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Prozess in Ulm

19.06.2017

Vater wollte Sohn und sich töten - doch nur der Sechsjährige starb

In Ulm wird dem Mann nun der Prozess gemacht. Die Anklage lautet: Mord.
Bild: Arne Dedert (dpa), Symbol

Ein 42-Jähriger wollte seinen Sohn und sich umbringen - er selbst überlebte, der Sechsjährige nicht. Nun steht er in Ulm vor Gericht.

Ab kommenden Mittwoch wird vor dem Schwurgericht in Ulm ein dramatischer Fall verhandelt. Sechs Verhandlungstage hat der Vorsitzender Richter am Landgericht Gerd Gugenhan angesetzt um herauszufinden, was wirklich am Abend des 10. Juli vergangenen Jahres in Munderkingen (Alb-Donau-Kreis) geschah.

Die Anklagebehörde wirft dem Mann vor, seinen sechs Jahre alten Sohn beim Versuch, sich selbst das Leben zu nehmen, getötet zu haben. Die Anklage bewertet die Tat als Mord, weil der Täter gegenüber dem ahnungslosen Kind heimtückisch gehandelt habe.

So soll er in seinem Schlafzimmer, in welchem sich auch sein Sohn bereits schlafend aufgehalten habe, einen Holzkohlegrill entzündet haben, um sich und seinen Sohn durch die entstehenden Kohlenmonoxidgase zu töten. Das Kind starb wohl bereits in der Nacht von 10. auf 11. Juli 2016, während der Mann am 13. Juli 2016 in benommenem Zustand aufgefunden und schließlich gerettet wurde.

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Der Angeschuldigte kam zunächst in Untersuchungshaft, wo sich sein gesundheitlicher Zustand aufgrund der erlittenen Vergiftung rapide verschlechterte. Schließlich wurde er zum Pflegefall. Sein gesundheitlicher Zustand besserte sich jedoch wie berichtet überraschend, sodass Gutachter nun seine Haft- und Verhandlungsfähigkeit feststellten.

Hintergrund für die Tat dürfte eine Sorgerechtsstreitigkeit des Angeschuldigten mit seiner geschiedenen Ehefrau sein.

Der Sohn lebte bis dahin bei ihm und sollte offenbar zur Mutter ziehen. Nach vorläufiger Einschätzung des psychiatrischen Sachverständigen ist auch davon auszugehen, dass der 42-Jährige zum Tatzeitpunkt voll schuldfähig war. NUZ

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