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17.06.2009

Unterschiedliche Aussagen bringen Prozesslawine ins Rollen

Senden/ Neu-Ulm (boz) - Für einen 42-jährigen Portugiesen geht es Ende Juni vor dem Neu-Ulmer Amtsgericht um viel. Was im März mit einem Prozess wegen einer möglichen Trunkenheitsfahrt begonnen hatte, wuchs sich inzwischen zu einem regelrechten Prozessgeflecht aus.

War er zum ersten Termin nicht erschienen, so kamen beim zweiten Termin noch zwei Verfahren hinzu, die sich auch schon in den Mühlen der Justiz befanden. Beim zweiten Termin beim Einzelrichter in der Person von Amtsgerichtsdirektor Dr. Bernt Münzenberg ging es auch nicht viel weiter. Hatte der doch auf ein Geständnis gehofft. Vielmehr mussten Zeugen geladen werden, um die Version des Angeklagten zu stützen.

Laut Anzeige der Besatzung eines Streifenwagens der Sendener Polizei war der Angeklagte in der Nacht zum 1. Februar mit seinem Opel aufgefallen, weil er den Beamten mit aufgeblendeten Scheinwerfern entgegen kam. Die Polizisten wendeten und nahmen die Verfolgung auf, verloren den Wagen kurz aus den Augen und sahen ihn später - so ihre Aussage - am Ende einer Straße einparken.

Der Angeklagte hat eine andere Version. Er will mit Freunden in einer Kneipe gewesen sein, ehe er sich in sein Auto zurückzog, um etwas Ruhe zu finden. Wie die spätere Blutprobe ergab, hatte der Portugiese kräftig getankt. 1,95 Promille Blutalkohol wurden festgestellt. Das Auto habe er nicht bewegt. "Das, was ich nicht getan habe, muss ich nicht gestehen", sagte er dem Richter.

Unterschiedliche Aussagen bringen Prozesslawine ins Rollen

Zwei weitere Anklagen

Inzwischen kamen noch zwei Anklagen hinzu. Einmal wegen Diebstahl und ganz aktuell aus dem April dieses Jahres Widerstand gegen Polizeibeamte inklusive Beleidigung. Auch wenn sich inzwischen abzeichnet, dass die Anklage wegen Diebstahls wohl nicht zu halten ist - der angeblich bestohlene Rollstuhlfahrer steht nicht mehr zu der Anzeige - so hat der 42-jährige Portugiese schon eine ganze Latte von Vorstrafen. 19 Einträge finden sich, zumeist einschlägige wie fahrlässige Trunkenheit im Verkehr, im Bundeszentralregister.

Der Verteidiger des Portugiesen, Mihael Milosevic, folgt noch dessen Strategie. Ansonsten wird es wirklich eng für den 42-Jährigen, denn er muss damit rechnen, ins Gefängnis zu gehen, denn er steht noch unter Bewährung.

Ein anderer Aspekt ist aber auch wichtig. Sollte der Angeklagte freigesprochen werden, wären die beiden Zeugen in der Klemme, denn sie - Beamte - hätten eventuell eine falsche Aussage gemacht. Wird der 42-Jährige dagegen verurteilt, kann er zusätzlich deswegen belangt werden, weil der die Glaubwürdigkeit der Beamten angezweifelt hat.

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