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01.07.2010

Vereine müssen draußen bleiben

Ist mit der Sportpolitik nicht einverstanden: Andreas Werther. Foto: arc
Bild: arc

Elchingen Die Ansage war klar und deutlich: Der Sportverein Oberelchingen vermietet sein Vereinsheim künftig nicht mehr an andere Vereine aus der Gemeinde. Dies ist sozusagen die Trotzreaktion des SVO-Vorsitzenden Andreas Werther. Und zwar darauf, dass sein Vorschlag, die Gemeinde solle dem Verein für die Fremdnutzung durch andere Elchinger Vereine in Zukunft eine pauschale Entschädigung in Höhe von 5000 Euro pro Jahr zahlen, vom Gemeinderat sang- und klanglos abgeschmettert wurde. Denn das brachte Werther regelrecht auf die Palme: "Der Antrag lag neun Monate lang beim Bürgermeister, um dann auf Antrag der CSU ohne irgendeine Diskussion einstimmig abgelehnt zu werden", sagt er. "Das war der reinste Hohn." Daraufhin habe der Vorstand im März beschlossen, die Sportstätte nicht mehr zu vermieten.

Ausbaden muss diesen Entschluss nun zunächst einmal der Unterelchinger Karnevalsverein, der "auf Gedeih und Verderben" auf das Vereinsheim angewiesen ist, wie Präsident Jürgen Merz sagt. Der UECV ist immer im November Gastgeber eines großen Tanzturniers für Garden, Gruppen und Solisten mit über 600 Aktiven. Die kommen unmöglich alle in der Brühlhalle unter, deshalb wird auch das Vereinsheim benötigt. "Wenn wir das Turnier jetzt aber absagen, wären wir es für immer los, weil schon zehn andere Vereine Schlange stehen, die es haben wollen", befürchtet Merz.

Wether zeigte sich daraufhin entgegenkommend. "Ich habe ihm gesagt, ich lasse ihn nicht im Regen stehen." Für 750 Euro pro Tag könne der UECV das Vereinsheim mieten - macht 2250 Euro. "500 Euro pro Tag sind das Minimum, um unsere Kosten zu decken", sagt Werther. "Dazu haben wir den Aufwand, dass wir Trainingsstunden und eigene Veranstaltungen in dieser Zeit auslagern müssen." Gleichzeitig habe er Merz darauf hingewiesen, dass er bei der Gemeinde einen Antrag auf Mietzuschuss stellen könne. Das sei zwar umständlich, aber die Gemeinde habe es ja nicht anders gewollt. "Der elegantere Weg wäre sicherlich, die Gemeinde würde uns einen Betriebskostenzuschuss zahlen." Die anderen Vereine bekämen schließlich auch Zuschüsse - "halt über Hintertürchen", sagt Werther. "Und der SVO will das eben offiziell machen."

Denn eigentlich geht es Werther um die Sportpolitik der Gemeinde, die ihm schon lange ein Dorn im Auge ist. "Die drei Elchinger Sportvereine werden definitiv ungleich behandelt." Bürgermeister Joachim Eisenkolb hielte es dagegen für eine Ungleichbehandlung, wenn man dem SVO einen Betriebskostenzuschuss zahle. Das wäre gegenüber den Vereinen ungerecht, die das Vereinsheim gar nicht nutzen - oder ihre eigenen Räumlichkeiten anderen umsonst zur Verfügung stellen. Andreas Werther kritisiert außerdem, dass es "keine Rahmenbedingungen für den Sport" gebe. Unter anderem stört den SVO-Vorsitzenden, dass die gemeindeeigene Brühlhalle an zu vielen Spieltagen der Basketballer wegen anderer Großveranstaltungen belegt ist.

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"Es kann nicht sein, dass die Gemeinde die Halle für ein Fest vergibt und die dann zwei Tage besetzt ist." Am Samstag oder Sonntag müsse - trotz der Auf- und Abbauarbeiten - Platz für ein Basketball-Spiel sein. Das haben die Vereine auch so mit der Gemeinde vereinbart, sagt Werther. "Doch die hat sich nicht daran gehalten und die Halle wieder für komplette zwei Tage vergeben." Und dafür hat Werther, der die Auffassung vertritt, dass Sportstätten allein dem Sport zur Verfügung stehen sollen, kein Verständnis.

Was die Uneinigkeiten zwischen SVO und UECV betrifft, hat Bürgermeister Eisenkolb angeboten, die Vermittlerrolle zu übernehmen. Denn es wäre zu bedauern, wenn das bisher gute, von Nachbarschaftshilfe geprägte Verhältnis der Vereine untereinander durch Interessen einzelner Personen belastet werden würde. Darauf kann Werther aber getrost verzichten: "Es gibt nichts zu klären." Das klingt bei Jürgen Merz anders: "Es wird sicherlich eine Einigung geben, fraglich ist nur, welche", sagt der nämlich.

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