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Abschied

28.02.2016

Ulmer feiern Ivo Gönner

Ivo Gönner wurde im Münster und im Congress Centrum feierlich verabschiedet.
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Ivo Gönner wurde im Münster und im Congress Centrum feierlich verabschiedet.
Bild: Alexander Kaya

Um die 2000 Menschen sagen dem Oberbürgermeister im Münster und im Congress Centrum Lebewohl. Der Vizekanzler sagt kurzfristig ab, schickt aber ein Grußwort .

Etwa 2000 Bürger haben am Sonntag Ulms Oberbürgermeister Ivo Gönner im Münster und im Congress Centrum Ulm (CCU) verabschiedet und für seine Verdienste mit viel Beifall gefeiert. Zwar hatte Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) kurzfristig wegen einer Erkältung abgesagt, doch auch ohne den „Vorsitzenden des Fanklubs von Ivo Gönner“ (O-Ton Gabriel) fand sich eine illustre Gästeschar an der Donau ein, angeführt von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne). Der bescheinigte Gönner, der nach 24 Jahren als Ulmer Stadtoberhaupt aufhört und heute die Geschäfte an Gunter Czisch (CDU) abgibt: „Du hosch dei’ Sach’ guat g’macht!“

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Das war ganz im Sinne der Gäste, die am Beginn des Bürgerempfangs stehend applaudierten und sich auch nach Gönners Abschiedsworten von ihren Plätzen erhoben. Der 64-Jährige, dem der Abschiedsmarathon der vergangenen Monate fast schon etwas zuviel wurde, entschied kurzerhand: „Mit den Lobreden isch’s jetzt rum.“ Der begnadete Rhetoriker, der sonst immer für ein paar amüsante Bonmots gut ist, hielt diesmal eine sehr ernste, von großem Verantwortungsbewusstsein getragene Rede.

Etwa 2000 Bürger haben gestern Ulms Oberbürgermeister Ivo Gönner im Münster und im Congress Centrum Ulm verabschiedet und für seine Verdienste mit viel Beifall gefeiert.
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OB Ivo Gönner Verabschiedung im Ulmer Münster und im CCU
Bild: Alexander Kaya

„Macht zu bekommen in einer Demokratie, heißt in erster Linie Dienen“, sagte Gönner mit Blick auf das Amt des Oberbürgermeisters. Er lobte ausdrücklich das ehrenamtliche Engagement vieler Bürger, die Mitarbeiter der Stadt und die Mitglieder des Gemeinderats – 137 hat er in seiner Zeit als Ulmer OB miterlebt. Wie zuvor Dekan Ernst-Wilhelm Gohl in seiner Predigt im Münster, zeigte auch Ivo Gönner Flagge gegen Rechtspopulisten, die das Leid von Flüchtlingen für ihre Zwecke missbrauchen. Wer Menschen gegeneinander aufhetze, um Unfrieden zu stiften, handle zutiefst undemokratisch.

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Gönner habe Ulm in den vergangenen Jahren auf eine würdige und kraftvolle, aber auch auf eine warme und soziale Art vertreten, sagte Winfried Kretschmann. Der Begrifft „bürgernahe Politik“ spiegle nur unzureichend wider, wie Gönner regiert habe. Er habe Ulm mit Bescheidenheit, Bodenständigkeit und Gottvertrauen weiter gebracht: „Wie ein Fels in der Donau stehen Sie für Ihre Stadt.“

SPD-Chef Sigmar Gabriel bedaure es außerordentlich, dass er nicht da sein könne, richtete die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Ute Vogt aus, die im Münster das Grußwort Gabriels vorlas. „Lieber Ivo, wir sind stolz, dass Du einer von uns bist“, richtete der Vizekanzler aus. Und bescheinigte dem scheidenden OB Charisma, Instinkt und Überzeugungskraft. Zu Vogt habe er am Telefon gesagt: „Der Ivo Gönner war mir immer ein kluger Ratgeber, ein Freund und einer der verlässlichsten Partner, die ich je hatte.“

Auch Helga Malischewski (FWG) als dienstälteste Stadträtin, Wirtschafts- und Finanzminister Nils Schmid (SPD) und Barbara Bosch, die Präsidentin des baden-württembergischen Städtetags, fanden viele lobende Worte für ihren langjährigen Weggefährten. „Selbst Deine politischen Gegner hatten Respekt vor Dir“, bescheinigte ihm Bosch und gab ihm mit auf den Weg: „Kerle, bleib, wie Du bisch.“

„Er liebt die Menschen, und die Bürgerschaft hat es gespürt“, sagte Malischewski. In der Combo Communale und im Singwerk Ulm bereiteten Mitarbeiter der Stadt Gönner einen musikalischen Abschied und sangen zur Melodie von „Oh when the Saints go marchin’ in“: „Wenn der OB nun morgen geht“. Und der Jubilar selbst? War sichtlich gerührt und verabschiedete sich mit den Worten: „Behalten Sie mich als jemand in Erinnerung, der sei’ G’schäft scho’ recht g’macht hat und der vor allem gedient hat. Der Oberbürgermeister ist der erste Diener der Stadt. In diesem Sinne: Ade und auf Wiedersehen!

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