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Verkehr

11.05.2015

Ulms marode Brücken können die Verkehrslast bald nicht mehr tragen

Die Ulmer Stadtverwaltung zählt 236 Brücken im Stadtgebiet. Eine davon ist die Adenauerbrücke, die über die Donau führt.
Bild: Alexander Kaya

Zustandsbericht offenbart: An 34 Bauwerken besteht akuter Handlungsbedarf. In einigen Fällen ist sogar die Standsicherheit bedroht. Stadt muss viele Millionen ausgeben.

Viele Straßen in Ulm sind in einem schlechten Zustand. Und immer mehr Brücken können die Last des Verkehrs bald nicht mehr tragen. Bei 34 von insgesamt 236 Brückenbauwerken in Ulm besteht „umgehend“ Handlungsbedarf, wie dem jetzt von der Stadt Ulm im Internet veröffentlichten Brückenzustandsbericht zu entnehmen ist.

Den schlechtesten Zustand laut einer Brückenprüfung nach deutscher Norm weisen (unter anderen) die Beringerbrücke, die Söflinger Kreisbrücke, die Wallstraßenbrücke sowie die Brücke über das Blaubeurer Tor auf. Allesamt bekamen Noten der schlechtesten Kategorie verliehen. Das bedeutet: „Ungenügender Bauwerkszustand.“ Die Standsicherheit und/oder Verkehrssicherheit des Bauwerks ist demnach erheblich beeinträchtigt. Eine kurzfristige „Schadensausbreitung“ könne zu einem Totalusfall führen.

60 Millionen Euro wären nötig

Die Kosten für die Stadt Ulm sind erheblich: Wenn man sämtliche Brücken mit einer Zustandsnote schlechter als Drei („nicht ausreichender Bauwerkszustand“) in Schuss bringen wollte, wären satte 60 Millionen Euro notwendig. Offenbar gab es Versäumnisse in der Vergangenheit. Nicht durchgeführte Zwischensanierungen hätten zur Folge, dass die Lebensdauer der Bauwerke sinkt und die Sanierungskosten ansteigen. Nahezu die Hälfte der Brücken wurde in den 60er und 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts gebaut. Bei diesen Bauwerken steht nun die Generalsanierung an.

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Die jüngste der Brücken mit Sanierungsbedarf wurde 1989 gebaut (Ludwig-Erhard-Brücke), die älteste 1908 (Beringerbrücke). Der Ulmer Gemeinderat wird sich im Bauausschuss am Dienstag mit dem Thema befassen und vermutlich die Verwaltung beauftragen, einen Projektplan zur Sanierung der Brücken im Stadtgebiet zu erstellen. Die Bauverwaltung betont in der Beschlussvorlage die Bevorzugung von systemrelevanten Bauwerken wie etwa der Adenauer- oder der Herdbrücke, deren Ausfall gravierende Folgen auf die Verkehrslage hätte. Angedacht werden nun der Entwurf einer Rangliste der Dringlichkeit und die Aufnahme der Baukosten in die mittel- und langfristige Haushaltsplanung. Im Vorgriff auf den Projektplan, der im Sommer kommenden Jahres vorgestellt werden soll, sind dieses Jahr akute Arbeiten an der Adenauer-, der Herd- und der Lupferbrücke eingeplant.

Adenauerbrücke ist in schlechtem Zustand

Seit Jahren Dauerthema ist der schlechte Zustand der Adenauerbrücke, die Ulm und Neu-Ulm verbindet und nicht zuletzt ein wichtiger Autobahnzubringer ist. Die Restnutzungsdauer wird derzeit von der Stadtverwaltung mit maximal zehn Jahren angesetzt. Für den Ersatzneubau der Brücke laufen immer noch Gespräche mit dem Land sowie mit dem Bund.

Die Kosten für einen Neubau werden mit 20 Millionen Euro beziffert. Über das weitere Vorgehen in Abstimmung mit dem Bundesverkehrsministerium und den bayerischen Nachbarn soll im Laufe des Jahres informiert werden.

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