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Neu-Ulm

24.12.2020

Vermisste Kinder, Leben gerettet: Wasserwacht Neu-Ulm zieht Bilanz für 2020

Die Ortsgruppe Neu-Ulm der Wasserwacht hatte in diesem Jahr einige Einsätze zu bewältigen. Ab Sommer waren auch wieder Übungen möglich.
Bild: Wasserwacht

Zwei Menschen konnten im Einsatzjahr 2020 nur noch tot geborgen worden. Wie die Wasserwacht-Ortsgruppe Neu-Ulm das Corona-Jahr gemeistert hat.

Das Jahr 2020 stellte die Mitglieder der Wasserwacht vor große Herausforderungen – auch die Ortsgruppe Neu-Ulm. Praktisch über Nacht wurde ein Trainingsbetrieb unmöglich, alle geplanten Aus- und Weiterbildungen konnten nicht durchgeführt werden.

Um den Einsatzbetrieb der Schnelleinsatzgruppe wie gewohnt sicherstellen zu können, mussten schnellstens Hygienepläne und Durchführungsrichtlinien für Wasserrettungseinsätze erarbeitet und verbindlich verabschiedet werden. Auch entsprechende zusätzliche Schutzkleidung musste beschafft und den Einsatzkräften zur Verfügung gestellt werden.

Unumgänglich waren Online-Schulungen, bei denen die Einsatzkräfte in die Benutzung und Auswahl der Schutzkleidung bei Behandlung von Covid-19-Patienten eingewiesen wurden. Die Hygieneregeln mussten bestmöglich für Wasserrettungseinsätze angepasst und festgelegt werden.

13 Einsätze für die Schnelleinsatzgruppe der Wasserwacht Neu-Ulm

Bis Ende November wurde die Schnelleinsatzgruppe Wasserrettung zu 13 Einsätzen gerufen. Bei den meisten Einsatzmeldungen waren Personen, die durch verschiedenste Gründe in Wassernot geraten waren, zu retten. Glücklicherweise konnten viele dieser verunfallten Personen, durch anwesende Passanten schon vor dem Eintreffen der Einsatzkräfte aus dem Wasser geborgen, oder zumindest an der Wasseroberfläche gesichert werden. Bei Einsätzen der Schnelleinsatzgruppe wurden 291,5 Stunden zu allen erdenklichen Tages- und Nachtzeiten erbracht.

Bei einem Einsatz musste ein Mann mit einem Motorrettungsboot von einem Badefloß geborgen und dem Rettungsdienst übergeben werden. Bei zwei Einsätzen konnten die untergegangenen Personen leider nur noch tot geborgen werden.

Bei den restlichen Einsätzen wurden Kinder und Jugendliche an Badeseen von ihren Eltern vermisst, sie konnten gesund aufgefunden und ihre erleichterten Eltern übergeben werden.

Wachsaison an den Badeseen unter Corona-Bedingungen

Mitte Mai begann die Wachsaison an den Badeseen in Ludwigsfeld und Pfuhl. Die Wachmannschaften mussten aufgrund der Corona-Richtlinien möglichst klein gehalten werden. An den Wachstationen wurden Abstandszonen eingerichtet, damit der nötige Abstand zu den Badegästen einhalten werden konnte. Beim Wachdienst konnten zwei Personen vor dem Ertrinken gerettet werden.

Bei 1641 Wachstunden leisteten die Wasserretter 168 Mal Erste Hilfe bei kleineren oder größeren Verletzungen. Sieben Mal musste der Rettungsdienst zur Unterstützung nachalarmiert werden. Nachdem sich gegen Ende des Sommers die Corona-Lage etwas stabilisiert hatte, konnten die Einsatzkräfte mit den erforderlichen Schutzmaßnahmen wieder Übungen der Schnelleinsatzgruppe durchführen. Themen waren Einsätze an schnell fließenden Gewässern und Einsatz von Tauchern und Wasserrettern an Wehranlagen. Diese Übung wurde am Illerkanal in Ludwigsfeld durchgeführt.

Als Mitte September der Trainingsbetrieb im Neu-Ulmer Hallenbad wieder aufgenommen werden konnte, keimte Hoffnung auf etwas Normalität auf. Die Corona-Richtlinien des Hallenbades schränkten den Übungsbetrieb jedoch erheblich ein. Und der zweite Lockdown traf die Wasserwacht hart – die Mitglieder hoffen auf ein besseres Jahr 2021. (az)

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