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Ulm

09.04.2015

Uni eröffnet neue Ambulanz für Psychotherapie in Ulm

Ab Mitte April können Patienten zum Gespräch in die neue Psychotherapeutische Hochschulambulanz kommen.
Bild: Grandel/Uniklinik

Von der neuen Einrichtung in der Ulmer Innenstadt sollen Patienten, aber auch Studenten profitieren.

Depressionen, Angsterkrankungen und Zwangsstörungen: Patienten mit diesen oder anderen psychischen Erkrankungen warten in Ulm und Umgebung im Durchschnitt sechs bis sieben Monate auf einen Therapieplatz. Der wachsenden Nachfrage trägt die Uni Ulm mit einer neuen Einrichtung Rechnung. Nächste Woche wird die Psychotherapeutische Hochschulambulanz in der Innenstadt (Schaffnerstraße 3) eröffnet und bietet Therapieplätze an. Behandelt werden Erwachsene in Einzel- und Gruppensitzungen mit dem Schwerpunkt Verhaltenstherapie. Im Zentrum stehen Depressionen, Traumafolgestörungen, anhaltende Trauerreaktionen sowie Essstörungen. „Wir wollen nicht in Konkurrenz zu niedergelassenen Kollegen treten, sondern deren Angebot ergänzen“, sagt Dr. Roberto Rojas, Psychotherapeut und Geschäftsführer der Hochschulambulanz. Dafür stehen approbierte Psychotherapeuten bereit.

Genauso wichtig wie die Diagnostik und Patientenversorgung ist die Einbindung der Hochschulambulanz in die Lehre und Forschung des Instituts für Psychologie und Pädagogik. Mit Einverständnis der Patienten sollen Studierende die Möglichkeit erhalten, klinische Psychotherapie vor Ort zu erleben, diagnostische Verfahren und das Erstellen von Gutachten einzuüben. Zudem könnten freiwillige Patienten in Lehrveranstaltungen des Instituts über ihre Erkrankung berichten und für Fragen der Studierenden zur Verfügung stehen. Die Privatsphäre der Patienten bleibt laut Uni in jedem Fall gewahrt, denn in der Hochschulambulanz gelten – wie in jeder klinischen Einrichtung – strenge Datenschutzregeln und die Schweigepflicht. Ab dem Wintersemester können Studierende Praktika in der neuen Einrichtung absolvieren und Abschlussarbeiten verfassen.

Aus der Arbeit in der Hochschulambulanz sollen sich neue Fragestellungen für die Forschung ergeben. Dementsprechend ist die Einrichtung eng an die Abteilungen Klinische und Biologische Psychologie, Klinische Psychologie und Psychotherapie sowie Gesundheitspsychologie angebunden. Das Einverständnis der Patienten vorausgesetzt, wollen die Wissenschaftler die Praxis in der Innenstadt für ihre Forschung nutzen. Die Ergebnisse könnten wiederum zu einer verbesserten Psychotherapie beitragen.

Iris-Tatjana Kolassa, Inhaberin der Professur für Klinische und Biologische Psychologie, forscht zum Beispiel zu Biomarkern bei Depressionen. Sie analysiert, inwiefern Blutuntersuchungen Rückschlüsse auf das Ausmaß einer Depression erlauben, und ob die entsprechenden Biomarker durch Psychotherapie normalisiert werden können. Roberto Rojas beschäftigt sich ergänzend mit anhaltenden Trauerreaktionen. Bei dieser Erkrankung bleiben die Betroffenen nach dem Verlust eines geliebten Menschen langfristig in Trauerschmerzen gefangen – mit gravierenden Folgen für das Berufs- und Privatleben.

Die Uni übernimmt die Anschubfinanzierung, langfristig muss sich die Einrichtung selbst tragen. Die offizielle Eröffnung der Ambulanz ist für Juni geplant, die ersten Patienten können jedoch schon ab Mitte April zu einem Erstgespräch kommen. Nach einer ausführlichen Diagnostik erhalten sie eine individuelle psychotherapeutische Behandlung. Die Kosten werden von den Krankenkassen übernommen. Das psychotherapeutische Angebot soll stetig erweitert werden, sodass Ende des Jahres 40 bis 50 Plätze zur Verfügung stehen.

Kontakt: 

Telefonisch erreichbar ist die Psychotherapeutische Hochschulambulanz noch bis Donnerstag von 14 bis 16 Uhr unter der Nummer 0731/50 26 591. Ab Montag, 13. April, hat die Einrichtung eine neue Telefonnummer, die zusammen mit den Sprechzeiten im Internet veröffentlicht wird unter uni-ulm.de/in/phsa. Die Hochschulambulanz befindet sich in der Schaffnerstraße 3 (in der Nähe vom Karlsplatz).

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