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Neu-Ulm

05.10.2016

Verbissener Streit um Zigarette auf dem Holzschwanger Dorffest

Zigarette in Hand, Großaufnahme
Bild: Jakob Stadler

Auf dem Holzschwanger Dorffest gerieten zwei Betrunkene aneinander – zum Einsatz kamen Fäuste und Zähne.

Eine Zigarette war der Grund, warum zwei junge Männer auf dem Holzschwanger Dorffest aufeinander losgegangen sind. Die beiden Raufbolde haben sich offenbar nicht nur gegenseitig in den Schwitzkasten genommen, sondern haben zu härteren Mitteln gegriffen, um sich ihre gegenseitige Abneigung zu zeiten: Sie haben sich gegenseitig gebissen. So aggressiv die beiden in der Mai-Nacht aufeinanderen losgegangen sind, so schamvoll begegneten sie sich wiederrum gestern im Gerichtssaal des Neu-Ulmer Amtsgericht, wo sie die Nacht im Festzelt Revue passieren ließen – beziehungsweise das, was davon noch in Erinnerung blieb.

Der vorbestrafte 22-Jährige aus Weißenhorn und sein etwa gleichaltriger Kontrahent aus Illertissen sind sich vor der Tatnacht noch nie über den Weg gelaufen. Doch eines verbindet die beiden offenbar: Sie trinken gerne über den Durst. Der Angeklagte ist eigenen Angaben zufolge bereits angetrunken vom „Vorglühen“ mit Freunden zum Festzelt im Neu-Ulmer Stadtteil gekommen. Nachdem der dort noch einmal „zwei Maß Bier und fünf Schnäpse“ getrunken hatte, sei er mit einem Freund zum Rauchen nach draußen gegangen. Als ihm ein Partygast aufgefallen war, der sich im Zeltinneren bereits verbotenerweise seine Zigarette angezündet hatte, glaubte er, diesen maßregeln zu müssen: „Ich hab’ zu ihm gesagt: ,Im Zelt wird nicht geraucht’.“ Was dann passiert ist, konnte vor Gericht nicht mehr so recht rekonstruiert werden – wohl aufgrund von alkoholbedingten Erinnerungslücken beider Streithähne am Tatabend. Zeugen haben beobachtet, wie sich beide gegenseitig in den Schwitzkasten genommen haben und der Angeklagte in den Finger gebissen worden ist.

Das vermeintliche Opfer gab zudem an, in den Hals gebissen worden zu sein. Eine Fast habe er auch in seinem Gesicht gespürt. Was beide noch sicher wussten: Irgendwann seien sie raufend am Boden gelegen, ehe Sicherheitsleute sie auseinander gezogen haben.

Nur vier Tage nach der Tat hat sich der Gemaßregelte bei seinem Angreifer gemeldet – via Freundschaftsanfrage bei Facebook. Richter Thomas Mayer nannte das gestern „elektronische Mediation“. Weil nicht ganz klar war, wer hier wen im Suff angegriffen hatte, ließ er das Verfahren gegen eine Geldbuße von 1500 Euro an die Lebenshilfe Donau/Iller einstellen. (kat)

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