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Kreis Neu-Ulm

14.04.2015

Unbekannter bricht in Garten ein - um Enteneier zu stehlen

Viel ist nicht mehr übrig von dem Nest, in dem eine Entenmama in Thalfingen zuletzt über mehreren Eiern gebrütet hatte. Ein Unbekannter hat das Gelege geplündert.
Bild: Alexander Kaya

Ein Unbekannter ist in einen Garten eingebrochen und hat zehn Eier aus dem Nest einer Wildente gestohlen. Konnte ein Nachbar das Geschnatter nicht mehr ertragen?

Es sollte ein ruhiges Wochenende werden, doch es kam alles anders: Als Dagmar Hub am vergangenen Sonntag gegen halb acht aufstand und aus dem Fenster in ihren Garten schaute, freute sich die Thalfingerin darauf, die Wildente zu beobachten, die sich dort zum Brüten niedergelassen hatte.

Doch diesmal Ente lief ganz verstört im Garten hin und her, schnatterte traurig. Das Nest stand auf der Gartenmauer des Nachbarn – und war leer. Die rund zehn Eier, die noch am Abend zuvor darin gelegen hatten, hatte jemand mitgenommen. Ein kurioser Fall, der allerdings auch die Polizei auf den Plan gerufen hat.

„Das ist erschreckend“, sagt Dagmar Hub. „Das heißt jemand hat unseren Garten betreten, als wir noch geschlafen hatten und das macht einem schon Angst.“ Zudem bliebe die Frage: „Wer tut einem Tier so etwas an?“ Vor allem, weil es für den Dieb kein einfaches Unterfangen gewesen sein kann: Die Westseite des Gartenteiches von Familie Hub liege ziemlich „unzugänglich“, wie Hub versichert. „Ich selbst war an dieser Stelle noch nie. Da muss man sich am Gartenzaun entlanghangeln, um dahin zu kommen“, erklärt sie.

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Vor etwa einer Woche hatte sich das Entenpaar diese Stelle für ihr Nest ausgesucht. „Wir haben uns sehr darüber gefreut, vom Schreibtisch aus konnten wir immer beobachten, wie die Ente auf dem Nest saß“, erinnert sich Hub. Warum das Nest geplündert wurde, kann sie sich nur schwer vorstellen. Natürlich habe sie sich darüber Gedanken gemacht, letztendlich bleiben für sie zwei vorstellbare Möglichkeiten: „Aus Vandalismus, um uns einfach zu ärgern. Oder weil die Eier tatsächlich jemand in die Pfanne hauen wollte.“

Sollten die Eier an einem anderen Ort ausgebrütet werden?

Letzteres hält Diplom-Biologie Wolfgang Gaus vom Gerlenhofener Arbeitskreis Umweltschutz (GAU), für eher unwahrscheinlich. „Grundsätzlich kann man Enteneier schon essen, aber die waren sicherlich schon angebrütet und dann schmeckt das eigentlich nicht“, erklärt er. Zwischen acht bis zwölf Eier würden Enten normalerweise legen, das Ausbrüten dauere um die drei bis vier Wochen.

In den meisten Fällen würden die Nester von natürlichen Feinden wie Mardern oder Füchsen geplündert. Da das Nest allerdings in diesem Fall plötzlich auf der Gartenmauer stand, bleibt auch für Gaus nur eine Lösung: „Es war sicherlich ein Zweibeiner.“

Zudem deutet für ihn einiges daraufhin, dass jemand der unmittelbaren Umgebung der Übeltäter sei. Gaus könne sich vorstellen, dass einfach ein Nachbar das Entengeschnatter nicht habe antun wollen. Oder der Dieb habe die Eier mitgenommen, um sie von seinen eigenen Enten ausbrüten zu lassen. „Aber das ist schon alles ziemlich dubios“, sagt Gaus.

Der Vogel hatte im Gestrüpp Schutz gesucht – vergebens.
Bild: Hub

Als Dagmar Hub sah, dass die Eier wegwaren, hat sie die Polizei gerufen. Eines ist laut Polizeibericht bisher klar: Der bislang Unbekannte ist über die Mauer auf das Grundstück in der Badbergstraße gelangt. Dagmar Hub hörte zudem gegen 5.30 Uhr am Sonntagmorgen das Schlagen einer Autotür – zu dieser Zeit könnte der Eierräuber also zu Gange gewesen sein.

Verdächtiger Mann beobachtete das Gelege

Bereits am Abend zuvor machte Hub laut Polizeibericht eine „verdächtige Wahrnehmung“: Ein etwa 35-jähriger, osteuropäisch wirkender Mann hat das Nest der Wildenten etwa fünf Minuten lang beobachtet. Er war 1,90 Meter groß und trug eine heruntergekommene, weiße Jacke mit einem rotem Karomuster.

Da Wildenten unter das Jagdrecht fallen, ermittelt die Polizei nun wegen Jagdwilderei und wegen Hausfriedenbruchs. Xaver Büchele von der Polizei Neu-Ulm erklärt: „Wichtig ist immer die Frage nach dem Motiv. Eine von vielen Möglichkeiten ist es, dass jemand die Eier mitgenommen hat, um sie bei sich weiter zu bebrüten.“ Anschließend könnte der Täter die geschlüpften Vögel aufziehen und zur Weiterzucht nutzen – oder aber „für den Kochtopf“.

Zeugen werden gebeten, sich sich bei der Polizei Neu-Ulm unter Telefon 0731/80130 melden.

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