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Schadstoffe

28.03.2015

Viel Nitrat im Trinkwasser

Wegen hoher Messwerte schaut Roggenburg jetzt auf die Landwirtschaft

Nicht zu hoch, aber nahe am Limit: So lassen sich die jüngsten Messergebnisse der Nitratwerte im Roggenburger Trinkwasser beschreiben. Der Stoff wird in der Landwirtschaft als Dünger eingesetzt – im menschlichen Körper kann er unter Umständen zum gesundheitsschädlichen Nitrosamin umgewandelt werden. Auch wenn der gesetzlich als bedenklich eingestufte Grenzwert nicht überschritten wurde, sieht die Klostergemeinde nun Handlungsbedarf.

Der Roggenburger Brunnen versorgt die Ortsteile Meßhofen und Ingstetten mit, zuletzt wurden dort 44 Milligramm Nitrat pro Liter gemessen. Zum Vergleich: Im Brunnen in Biberach waren es 24,2 Milligramm, in Schießen (mit Schleebuch und Unteregg) 18,2 Milligramm. Der bundesweit empfohlene Richtwert liegt bei 25 Milligramm pro Liter, hieß es nun in einer Sitzung des Gemeinderats.

Der Grenzwert, bei dessen Überschreitung ein Brunnen saniert, oder ein Wasserschutzgebiet eingerichtet oder ausgeweitet werden muss, liegt bei 50 Milligramm. Dies machte das Wasserwirtschaftsamt klar, nachdem es den Eigenüberwachungsbericht der Gemeinde Roggenburg erhalten hatte.

Zunächst hatte das Amt undichte Stellen im Tiefbrunnen vermutet. Eine Untersuchung der Gemeinde ergab jedoch, dass dieser trocken ist. Jetzt soll die landwirtschaftliche Nutzung in der Umgebung untersucht werden – sie reiche bis dicht an den Brunnen heran, hieß es. Womöglich müsse ein Wasserschutzgebiet eingerichtet werden. Die Kommune hat das Wasserwirtschaftsamt und das Amt für Landwirtschaft Ernährung und Forsten in Krumbach um fachliche Beratung gebeten. Die bisher einjährlichen Messungen werden ab sofort monatlich stattfinden. In einem dreimonatigen Versuch wird der Wasserwart der Stadt Weißenhorn den Brunnen mitbetreuen. Da die Grenzwerte nicht überschritten werden, bestehe kein Grund zur Beunruhigung, hieß es vonseiten der Gemeinde. Bei Bedarf werde über die Ringleitung Wasser aus Biberach beigemischt, um die Konzentration des Nitrats zu verringern. (mde)

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