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Neu-Ulm

20.04.2015

Und wieder gibt es keinen Maibaum

So sieht ein schön geschmückter Maibaum aus.
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So sieht ein schön geschmückter Maibaum aus.

Auch dieses Jahr wird es in der Neu-Ulmer Innenstadt keinen Maibaum geben. Die Erklärung klingt zunächst äußert kurios

Reutti hat einen, Jedelhausen auch, Pfuhl und Offenhausen sowieso. Wenn zum 1. Mai landauf landab wieder die Maibäume in die Höhe wachsen, wird auch in fast jedem Neu-Ulmer Stadtteil einer stehen – nur in der Stadtmitte, auf Neu-Ulms zentralstem Platz vor dem Rathaus, wird auch dieses Jahr wieder gähnende Leere herrschen. Zum zweiten Mal in Folge fällt hier der jahrhundertealte Brauch flach. „Zu wenig Zeit zur Vorbereitung“, heißt es aus dem Rathaus.

Was angesichts der alljährlichen Regelmäßigkeit des 1. Mai kurios klingt, hat einen Hintergrund. Jahrelang hatte sich der Kulturring, bestehend aus fünf Vereinen, dem innerstädtischen Maibaum angenommen. Ihn geschlagen, geschmückt und feierlich aufgestellt. Im vergangenen Jahr zog dann jedoch Kulturring-Vorsitzender Werner Zierlein die Reißleine. „Uns fehlen schlichtweg die Leute“, erklärte er. Die Folge: 2014 gab es im Zentrum keinen Maibaum und im Rathaus klingelten leise die Alarmglocken. In Hinblick auf die Attraktivierung der Innenstadt sowie die Eröffnung der Glacis-Galerie werde man sicher auch das Thema Maibaum angehen, hieß es damals.

Passiert ist jedoch nichts. Erst kurz vor Ostern, als die Stadtverwaltung auf eine routinemäßige Abfrage vom Kulturring keine Antwort erhielt, kam plötzlich Hektik auf. „Uns war nicht bewusst, dass sich der Kulturring dauerhaft nicht mehr um den Maibaum kümmern kann. Wir dachten, das vergangene Jahr war eine Ausnahme“, erklärt Fachbereichsleiter Ralph Seiffert. Er selbst war vor einem Jahr noch nicht im Amt und sei von dem Thema entsprechend überrascht worden.

„Gewusst haben es genug. Nur wahrhaben wollte es offensichtlich niemand“, sagt Gerhard Rothermel, eine der ehemals treibenden Kräfte im Kulturring in Sachen Maibaum. „Es kann nicht sein, dass die ganze Last auf den Schultern von nur vier oder fünf Leuten liegt, die zum Teil 70 und älter sind. Jetzt müssen mal die Jungen ran“, erklärt der 75-Jährige. Genau daran habe es in der Vergangenheit jedoch gehapert – so auch dieses Jahr.

Gemeinsam mit der Stadtverwaltung habe Rothermel dennoch vor Ostern überlegt, ob es kurzfristig nicht doch noch möglich sei, einen Maibaum zu organisieren. Doch der alte Stamm aus dem Jahr 2013, der bei der Neu-Ulmer Feuerwehr zwischengelagert wurde und eigentlich wieder verwendet hätte werden sollen, sei aufgrund nicht ganz sachgemäßer Lagerung mittlerweile „krumm und buckelig“ und nicht mehr zu gebrauchen.

„Für einen neuen Baum war die Zeit von Ostern bis zum 1. Mai einfach zu kurz“, erklärt Mareike Kuch, die sich nun der Angelegenheit angenommen hat. „Wir wollen das Ganze auf neue und jüngere Beine stellen“, kündigte sie an. So soll im kommenden Jahr auf jeden Fall wieder ein Maibaum auf dem Rathausplatz stehen und ein Fest mit Musik, Wurst und Bier den angemessenen Rahmen bieten – so wie es eben Brauch ist. Wer sich um all das kümmert, steht noch nicht fest. „Wir hoffen dabei natürlich wieder auf Unterstützung aus Vereinen und von Ehrenamtlichen“, sagt Kuch. Für die Suche nach Helfern ist nun ja genügend Zeit. Der 1. Mai kommt erst 2016 wieder.

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