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Landkreis Neu-Ulm

24.02.2016

Volks- und Raiffeisenbanken fürchten „Monster“

Helmut Graf (von links), Alois Spiegler (Vorsitzender) und Rudolf Seitz führen den Kreisverband der Volksbanken-Raiffeisenbanken an
Bild: VR-Bank

Die Bilanz der genossenschaftlichen Kreditinstitute stimmt. Allerdings gibt es auch Sorgen und Nöte.

Landkreis Eines der „Monster“ hat 145 Seiten und treibt den Vorständen Volks- und Raiffeisenbanken den Angstschweiß auf die Stirn. „Monster“ so nennt Alois Spiegler, der Kreisverbandsvorsitzende der Volks- und Raiffeisenbanken im Kreis etwa die Wohnimmobilienkreditrichtlinie, eine von unzähligen Vorgaben zur Beratungspflicht. Einer oft „unsinnigen Regulierungsflut“ sehen sich die sechs im Kreisverband zusammen geschlossenen Banken ausgesetzt.

Und ein Ende der Probleme scheint nicht in Sicht: Das geplante Europäische Einlagensicherungssystem (EDIS) etwa, verursacht aus Sicht des Kreisverbandes keinen Nutzen, aber nur Schaden. „Das ist so, als wenn ein Radfahrer Autobahnmaut zahlen müsste“, beschreibt Rudolf Veitz, Vorstand der Raiffeisenbank Holzheim. Die europäische Einlagensicherung enteigne die Volksbanken und verschlechtere letztlich den Sparerschutz in Deutschland.

Das sind jedoch die Probleme von Morgen für die regionalen Volks- und Raiffeisenbanken, EDIS ist noch nicht in trockenen Tüchern. Das vergangene Geschäftsjahr war trotz anhaltender Niedrigzinsphase ein gutes. „Wir sind stolz auf das Ergebnis“, sagt Helmut Graf von der Raiffeisenbank Iller-Roth-Günz, der wie Veitz stellvertretender Vorsitzender des Kreisverbandes ist. Der Grund für die Zufriedenheit: Das Betriebsergebnis liegt über einnem Prozent in Relation zur durchschnittlichen Bilanzsumme. Sowohl im Einlagengeschäft (plus 4,7 Prozent) als auch bei den Ausleihungen (plus 5,2 Prozent) konnten die Genossenschaftsbanken ein deutliches Wachstum im abgelaufenen Geschäftsjahr verzeichnen. Folglich sind auch die Bilanzsumme (plus 4,6 Prozent) und das Kundenge-schäftsvolumen (plus 4,7 Prozent) gestiegen.

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Die Zahl der betreuten Kunden ging statistisch im Zuge der Fusion der VR-Bank Neu-Ulm etwas zurück, da tausende Menschen Kunden beider Banken waren und jetzt nur noch einfach gezählt werden. Die Zahl der Geschäftsstellen aller Volks- und Raiffeisenbanken sank von 55 auf 50. Konkret bedeutete dies das Aus der Geschäftsstellen Frickenhausen, Oberroth, Oberschönegg und Osterberg. Der Grund: Eine spürbar rückläufige Kundenfrequenz in den Filialen.

In Sachen Fusion gibt es derzeit nur eine Baustelle: Die Raiffeisenbanken aus Roggenburg-Breitenthal und Bibertal-Kötz wollen sich wie berichtet zur Mittelschwäbischen Raiffeisenbank zusammentun. Bei der Raiffeisenbank Iller-Roth-Günz und der Raiffeisenbank Holzheim gibt es derzeit keine derartigen Pläne. „Kleinsein hat durchaus Vorteile“, sagt etwa Rudolf Veitz von der Raiffeisenbank Holzheim, der inmitten des Geschäftsgebiets der VR-Bank Neu-Ulm sitzt. Und das offenbar mit Erfolg: Mit 4500 Kunden hat die Raiffeisenbank Holzheim mehr Abnehmer als Holzheim Einwohner zählt. (heo) "Kommentar Seite 31

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