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30.06.2009

Ungestillte Sehnsüchte mit vier Frauen

Ulm Was "Caveman" von männlicher Seite her, das ist "Lappen weg - Frauen ohne Regeln" von weiblicher Seite her: Die Posse, die vier Frauen im Ulmer Zelt (unter männlicher Regie und zu des Publikums Amüsement) aufführten, spielt mit allen urweiblichen Klischees, tangiert wohl Wahres und überspitzt es so gnadenlos, dass es wiederum einfach ist, sich davon zu distanzieren.

Eigentlich und in der ersten Hälfte geht es um drei Frauen, die ihren Führerschein wegen einer reichlichen Punktesammlung, doch aus scheinbar unterschiedlichsten Gründen, verloren haben und bei einer gescheiterten Psychologin per Nachschulung versuchen, wieder zu einer Fahrerlaubnis zu kommen. Zunehmend aber und im zweiten Teil ausschließlich geht es um die emotionalen Hintergründe für das üppige Punktekonto, und die sind dem Grunde nach mit einem einzigen Wort auszudrücken: Sex - beziehungsweise der Frust mit Selbigem, den die vier Frauen zwischen 40 und 50 (die Schulungsleiterin eingeschlossen) mit ihrer erotischen Misere haben.

Ungeahnte Abiturientenwette

Da ist Ellen Weiss (Jutta Jahnke), Polizeibeamtin mit der Neigung, ihre in Persönlichkeit und Beruf immanenten Aggressionen über zu schnelles Fahren auszuleben - sie lebt mit einem Traum von Mann, von dem sie aber nicht schwanger wird, während die biologische Uhr immer schneller tickt. Helma Langanke (Gerburg Jahnke) ist Lehrerin und sieht eine berufsbedingte Einheit zwischen dieser Tätigkeit und dem Alkohol. Sie steht auf ganz junge Männer, was ihr unlängst eine ungeahnte Abiturientenwette samt der ungewollten Hauptrolle in einem mit der Handykamera aufgenommenen Porno eingebracht hat.

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Mit italienischem Temperament

Tiziana Grandi (Francesca de Martin, die beste und temperamentvollste Schauspielerin der Frauen-Crew) ist Italienerin, was in sich schon bedeutet, dass sie Ampeln und Verkehrszeichen eher als Vorschläge sieht, denn als zu beachtende Regelgeber. Ihr Mann vergnügt sich mit einer drallen, blonden Metzgersgattin. Der Kursleiterin Gabriele Genschk Problem mag das Frustrierendste sein: Ihr Ex-Mann ist schwul, sie stopfte ihren Sex-Frust in Sohn Leander, der mit zwölf bereits 120 Kilo wiegt.

Wer mag angesichts von so viel ungestillter Sehnsucht nicht verstehen, dass die Frauen sich um Verkehrsregeln nicht scheren? Am - etwas bizarren - Ende haben sie alle ihren Führerschein wieder. Pikantes Detail: Regisseur Dieter Woll selbst, der einzige Mann im Bunde, besaß nie eine Fahrerlaubnis.

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