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29.06.2009

Viel Lob zum Abschied

Ulm (köd) - Als "Gesicht des DZOK" verabschiedete Ulms OB Ivo Gönner gestern den langjährigen Leiter des Dokumentationszentrums Oberer Kuhberg, Dr. Silvester Lechner, in den Ruhestand.

Gönner würdigte in dem vom - verstärkten - Orplid-Quartett und den beiden Künstlern Markus Munzer-Dorn und Sibylle Schleicher musikalisch gestalteten Festakt die aufklärerische Arbeit Lechners. Eine große Leistung in 19 Jahren als erster DZOK-Leiter, sei das bedingungslose Vertrauen, das sich Lechner für seine Person und in seine Arbeit erworben hatte.

Eine Festschrift, an der sich 33 Autoren aus Wissenschaft, Politik, Verwaltung, Medien, aus der Bürgerbewegung und der Gedenkstättenarbeit beteiligten, dankt Lechner für diese Arbeit. Sie versucht, sein leidenschaftliches Engagement und seine persönliche Zurückhaltung, die oft mühsame und schmerzliche Arbeit gegen Intoleranz nachzuzeichnen.

In einer bewegenden Rede verabschiedete sich Dr. Silvester Lechner beim Festakt vor einem großen Publikum, mit dem das DZOK verbunden ist, aus seiner Tätigkeit, ehe er die Schlüssel des DZOK und der Gedenkstätte an seine Nachfolgerin Dr. Nicola Wenge übergab.

Viel Lob zum Abschied

In seiner gehaltvollen "Verabschiedung zu Lebzeiten" beschrieb Lechner die Position der Gedenkarbeit zwischen oft verschämter Ablehnung im privaten Umfeld, beschrieben in Harald Welzers Buch "Opa war kein Nazi", und dem "Holocaust sells"-Trend der Filmindustrie, die den Nationalsozialismus als Kulisse für "scheinbar historische Filme" nutzt und trivialisierend zu einer für das Publikum kaum noch aufzulösenden Vermischung von Fiktion und historischer Wahrheit führe.

info: Der Festschrift-Band "Ulm, die KZ-Gedenkstätte und der Nationalsozialismus" erschien im Verlag Klemm&Oelschläger zum Preis von 17,80 Euro.

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