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Ulm/Neu-Ulm

06.12.2020

Venet-Haus in Neu-Ulm steht vor ungewisser Zukunft

Die bundesweit bekannte Kanzlei Schneider Geiwitz & Partner wechselt nach Ulm. Unklar ist, was mit dem Stammsitz in Neu-Ulm passiert.

Plus Die Neu-Ulmer Kanzlei Schneider Geiwitz & Partner plant den Umzug nach Ulm in eine Ex-Hochschule an der Donau. Unklar ist deswegen, was mit dem Stammsitz passiert.

Eine der profiliertesten Adressen in der Neu-Ulmer Innenstadt wechselt nach Ulm: Die Neu-Ulmer Kanzlei Schneider Geiwitz & Partner plant, das ehemalige Gebäude der Hochschule für Kommunikation am Donauufer zu beziehen. Zudem wurde auf der Sitzung des Gestaltungsbeirats der Stadt Ulm bekannt, dass die Kanzlei eine massive Erweiterung plant.

Hier, in das ehemalige Hochschulgebäude am Ulmer Donauufer, wechselt die Großkanzlei Schneider Geiwitz & Partner.

In der Sitzungsvorlage ist die Rede von einem „bisher in Neu-Ulm ansässiges Unternehmen“, was darauf schließen lässt, dass es sich um einen Umzug und nicht die Eröffnung einer weiteren Zweigstelle handelt. Auf Anfrage unserer Zeitung sagt Claus Baier, geschäftsführender Gesellschafter der Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft, dass er noch keine Auskunft geben könne, was mit dem Standort an der Ecke Bahnhofstraße/Reuttierstraße geschehe. Dies müsse noch mit sämtlichen Gesellschaftern abgestimmt werden. Der Umzug solle jedoch in drei Jahren erfolgen.

SGP Schneider Geiwitz mit Sitz in Neu-Ulm hat insgesamt 350 Mitarbeiter und 24 Standorte

Die Planungen laufen auf Hochtouren, weshalb das Millionenprojekt nun dem Gestaltungsbeirat vorgelegt wurde. „Auf einem der reizvollsten Bauplätze der Stadt Ulm“, wie es Markus Neppl, der Vorsitzende des Beirats ausdrückte, investiert der Unternehmensverbund SGP Schneider Geiwitz mit 350 Mitarbeitern an 24 Standorten. Im Gleisdreieck zwischen den Bahnlinien Ulm-München und Ulm-Lindau baute das Architektenbüro Nething vor etwa zehn Jahren das Gebäude der privaten „Hochschule für Kommunikation und Gestaltung“. Für die Hochschule in bester Lage lief es nie rund. Da sie „den wissenschaftlichen Maßstäben einer Hochschule nicht entspricht“, wurde ihr vorübergehend die Zulassung entzogen.

Aus dem Hochschulgebäude am Ziegelländeweg soll nun ein Verwaltungsgebäude für die Kanzlei werden. Um an diesem Standort ausreichend Platz für etwa 170 bis 200 Mitarbeiter zu schaffen, ist ein zweites Gebäude geplant. Außerdem soll ein gastronomischer Bereich entstehen, der sowohl als Kantine als auch öffentliches Restaurant genutzt werden kann.

Neubau am Donauufer als Chance für Ulm

Architekt Neppl bezeichnete es als Chance für Ulm, dass für den prägnanten Bau an der Donau mit der Kanzlei ein neuer Nutzer gefunden wurde. Auch die zusätzliche Bebauung des hinteren Bereichs sei ein Gewinn, nachdem hier ein „Unort“ – eingezwängt zwischen zwei Bahnlinien – nur attraktiver werden könne.

Geplant ist laut Architekt Axel Nething der Abriss des oberen Stockwerks des Bestandsgebäudes, weil die dortigen Werkstätten nicht für Büros geeignet seien. Der Neubau soll eine Bruttogrundfläche von 3.000 Quadratmetern umfassen und baulich nicht mit der Ex-Hochschule verbunden sein. Erste Entwürfe eines Quaders mit sechs Obergeschossen waren den Architekten des Beirats nicht elegant genug. „Der Reiz fehlt noch“, sagte Neppl. Als Anregung gab er mit, die ausladende Treppe, die zur Donau führt, „zum Leben zu erwecken.“

Was passiert mit der Venet-Galerie in Neu-Ulm?

Zu neuem Leben erweckte einst die aufstrebende Kanzlei das wenig einladende Eck Bahnhofstraße/Reuttierstraße. Denn der 37 Meter hohe Bogen aus rostrotem Stahl, der seit 2007 die Fassade des Gebäudes von Schneider Geiwitz & Partner ziert, ist so etwas wie ein Neu-Ulmer Wahrzeichen geworden. Der Künstler heißt Bernar Venet, was zur inoffiziellen Bezeichnung Venet-Haus führte.

1972 gründete Werner Schneider als Wirtschaftsprüfer und Steuerberater die Kanzlei und begründete später in Neu-Ulm eine Kunstsammlung. Die daraus hervorgegangene Venet-Haus-Galerie wurde 2007 in Neu-Ulm gegründet. Ein Wechsel der Venet-Galerie , die sich direkt neben dem Stammsitz befindet, nach Ulm wäre – neben dem Verlust von Steuereinnahmen – ein weiterer Verlust für Neu-Ulm im Falle eines kompletten Umzugs.

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