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Ulm

16.07.2020

Ulms nagelneue Mitte ist jetzt eröffnet

Mit dem Ulmer Hauptbahnhof im Rücken ist das einer der neuen Anblicke von 40000 Reisenden am Tag, die den Hauptbahnhof passieren: Der Durchgang zum Albert-Einstein-Platz.

Plus Acht Jahre nach dem Startschuss des Ulmer Gemeinderats sind die Sedelhöfe mit dem Albert-Einstein-Platz jetzt ein Teil der Fußgängerzone. Von Freude, Erleichterung, einer kritischen Stimme und einem neuen Mieter.

Ein kleiner Schritt für Günter Nittka, ein großer Schritt für die Stadt Ulm. Der 29-jährige Böfinger ist der erste Bürger, der den neuen Albert-Einstein-Platz nach der offiziellen Eröffnung am Donnerstagmorgen betritt. „Ich bin einfach so gespannt.“ Über eine Stunde wartete Nittka auf Einlass, denn durch Corona ist die Eröffnungszeremonie auf 100 geladene Gäste beschränkt. Und seine Erwartungen werden nicht enttäuscht: „Das ist wirklich schön und großstädtisch hier.“

Insgesamt 1800 Menschen arbeiteten an 1449 Tagen satte vier Millionen Stunden daran, das Einkaufsquartier Sedelhöfe für die Eröffnung – mehr oder weniger – fertig zu bekommen, wie Christoph Röthemeyer, der Projektgeschäftsführer des Investors DC Developments, bei der Eröffnung auflistet.

Insgesamt 1800 Menschen arbeiteten vier Millionen Stunden daran, das Einkaufsquartier Sedelhöfe für die Eröffnung fertig zu bekommen.
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Die Ulmer Sedelhöfe sind nun offiziell eröffnet
Bild: Alexander Kaya

Als am frühen Mittag alle Barrieren rund um den 2000 Quadratmeter großen Albert-Einstein-Platz fallen, füllt sich Ulms nagelneue Mitte schnell. Vor dem Burgerladen „Five Guys“ sind die Schlangen lang und die Erwartungen groß: Burger Nummer 29 ergattert sich der Ulmer Jonas Kaifel. Anstehen lohne sich, das wisse er von anderen Filialen: „Hier schmeckt es einfach frischer.“ Den Verzicht auf Tiefkühlware selbst bei den Pommes könne man schmecken. Die Kartoffeln dafür lagern – wie in allen Filialen der US-Kette üblich – in großen Säcken direkt im Gastraum. „Das ist keine Dekoration. Das ist wirklich die Rohware für unsere Pommes“, sagt Lena Holzapfel, die Personalleiterin für Deutschland des Burgerbraters. Serviert werden auch ungewöhnliche Milch-Shakes: Wer will, kann sich echten Schweinespeck in das Getränk mischen lassen.


60 Prozent der Ladenflächen sind erst vermietet. Dieser Wert verringerte sich zur Eröffnung jedoch: Lothar Schubert, geschäftsführender Gesellschafter von DC Developments, verkündet, dass der Fitnessstudio-Betreiber „Top Fit“ einen Mietvertrag für 2300 Quadratmeter unterschrieben habe.

Auch bei der Vermietung der Wohnungen gehe es voran: Es gebe 400 Interessenten für die 112 Wohnungen, die eine Größe von 22 bis 100 Quadratmeter haben und über ein bis drei Zimmer verfügen.

Auch Ulms Ehrenbürger und Alt-OB Ivo Gönner schlendert zur Eröffnung über den Platz. „Es gefällt mir sehr gut hier“, sagt der 68-Jährige, in dessen Amtszeit der Start des Projekts fiel, das dann Nachfolger Czisch – nach dem Ausstieg des ersten Investors – zu Ende führte.

Czisch betont, wie wichtig die Sedelhöfe, das neue „Stück Stadt“, in schwierigen Zeiten als positives Signal seien. „Ich bin überzeugt, dass das, was hier entstanden ist, so stark und überzeugend ist, dass es sehr schnell fester und selbstverständlicher Teil der Ulmer City sein wird.“

Dass die Sedelhöfe kein Ufo seien, das als Fremdkörper vom Himmel fällt, betont auch Baubürgermeister Tim von Winning. Das neue Quartier sei eine logische Weiterentwicklung einer europäischen Stadt. Lob gibt es auch für die Bauausführung von DC Developments. Oft hätten die Computer-Visualisierungen wenig mit der Realität zu tun. Doch im Falle der Sedelhöfe sei das anders, alles sei so hochwertig umgesetzt worden wie angekündigt. Die Verwerfungen mit dem früheren Investor MAB, der ein geschlossenes Einkaufszentrum bauen wollte, seien „ein Glücksfall“ für Ulm gewesen. Auch vor diesem Hintergrund sei es eine tolle Sache, dass hier nicht mit einem Tusch eröffnet werde. „Wir eröffnen nacheinander einzelne Häuser und Geschäfte, wie es sich für eine Fußgängerzone gehört.“ Den Schlusspunkt des Eröffnungsreigens soll dann an Ostern 2021 das „Me and All“-Hotel am Bahnhofsplatz 7 bilden, das 40 Millionen Euro der Gesamtinvestitionssumme von 270 Millionen ausmacht.

Zalando und vielleicht TK Maxx

Aus Sicht von Michael Klamser, dem Vorsitzenden der Ulmer City Marketing, ist das Millionenprojekt ein Gewinn. „Das ist wirklich ein tolles Eingangstor für Ulm geworden.“ Die ganze Stadt werde profitieren, weil Ulm dadurch eindeutig attraktiver geworden sei. Als Inhaber eines Sportgeschäfts in der Frauenstraße schaut Klamser etwas skeptisch auf die bestehenden und geplanten Geschäfte. Denn sowohl „Zalando Outlet“ als auch der von Investor Schubert ins Spiel gebrachte mögliche nächste neue Mieter, TK Maxx, setzen auf reduzierte Markenware. Das sei nicht der „sehr hochwertige Besatz“ der früher versprochen worden sei. Aber generell seien die Sedelhöfe ein starkes Signal aus Ulm. Und auch durch den Lebensmitteldiscounter Aldi, der ebenfalls am Donnerstag im Untergeschoss von Kaufhof Galeria eröffnete, habe die Innenstadt ein neues Zugpferd. Sehr wichtig für Ulm als Einkaufsort des Umlands sei auch das am Donnerstag in Betrieb genommene Parkhaus. Aufgrund von Mängeln gehen am Anfang nur 550 von insgesamt 700 neuen Parkplätzen an den Start. Im Herbst kommenden Jahres kommen dann noch die 540 Stellplätze der im Bau befindlichen Tiefgarage am Hauptbahnhof hinzu. Das Parkhaus der Sedelhöfe wird privat betrieben. 60 Cent kosten 20 Minuten – wie im nahen Deutschhaus. Der Tageshöchstsatz beträgt 15 Euro.

Darum tun die Sedelhöfe der Stadt Ulm gut

Das sind die Mieter: Aktuell sind rund 60 Prozent der Einzelhandelsflächen vermietet. Das Zalando Outlet eröffnete bereits vor vier Wochen seinen deutschlandweit zehnten Laden. Edeka zählt mit über 3000 Quadratmetern Mietfläche zu den Ankermietern. Dabei sind: Albert Einstein Apotheke, Backfactory, die Bäckerei Emil Reimann, dm, Mizu Spa, Top Fit, Five Guys und Snipes.

Auf dem Albert-Einstein-Platz ist die Open-Art-Sedelgallery zu sehen. Die Kunstwerke auf Basis alter Fotos verbinden die Historie und Moderne miteinander.

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