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Senden

13.06.2018

Vereine brauchen mehr Platz zum Proben

Selbst die Not-Probenräume in der Wirtschaftsschule werden für die vielen Vereine langsam eng. 

Seit Jahren gibt es weniger Räume, in denen Musiker üben können. Vor allem seit die Stadt ohne Hinweis ein Schloss zum Probenraum ausgetauscht hat.

Es geht im Moment ziemlich beengt zu im Untergeschoss der Sendener Wirtschaftsschule: Drei Musikvereine nutzen dort gemeinsam einen einzigen Proberaum. Eigentlich hätte sich die Raumsituation nach den Sommerferien entspannen sollen – doch weil die Sanierung der Alten Schule am Kirchberg nun länger dauert als gedacht, bleibt die Situation für die Hobbymusiker wohl weiterhin prekär.

Platz für Vereine ist in Senden Mangelware. Das gilt für Sportler und Musikanten. Gingen schon mit dem Verkauf des früheren Schulgebäudes an der Ayer Hauptstraße Probe- und Trainingsräume verloren. Im Frühjahr mussten die nächsten Ensembles umziehen, weil in der Alten Schule auf dem Kirchberg Sanierungsarbeiten anliefen. Die sollten – so der Plan – bis zum Sommer abgeschlossen sein. Dann wäre der große Raum im Erdgeschoss wieder belegt worden: von der Musikvereinigung Senden-Ay-Oberkirchberg, die seitdem in der Wiss probt.

Die Vereine stehen immer bereit, wenn es sein muss

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Dass die Lage für die Musikanten in der Wirtschaftsschule momentan nicht einfach ist, macht ein offener Brief deutlich, den Michaela Bauhofer, langjährige Musikerin der Harmonia Wullenstetten, vor Kurzem im Sendener „Stadtboten“ veröffentlichte. „Ich will damit niemanden an den Pranger stellen, auch nicht die Stadt. Aber das musste einfach mal gesagt werden“, erklärt sie im Gespräch mit unserer Zeitung. Denn die Vereine stehen immer parat, wenn etwas zu tun sei, „aber wir brauchen auch Platz für unser eigentliches Hobby, das Musizieren“.

Aus ihrem Bericht wird deutlich, dass die Vereinsarbeit in den beengten Verhältnissen ein Balanceakt ist, zeitlich und räumlich. Immerhin ist es nicht nur ein Ensemble pro Verein, das die Proberäume nutzt – allein bei der Harmonia kommen acht Gruppen zusammen. Darüber hinaus muss im Proberaum vieles vor- und nachbereitet werden. Mit wachsenden Nutzergruppen, die alle von Instrumenten bis zu Noten etwas zu lagern haben, wird es zudem immer voller.

Verschärft hat sich die Situation, seit im zweiten Wiss-Proberaum die Schlösser ausgetauscht wurden. Der soll ab jetzt nur von der Musikschule genutzt werden, etwa für die Proben der Big Band. Das hatte zur Folge, dass die Musikvereinigung in den Harmonia-Raum umzog. Und dass es nun keinen zweiten Raum mehr gibt, in den die Vereine ohne weitere Absprachen ausweichen können. Etwa wenn verschiedene Stimmen separat üben müssen. Auch gab es bislang die Möglichkeit, seltener eingesetzte Schlaginstrumente aus dem hinteren Saal leihweise in den Proberaum zu holen, weil die Schlüssel für den Harmonia-Raum auch fürs andere Zimmer passten. Dass sie über den Schlossaustausch nicht informiert waren, stieß den Musikanten sauer auf.

Von ausgetauschten Schlössern überrascht

Auch der Schalmeien-Express Illertal wurde davon überrascht, berichtet Mitglied Stephanie Laub, „der hintere Raum fehlt uns jetzt. Ich bin echt gespannt, wie das weitergeht“. Zumal die Schalmeien – eigentlich – nur übergangsweise in der Wiss einquartiert worden seien. Das war aber bereits im Jahr 2009, als die Sanierung der Engelhartschule losging. Der dortige, von Nutzern gut frequentierte Probensaal, wurde nie ersetzt. „Eigentlich hat das Problem schon damals angefangen, es fallen immer wieder Proberäume weg“, meint Claus Zanker, Vereinschef der Musikvereinigung, „es wäre halt schön, wenn es noch einen Multifunktionsraum gäbe, zum Beispiel in einer der Schulen.“ Er hofft, dass sein Verein noch heuer an sein Wunsch-Probelokal auf dem Kirchberg umziehen kann.

Ob es so kommt, kann die Stadtverwaltung nicht beantworten. Weil in dem Altbau auf Beschluss des Bauausschusses im Obergeschoss mehr als 20 Leute proben sollen, bedarf es eines zweiten Fluchtwegs – und eines Genehmigungsverfahrens, das könne dauern. In der Zwischenzeit sei eine „intensivere Raumnutzung“ vonnöten, formuliert es Geschäftsbereichsleiter Walter Gentner. Über die Verlängerung des Raum-Engpasses werde die Stadt mit den Vereinen sprechen. Sei der aktuelle Weg für die Musiker nicht länger tragbar, „müssen wir eine andere Lösung suchen“.

„Uns ist sehr an einem guten Miteinander gelegen“, betont auch Harmonia-Vorsitzender Stefan Theobald, er stehe für Gespräche bereit. Immerhin: Wenn alles optimal läuft, so Gentner, werde die Alte Schule bis zum Jahresende fertig sein.

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