04.07.2016

Ulmer auf dem Sprung

Mit seinem Kampfgeist hat sich Tim Nowak die Nominierung für die Europameisterschaft gesichert. Im Amsterdam will er jetzt die 8000-Punkte-Marke knacken.
Bild: Horst Hörger

Zehnkampf Mathias Brugger und Tim Nowak sind bei der Europameisterschaft für vordere Plätze gut. Was auch daran liegt, dass die Stars der Szene ein noch höheres Ziel haben

Ulm Wenn am morgigen Mittwoch um 10.50 Uhr im Olympiastadion von Amsterdam der Startschuss bei der Europameisterschaft der Zehnkämpfer fällt, sind die Augen der regionalen Leichtathletik-Gemeinde auf Mathias Brugger und Tim Nowak gerichtet. Wie schon bei den vergangenen beiden Hallen-Europa- und Weltmeisterschaften hat es ihr Trainer Christopher Hallmann geschafft, gleich zwei Athleten des SSV Ulm 1846 ins deutsche Aufgebot zu bringen. Die rechnen sich in dem Feld, das um einige Olympia-Starter reduziert ist, obendrein eine Menge aus. Sogar eine Medaille könnte für Brugger drin sein.

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Zum zweiten Mal erst nach Helsinki 2012 findet die Europameisterschaft in einem Olympiajahr statt. Wie schon damals, als sich Pascal Behrenbruch auf dem Zenit seines Könnens den Titel holte, sind aus diesem Grund auch dieses Mal nicht alle europäischen Weltklasse-Zehnkämpfer am Start. Denn ebenso wie für die Langstreckenläufer ist es für sie so gut wie unmöglich, sich innerhalb von fünf Wochen auf einen zweiten Wettbewerb vorzubereiten. Deswegen sind die Stars der Szene, darunter auch der Ulmer Arthur Abele, erst in Rio de Janeiro bei den Olympischen Spielen am Start. Auch die Medaillengewinner der letzten Europameisterschaft in Zürich, der Weißrusse Andrej Krauchanka und der Franzose Kevin Mayer, fehlen auf der Meldeliste. Die Russen sind wegen der Dopingvorwürfe derzeit ohnehin ausgeschlossen.

Das eröffnet den beiden Ulmern die große Chance, ins mediale Rampenlicht zu treten und um vordere Plätze zu kämpfen. Schließlich ist das öffentlich-rechtliche Fernsehen bei fast allen Disziplinen live dabei. Brugger hat mit der Bronzemedaille bei der Hallen-Weltmeisterschaft bereits einen großen Schritt getan. Der 23-jährige hatte danach aber Oberschenkelprobleme und musste so auf den wichtigen Wettkampf in Götzis verzichten. Jetzt aber ist Brugger völlig fit und darf sich vor allem auf seinen starken zweiten Tag verlassen. Sein Trainer Christopher Hallmann ist von Bruggers Qualitäten jedenfalls überzeugt: „Im Diskustraining schlägt er Arthur Abele immer deutlich, und beim Stabhochsprung benutzt er jetzt im Training schon so harte Stäbe wie in der Halle im Wettkampf.“

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Viel hängt natürlich von einem guten Start in den Zehnkampf ab. „Wenn Mathias nach dem Kugelstoßen gut dabei ist, dann läuft es für ihn“, ist sich Hallmann sicher. Er denkt dabei an mehr als 8100 Punkte, mit denen es bei der Europameisterschaft für einen Platz unter den Top sechs reichen sollte.

Von Tim Nowak, im Jugendbereich ja schon zweifacher internationaler Medaillengewinner, erwartet Hallmann einen deutlichen Schritt nach vorn: „Da müssen jetzt mal 8000 Punkte kommen. Der Tim ist in einer tollen Verfassung.“ 7838 Zähler waren es für den 21-Jährigen in Götzis, wo er bei schlechten Bedingungen im Gegensatz zu vielen anderen Athleten einfach durchgezogen hatte und anschließend vom Verband mit der EM-Nominierung belohnt wurde. Abzuwarten bleibt, welche Belohnung sich Nowak dieses Mal abholen kann. Am Donnerstag gegen 19.30 Uhr wird er mehr wissen.

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