter der Ägide des Co-Vorsitzenden Robert Freudigmann, die erste mit einem neuen Brauerei-Partner – und inhaltlich die wohl jüngste seit Jahren. „Die Jugend hat dieses Jahr nicht mehr so viele Ausreden“, sagt Jan Ilg, seit zwei Jahren künstlerischer Leiter, gestern bei der Vorstellung des Zelt-Gesamtprogramms. Gleichzeitig stellte er klar: „Es ist wieder für jedes Alter etwas dabei.“

Überraschungen hatte Ilg bei der Präsentation nur noch wenige: Seit einiger Zeit veröffentlicht das Festival schon ab Ende des Vorjahres häppchenweise die Termine. So war schon seit Wochen bekannt, dass 2015 unter anderem die Indie-Rocker Calexico, die Pop-Rock-Haudegen The Hooters, der Weltverbesserer-Kabarettist Hagen Rether, der Liedermacher Konstantin Wecker und das Hip-Hop-Quartett Die Orsons dieses Jahr in der Au Station machen. Bei einigen hat sogar schon der Vorverkauf begonnen: So sind etwa für Calexico bereits 400 Tickets weg.

Ein paar Trümpfe haben sich die Organisatoren aufgehoben – und über die dürften sich reifere Zelt-Fans freuen. Denn zwei prominente Vertreter des klassischen Rocks bilden die Klammer der Spielzeit: Zum Auftakt stehen mit Clem Clempson und Chris Farlowe zwei Mitglieder der Jazzrock-Band Colosseum auf der Bühne, zum Finale kommt Gitarren-Weltstar Michael Schenker mit „Temple of Rock“. Ein „Elefantentreffen“ gibt es in Sachen Kabarett, wo sich Lizzy Aumeier und Otti Fischer gemeinsam die Ehre geben. Platz für junge Künstler ist trotzdem: etwa für Allgäu-Komödiant Maxi Schafroth und Pop-Hoffnung Mark Forster.

Insgesamt gibt es in der 29. Zelt-Spielzeit 37 Abendveranstaltungen, bei denen Programmchef Ilg zufolge das Preisniveau des Vorjahres gehalten werden konnte. Dazu kommen 19 Kinderangebote und 18 Veranstaltungen im Rahmenprogramm, darunter auch wieder drei Flohmärkte. Das Zelt, das vom gemeinnützigen Verein zur Förderung zur Förderung der freien Kultur Ulm veranstaltet wird, operiert 2015 mit einem Etat von 900 000 Euro – etwas mehr als in den Vorjahren. Dabei besitze das Festival eine solide Basis, sagt langjährige Vorsitzende Robert Freudigmann, der sich nach der Spielzeit aus der Führung verabschieden wird. „In der 30. Saison werde ich es mir dann im Liegestuhl hinter der Bühne bequem machen“, kündigt er mit einem Augenzwinkern an. Das Zelt sei „mit fachlich kompetenten Mitarbeitern gut aufgestellt“.

Etwas geringer als im Vorjahr fallen mit unter 100 000 Euro der Anteil des Sponsorings aus, wie Andrada Cretu, im Team für Öffentlichkeitsarbeit und Marketing zuständig, verrät. Dafür gibt es – anders als bei der Kulturnacht – keinen Problemsponsor. Vor einigen Jahren beendete das Zelt die Zusammenarbeit mit Airbus Defence & Space, das damals noch EADS hieß. Manche Künstler und Mitglieder hatten seinerzeit Probleme mit dem Förderer aus der Rüstungsbranche.

Neben dem Programm kümmert sich das Zelt-Team auch um die Gastronomie auf dem Gelände. Die wichtigste Änderung: Nach 13 Jahren hat sich die Rothaus-Brauerei als Bierpartner verabschiedet. „Unrühmlich“, wie Günther Heiser aus der Gastro-Gruppe betont: Der staatlichen Brauerei sei inzwischen die Expansion im Ausland wichtiger als die Förderung der Kultur. In die Bresche springt ein Unternehmen aus der Region: die Berg-Brauerei aus Ehingen. Beendet wird ein Experiment aus der Vorsaison: Der Biergarten öffnet dieses Jahr nur noch, wenn es Veranstaltungen im Abendprogramm gibt.

Der Vorverkauf für das Ulmer Zelt beginnt am 30. April um 9 Uhr. Dann öffnet auch die Kartenhütte am nördlichen Münsterplatz.

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