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Wiblingen

30.08.2019

Verein "Ulm Surfing" macht die Iller sauberer

Halten Ausschau nach Abfall: Der Verein „Ulm Surfing“ hat zum „River Clean-up“ an die Illerbrücke aufgerufen. Ausgerüstet mit Müllsäcken, Handschuhen und Greifern machten sich Maileen Kleß (vorne im Bild) und die anderen Vereinsmitglieder sowie weitere Helfer an die Arbeit.
Bild: Horst Hörger

Der Verein „Ulm Surfing“ hat zum „River Clean-up“ aufgerufen und in und entlang der Iller Abfall gesammelt. Die Idee dazu kam durch eine Aktion zweier Mitglieder.

Die Sonne scheint vom wolkenlosen Himmel herab, und viele Menschen genießen das gute Wetter am Kiesstrand an der Illerbrücke in Wiblingen: Während sich manche auf einem Handtuch bräunen, wagen sich andere für eine kurze Erfrischung in den Fluss. Und mittendrin sind da Menschen, die an diesem Nachmittag etwas ganz anderes als Sonnenbaden im Sinn haben: Ausgerüstet mit Handschuhen, Greifern und blauen Säcken halten sie Ausschau nach allem, was oft am Kiesstrand zurückbleibt – Zigarettenstummel, Taschentücher und allerlei anderer Müll. „River Clean-up“ heißt die Aktion, die Verein „Ulm Surfing“ am späten Mittwochnachmittag veranstaltet hat.

Die Illerbrücke ist ein beliebter Treffpunkt der Surfer und Mitglieder des Vereins. Viele von ihnen, erzählen sie, haben sich hier zufällig kennengelernt. „So ein Hobby verbindet einfach unglaublich“, findet Maileen Kleß, die das Surfen vor vier Jahren für sich entdeckt hat. Dass in und entlang der Iller jede Menge Abfall liegt, hat die Gruppe bei ihren Treffen schon immer bemerkt: „Wenn wir hier sind und sehen irgendwo Müll, nehmen wir den einfach mit und schmeißen den bei uns zuhause weg“, erzählt Gabriel Geiselhart, Vorstandsmitglied bei „Ulm Surfing“. Er betont: „Wenn alle Leute hier weg sind, ist der Strand trotzdem voll – mit Müll.“ Das schade natürlich der Umwelt, dem Fluss – und kann je nach Art des Abfalls auch für Badegäste und Surfer gefährlich werden. So wie der alte Bauzaun, der unter der Illerbrücke im Fluss liegt – und den der Verein bei diesem River Clean-Up aus dem Wasser holen will.

Verein "Ulm Surfing" veranstaltet Müllsammelaktion an und in der Iller

Die Idee für das große Aufräumaktion kam auf, nachdem zwei der Mitglieder des Ulmer Vereins, die sich für eine stehende Welle auf der Blau hinter dem Kino Xinedome einsetzen, ein paar Tage nach dem Nabada spontan Müll aus der Donau gesammelt haben. „Da gab es auch relativ viel Rückmeldung über Facebook“, erzählt Linus Reulein, ebenfalls Vorstandsmitglied. So sind an diesem Nachmittag auch einige Helfer dabei, die vorbei noch keinen großen Kontakt mit dem Verein hatten. Für das „River Clean-up“ arbeitet der Verein mit den Entsorgungs-Betrieben der Stadt Ulm (Ebu) zusammen. Von ihnen werden auch die Handschuhe, Müllsäcke und Greifer zur Verfügung gestellt. Am Ende werden die gefüllten blauen Säcke am Mülleimer beim Parkplatz an der Illerbrücke abgeholt.

Diejenigen, die an diesem Nachmittag am Kiesstrand entspannen, finden die Aktion gut. „Eigentlich sollte ja jeder seinen Müll mitnehmen. Aber ich finde das lieb – vielen Dank!“, sagt etwa ein Mann, der auf einem Klappstuhl sitzt. Manch einer hilft sogar gleich ein bisschen mit. „Halt, hier ist noch eine Scherbe“, sagt eine junge Frau, die Kleß hinterherläuft. Dann wandert das gefährliche Stück Abfall in den Müllsack. Die Aufmerksamkeit hat für den Verein gleich einen weiteren Vorteil – schließlich ist er gerade dabei, um Mitglieder zu werben.

Lesen Sie hier mehr zu den Plänen von Ulm Surfing: Stehende Welle soll ein Stück Hawaii nach Ulm bringen

Die Müllsammler brauchen gute Augen, denn der Abfall zwischen und unter den Kiessteinen kann leicht übersehen werden. Vor allem die Zigarettenstummel, von denen jede Menge in den Müllsack wandern. Dennoch sei dieses Mal an dem Kiesstrand wenig Unrat, Kleß weiß aber auch, woran das liegt: „Die Iller fließt derzeit sehr schnell und der Strom reißt da einiges mit.“ Weiter oben am Waldrand, vermutet sie, liege sicherlich mehr Müll. Damit hat die 22-Jährige recht: Nachdem sie 20 Minuten in einem Teil des angrenzenden Waldes unterwegs war, ist ihr Müllsack deutlich voller. „Ich habe jetzt ein komplettes Outfit“, sagt sie scherzhaft.

Am Ende sind nach einer Stunde Müllsammeln ein halbes Dutzend voller Säcke zusammengekommen, außerdem Metallschrott, den die Surfer aus der Iller gezogen haben. Vor allem unter der Autobahnbrücke sei noch einiges zusammengekommen, berichtet Kleß und sagt: „Da kann man auf jeden Fall wieder mal so eine Aktion machen.“ Und ein weiterer positiver Nebeneffekt, neben der nun sauberen Umgebung rund um die Iller: „Ich habe an dem Nachmittag viele neue Leute kennengelernt“, sagt Kleß.

Sie interessieren sich für Surfen? Derzeit gibt es eine stehende Welle in der Glacis-Galerie – und unser Redakteur hat sie ausprobiert: Wellenreiten in der Glacis-Galerie

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