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Publikumsbefragung

24.09.2016

Verhaltener Beifall für Puccini-Oper im Theater Ulm

Will das Leben voll auskosten: Edith Lorans als Manon Lescaut in der Ulmer Inszenierung der gleichnamigen Oper.
Bild: Hermann Posch

Langatmig und mit unschlüssiger Handlung: Zuschauer äußern sich wenig begeistert zu „Manon Lescaut“-Premiere

Verhaltener Beifall beendete die Spielzeitauftakt-Premiere am Theater Ulm mit Matthias Kaisers Inszenierung der Puccini-Oper „Manon Lescaut“. Ungewöhnlich wenige Premierenbesucher waren im Anschluss bereit, der NUZ ihre Eindrücke der Oper im Bühnenbild von Detlev Beaujean zu schildern.

„Ich fand die Inszenierung nicht so toll“, sagt die Ulmerin Veronika Eisenmann. „Wenn ich das Libretto nicht vorher gelesen hätte, hätte ich keine Ahnung gehabt, was auf der Bühne passiert, und die Inszenierung hätte sich mir nicht erschlossen.“ Dies liege vor allem daran, dass der gesungene Text an manchen Stellen nicht das schildere, was die Sänger in einer Szene gerade tun. Nach der Pause, so der Eindruck der Ulmerin, habe sich die Dichte der Aufführung gesteigert. „Aber ich habe mich im Lauf des Abends öfter gelangweilt. Da ist vieles doch etwas zäh und langatmig. Begeistert war ich nicht.“

„Der zweite Teil des Abends war gelungen“, lobt Peter Geyer. „Der Schluss gelang Edith Lorans und Eric Laporte sogar grandios. Der Beginn war dagegen schwächer.“ Um die Inszenierung deuten zu können, brauche man Zeit. „Das Bühnenbild der Schlussszene sollte wohl das zerstörte Aleppo darstellen“, vermutet er.

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Positiv bewertet Wolfgang Oser aus Laupheim den Abend. „Aleppo als Ort des Todes, so habe ich das begriffen.“ Allerdings frage er sich, was Puccini wohl zu seiner Zeit mit dieser Oper selbst ausdrücken wollte. „Die Kirchenkritik mit den Kardinälen finde ich zeitgemäß und richtig“, sagt er.

„An den Sängern habe ich nichts auszusetzen. Sie waren hervorragend“, sagt der Ulmer Heinz Maier. Auch das Bühnenbild bekomme sein Ok. „Aber was mir in dieser Inszenierung völlig gefehlt hat: Leidenschaft.“ Die Inszenierung mache teilweise sehr große Sprünge, die nicht schlüssig sind. „Es erschließt sich zum Beispiel absolut nicht, warum Des Grieux Manon anders als im Original mit einer Spritze tötet. Und dass er ein ganzes Stück weit wegsteht von ihr, während sie in seinen Armen sterben soll und sich nach seinen Küssen sehnt“, sagt Maier. Er habe in der Vergangenheit eine ihm persönlich schlüssigere Interpretation der Oper gesehen.

„Puccini hat wahrscheinlich selten solchen Käse erzählt wie in dieser Oper“, vermutet Tabea Aust. „Das ist eine hanebüchene Geschichte, die ich – unabhängig von der Inszenierung selbst – überhaupt nicht nachempfinden kann.“ Im zweiten Akt habe sich die Aufführung dann deutlich gesteigert. „Da kam dann auch etwas Gefühl ‘rüber“.“

„Das Orchester und die Stimmen der Sänger möchte ich ausdrücklich loben, und auch mit dem Bühnenbild konnte ich gut“, sagt Anita Müller aus Oberthalfingen. „Es hat mir gefallen, und es war ein schöner Abend.“ Bis zur Pause habe sie die Inszenierung aber als langatmig empfunden. „Nach der Pause löste sich das dann aber auf und es wurde wesentlich besser.“

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