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Ulm

12.11.2017

Uni-Studie: Das Gehirn schrumpft durch Computerspielen

Ein junger Mann spielt das Online-Rollenspiel World of Warcraft. Forscher haben nun Auswirkungen aufs Gehirn nachgewiesen.

Forscher der Uni Ulm haben herausgefunden, dass die Kontrolle von Gefühlen und Entscheidungen beeinflusst wird.

Das Internet verändert das Gehirn. In einer Studie haben Forscher der Uni Ulm um Professor Christian Montag untersucht, wie das Spielen die Hirnstruktur beeinflusst. Sechs Wochen lang habt das Team um den Leiter der Abteilung Molekulare Psychologie das Hirnvolumen von Spielern beobachtet, die sich mit dem populären Online-Computerspiel World of Warcraft beschäftigten.

Die Wissenschaftler konnten zeigen, dass bereits eine Stunde tägliches Spielen zu einer Abnahme des Hirnvolumens im orbitofrontalen Kortex führt – mit negativen Auswirkungen auf Emotionsregulation und Entscheidungsfindung. Unter den 119 Teilnehmern waren 41 Spieler mit ausgeprägter Gaming-Erfahrung und 78 sogenannte Game-Neulinge. Die Neulinge wurden für die Studie wiederum in zwei Gruppen eingeteilt: Eine davon sollte sechs Wochen lang täglich mindestens eine Stunde World of Warcraft spielen, die anderen bildete eine Kontrollgruppe und spielte in dieser Zeit nicht. Um mögliche Effekte auf die Hirnstruktur festzustellen, wurde zu Beginn und zum Ende ein Scan davon erstellt.

Die Folgen gibt es womöglich nicht nur bei Spielern von World of Warcraft

Die Ergebnisse zeigen, dass es während der sechs Wochen in der Gruppe der Spieler zu einer Abnahme der grauen Substanz im orbitofrontalen Kortex kam. Dieser Bereich im menschlichen Gehirn ist insbesondere zuständig für die Kontrolle von Emotionen und Entscheidungen. „Besorgniserregend ist, dass sich die hirnstrukturellen Veränderungen bereits nach sechs Wochen nachweisen ließen“, sagt Montag.

Bereits zu Studienbeginn wurde der orbitofrontale Kortex von Neulingen und Langzeit-Spielern verglichen. Bei den erfahrenen Spielern zeigte sich ein geringeres Volumen, das mit höheren Suchttendenzen einherging. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass das reduzierte Hirnvolumen eine Folge der Computerspielabhängigkeit ist. „Wir wollten in unserer Studie beispielhaft zeigen, dass Internet-Gaming tatsächlich Spuren im Gehirn hinterlassen kann. Möglicherweise wären bei anderen Spielen ähnliche Beobachtungen zu machen“, erläutert Christian Montag.

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