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01.09.2020

VR-Bank schließt zwei Filialen

Aus für Straß und Gerlenhofen

Und wieder wird das Filialnetz eines Geldhauses ein bisschen dünner. Die VR-Bank Neu-Ulm hat jetzt mitgeteilt, dass sie ihre Zweigstellen in Straß und in Gerlenhofen aufgibt. Stichtag dafür ist der 15. Dezember. Danach müssen sich die Kunden aus Straß nach Nersingen begeben und die aus Gerlenhofen nach Senden. Somit bleiben zum Ende des Jahres von bisher 16 Filialen der VR-Bank nur noch 14 übrig. Dafür soll aber eine andere aufgewertet werden.

Wie es in einer jetzt verbreiteten Erklärung heißt, lege die regional verwurzelte Genossenschaftsbank seit jeher großen Wert auf die Nähe zu den Menschen, andererseits sei sie auch verpflichtet, „mit der Zeit Schritt zu halten, betriebswirtschaftliche Grundsätze zu beachten und sich strategisch zukunftsfest auszurichten“. Nach „sorgfältiger Analyse und intensiven Überlegungen“ hätten sich Vorstand und Aufsichtsrat entschieden, die Geschäftsstellen Straß und Gerlenhofen dichtzumachen, um zukünftig die Kundenbetreuung und Serviceleistungen in den sogenannten Service- und Beratungscentern in Nersingen beziehungsweise Senden zu bündeln. Darüber hinaus werde der Standort in Nersingen in den kommenden Wochen umgebaut, um dort ab Ende November als Ergänzung zum Serviceschalter auch den Videoservice VR-SISy anbieten zu können.

Als Gründe für die Schließung führt die Bank Argumente ins Feld, die in jüngster Vergangenheit immer wieder zu hören waren, wenn ein Geldhaus Zweigstellen aufgab. Dazu gehören „überproportionale Kosten für den Erhalt kleinerer Standorte“, die von der Europäischen Zentralbank verantwortete „Negativzins-Situation“ und die „rückläufige Kundenfrequenz“.

Die VR-Bank hat in den vergangenen Monaten die Situation der beiden kleineren Standorte in Straß und Gerlenhofen ausführlich analysiert, wie sie betont. Hierbei seien viele Kriterien wie beispielsweise die örtliche Lage, die Erreichbarkeit, die Nähe zu umliegenden Geschäftsstellen, die Kundenfrequenz sowie die Anforderungen zeitgemäßer Arbeitsplätze genauer untersucht worden. „Die Ergebnisse der Analyse können wir, auch wenn es uns schwerfällt, bei einer näheren wirtschaftlichen Gesamtbetrachtung nicht ausblenden. Zudem wären nun, sowohl in Straß als auch erneut in Gerlenhofen, Investitionen in Ausstattung und Technik notwendig geworden“, erklärt Vorstandsmitglied Steffen Fromm. Die vier betroffenen Beraterinnen werden anderweitig eingesetzt.

Wenn die zwei Geschäftsstellen dicht sind, müssen die Kunden weitere Wege in Kauf nehmen. Dennoch seien es von Straß nach Nersingen oder von Gerlenhofen nach Senden „nur wenige Minuten mit dem Auto oder öffentlichen Verkehrsmitteln“. Zugleich unternehme die VR-Bank große Anstrengungen, um schnell und einfach auf allen Wegen, beispielsweise auch über Video-Beratung, erreichbar zu sein. In Einzelfällen könnten die Berater auch zu den Kunden nach Hause kommen.

Um den Standort in Nersingen umzubauen, muss die Filiale für mehrere Wochen komplett geschlossen werden. Aus diesem Grund weiche das Service- und Beratungsteam solange auf die umliegenden Geschäftsstellen aus. Während des Umbaus sei zudem die kostenlose Bargeldabhebung an einem mobilen Geldausgabeautomaten vor dem Gebäude möglich. Die Wiedereröffnung der VR-Bank in Nersingen ist für Ende November dieses Jahres vorgesehen.

Die Sanierung des Büro- und Bankgebäudes an der Kleinen Donau in der Neu-Ulmer Marienstraße ist nach langwierigen Arbeiten nun abgeschlossen. Die VR-Bank entwickelt derzeit ein neues Nutzungskonzept für die Räume. (az)

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