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Neu-Ulm

17.11.2018

Unterführung für Radler und Fußgänger: Teures Pflaster an der Donau

Die Unterführung an der Gänstorbrücke wird von Radfahrern rege genutzt. Gekostet hat der Bau wesentlich mehr als geplant, nämlich 1,7 Millionen Euro.
Bild: A. Kaya

Die Unterführung an der Gänstorbrücke hat unterm Strich 1,7 Millionen Euro gekostet – doppelt so viel wie geplant. Angenommen wird der neue Weg sehr gut.

Ein Weg für Radfahrer und Fußgänger, der unter der Gänstorbrücke die Donau entlang führt: Diese Idee wurde in Neu-Ulm jahrzehntelang diskutiert, wieder verworfen, neu ins Spiel gebracht und schließlich verwirklicht. Im Mai dieses Jahres wurde die Unterführung eröffnet. Ein halbes Jahr später hat nun der Finanzausschuss des Stadtrats mit der Abrechnung einen Schlussstrich unter das Projekt gezogen. Die Kosten beliefen sich letztlich auf insgesamt 1,7 Millionen Euro, von denen die Stadt Neu-Ulm 1,4 Millionen zahlen muss. Der Anteil der Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm (SWU) beträgt 300000 Euro.

Spundwände an der Donau in Neu-Ulm mussten tiefer eingerammt werden

Zu Beginn der Planungen hatte die Stadt noch mit Kosten in Höhe von 840000 Euro gerechnet. Nach der Schlussrechnung fünf Jahre später waren es mehr als doppelt so viel. Eine letzte überplanmäßige Ausgabe in Höhe von 150000 Euro hat der Ausschuss für Finanzen, Inneres und Bürgerdienste in seiner jüngsten Sitzung genehmigt. Für die erneute Kostensteigerung gab es mehrere Gründe. Zum einen war der Baugrund schlechter als gedacht, deshalb mussten die Spundwände tiefer in den Boden gerammt und teilweise Erdanker gesetzt werden. Damit Radfahrer und Spaziergänger keine nassen Füße bekommen, wurde nämlich unter der Gänstorbrücke ein 60 Meter langer Betontrog eingebaut. Insgesamt ist das neue Teilstück des Donau-Uferwegs 270 Meter lang.

Zum anderen gab es bei den Arbeiten unvorhergesehene Setzungen entlang der Häuser am Donauufer, deshalb musste dort der Weg provisorisch gesichert und später in größerem Umfang wieder hergestellt werden. Das Bodenmaterial konnte aufgrund seiner schlechten Beschaffenheit nicht weiterverwendet werden. Es wurde deshalb weggebracht und entsorgt. Weil der Aushub zudem höher kontaminiert war als erwartet, trieb das die Kosten zusätzlich in die Höhe.

Polizei Neu-Ulm: Unterführung bringt mehr Sicherheit

Aus Sicht der Polizei hat sich die Investition gelohnt. „Das war ein guter Schritt zu mehr Verkehrssicherheit“, sagte Werner Lipp, Sachbearbeiter Verkehr bei der Polizeiinspektion Neu-Ulm. „Und es wird gut angenommen, ist unsere Beobachtung.“ Das ist auch die Erfahrung bei der Neu-Ulmer Stadtverwaltung. Exakte Zahlen lägen zwar nicht vor, doch klar sei, dass der neue Weg stark frequentiert werde, sagte Pressesprecherin Sandra Lützel. Tendenziell werde er mehr von Radfahrern als von Fußgängern genutzt. Die können jetzt gefahrlos die Donau entlang fahren, ohne die Gänstorbrücke überqueren zu müssen. Anders als auf Ulmer Seite gibt es in Neu-Ulm in der Verlängerung des Geh- und Radwegs nämlich keine Ampel. Weil so gut wie niemand den Umweg über den Augsburger-Tor-Platz in Kauf nehmen wollte, eilten Fußgänger und Radler früher einfach über die viel befahrene Straße. Das konnte gefährlich werden. Seitdem es die Unterführung gibt, queren nur noch wenige Passanten die Straße an dieser Stelle. Von den vier Spuren auf der Brücke sind momentan zwei aus Sicherheitsgründen gesperrt (wir berichteten). Das wird voraussichtlich so bleiben, bis das marode Bauwerk abgerissen und durch einen Neubau ersetzt wird.

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