Ulm

06.05.2016

Unter Rittern

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3 Bilder
Bereits im fünften Jahr reitet „La Compania- die Kaskadeure: Reiter aus Leidenschaft“ das Turnier am Kloster zu Ulm-Wiblingen. „Die Rückkehr des Herzogs“ als Rahmenhandlung entführt das Publikum in die raue Zeit.
Bild: Felix Oechsler

Das Mittelalter dauert noch bis einschließlich Sonntag.

Ulm Das Mittelalter fängt in Neu-Ulm an: An der Bushaltestelle beim Wonnemar in Fahrtrichtung Wiblingen warteten am Donnerstagvormittag mittelalterliche Gestalten – ein untrügliches Zeichen, dass der Mittelaltermarkt beim Kloster Wiblingen begonnen hat. Das viertägige Event, das bis Sonntag andauert, lockt nicht nur Besuchermassen, sondern zieht auch die Fans des Lagerlebens an, die in der Zeltstadt im Lustgarten in historisierenden Gewändern zwischen Lagerfeuern ihrer Leidenschaft frönen.

Die Rottenburger Gruppe „Lebendige Schwertkunst“ gehört zu den Mittelalter-Fans: Der mobile Backofen, in dem sie kleine Brötchen backen, ist historischen Abbildungen eines mobilen Backofens vom Konstanzer Konzil (1414- 1418) nachgebaut – allerdings aus Ton und nicht aus Lehm, dem Material des Originals. Denn einen echten Lehmofen würde der Regen, mit dem Mittelaltermärkte in unseren Breiten oft zu kämpfen haben, schaden. Dafür sorgt die Gruppe dafür, dass Brötchen und Pasteten mit Rauchgeschmack aus dem Backofen kommen – und auch Reh- und Wildschweinbraten eignen sich gut zur Zubereitung im Ofen, wird verraten. Nur richtige Brotlaibe nicht – dafür ist die Wandstärke des Ofens zu dünn, die Wärme würde nicht reichen, um das Brot durchzugebacken.

Peter Horndasch aus Gerstetten verkauft im Wiblinger Klosterhof in seinem offenen Zelt in diesen vier Tagen orientalisches Gebäck mit Datteln, Pistazien und Nüssen und dazu passend Mocca mit Mandelduft und duftenden orientalischen Tee. „Wir lieben es zu reisen“, erzählt Horndasch. „Und wir möchten mit dem Café el Oriente aufmerksam machen auf den Einfluss, den der Orient im Mittelalter über Andalusien auf Europa hatte.“

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Auch Thomas Denzler aus Spiegelberg ist Mittelalter-Fan. Er betreibt ein Glasmuseum und stellt Glas nach historischen Vorbildern her. Die mundgeblasenen Krautstrünke, Rüsselbecher und Pilgergläser aus feinem Grünglas, die Denzler anbietet, sind nach Scherben mittelalterlicher Trinkgefäße hergestellt und vermitteln, erzählt Denzler, beim Trinken ein Gefühl dafür, was auf den Tischen unserer Vorfahren stand.

Manch historische und – vielleicht – historische Spezialität gibt es in Wiblingen zum Ausprobieren: Wickelwurst im Brotteig, Rote Linsen mit Ingwer oder Putenspieß im Teigmantel. Die Pute kannte man im Mittelalter in Europa zwar noch nicht – aber ganz echt muss es ja nicht sein. Hauptsache stilecht genießen – und da ist die Auswahl zwischen Entenkeule, Druidenwurz und den Fischspezialitäten groß, die Verleihnix im Klosterhof zubereitet. Die Asterix gemäße Fischschlacht wird aber vermutlich ausbleiben. (köd)

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