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Stadthaus

20.08.2013

Visionen für die Welt von morgen

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Interaktiv lädt die Ausstellung, die noch bis Sonntag in Ulm zu sehen ist, zur Beschäftigung mit Zukunftsprognosen ein.

Ausstellung „Ideen 2020“ zeigt, wie Wissenschaft unser Leben verändern könnte

Ulm Sie mache konkret, was in der Ulmer Wissenschaftsstadt gearbeitet wird, sagte Finanzbürgermeister Gunter Czisch bei der Eröffnung der Ausstellung „Ideen 2020 – ein Rundgang durch die Welt von morgen“ im Stadthaus. In der Wissenschaftsstadt, die Ulms größter Arbeitgeber ist und die Stadt unter die Top-10-Wirtschaftsstandorte in Deutschland brachte, entstand gerade ein neues Helmholtz-Institut für elektrochemische Energieforschung – sprich, für eine neue, leistungsfähige Batteriegeneration. Noch vor dem Jahr 2020 – so wurde bei der Ausstellungseröffnung laut – soll in der Ulmer Wissenschaftsstadt allerdings eine eigene Vision verwirklicht werden: ein medizinisches Helmholtz-Institut in Ulm. Immerhin sei die Region Ulm/Biberach die innovativste Europas.

Grüner Zement und Suche nach Fehlern im Erbgut

Die Mission der Helmholtz-Gemeinschaft ist es, durch Spitzenforschung Zukunft zu gestalten. In diesem Zusammenhang wandert die Ausstellung „Ideen 2020“ durch die Republik. Einer ihrer ersten Orte ist Ulm, wo die Ausstellung bis Sonntag, 25. August, zu sehen ist. Noch etwas mehr als sechs Jahre sind es bis zum Jahr 2020, und mit Prognosen ist es immer eine schwierige Sache. Dennoch muten viele der in der Ausstellung präsentierten Ideen hochinteressant und realisierbar an, andere sind wahrscheinlich in eine fernere Zukunft gesteckt, ein dritter Bereich darf sicher nicht nur aus wissenschaftlicher Sicht betrachtet werden wie die Suche nach Fehlern im Erbgut und die elektronische Speicherung von Gesundheitsdaten. Voll interessanter Visionen – vor allem für jüngere Besucher – steckt die Ausstellung dennoch. Das intelligente Zuhause, das Elektrogeräte dann in Gang setzt, wenn gerade reichlich Strom angeboten wird, der „grüne“ Zement, dessen Herstellungsverfahren den Kohlendioxidausstoß bei der Produktion halbieren kann, und neue Konzepte, um den Energiehunger der Zukunft zu stillen, laden zum Benutzen der Bildschirme in der Ausstellung und zur Lektüre der Visionen ein. Nicht verschwiegen wird manche Problematik, die in den Lösungsvisionen verborgen ist – in den empfindlichen Ökosystemen am Meeresboden und ihrem Schutz beispielsweise. Die Förderung der Manganknollen in der Tiefsee, die wichtige Rohstoffe enthalten, würde ein Ökosystem stören oder sogar zerstören.

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Bauen und Wohnen in der Zukunft, der Umbau der Energieversorgung, nachwachsende Rohstoffe, eine veränderte Sicht auf das Altern angesichts des demografischen Wandels und die Aufgaben der Demenzforschung, individualisierte Medizin mit beispielsweise neuen Peptid-Antibiotika, die Fabrik der Zukunft sind an Stelen und Tischen im Stadthaus visionäre Zukunftsoptionen, die der Ausstellungsbesucher mit dem fiktionalen IT-Spezialisten Finn Peeters in Neopolis besuchen kann. Manche Idee verleitet zum Nachdenken: Die Solarzelle als kostengünstige Folie auf dem Fenster beispielsweise mag 2020 noch nicht auf dem Markt sein, eine interessante Option wäre sie auf alle Fälle.

Andere Visionen wie das Oldie-gegen-Enkel-Match, währenddessen Eltern weißhaarigen Experienced Guides lauschen und die Seniorin ihre dritte Karriere als Modedesignerin startet, wirken rosa überzeichnet, zumindest für eine Gegenwart, die bereits in sechs oder sieben Jahren Realität sein soll.

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