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Ulm/Neu-Ulm

30.01.2020

Volksbank Ulm führt Strafzinsen für Privatkunden ein

Zentrales Thema beim Bilanzpressegespräch der Volksbank Ulm-Biberach war erneut die Zinspolitik der EZB sowie deren Auswirkungen.
Bild: Oliver Helmstädter

Bankvorstand Ralph P. Blankenberg spricht von fairer Lösung, denn es gibt viele Ausnahmen.

Die Volksbank Ulm/Biberach führt „Verwahrentgelte“ – so heißen die Strafzinsen im Bankjargon – jetzt auch für Privatpersonen ein. Wie Ralph B. Blankenberg, der Vorstandssprecher der Bank, bei der Jahresbilanzpressekonferenz sagte, bleibe dem genossenschaftlichen Institut aufgrund der „Politik des billigen Geldes“ der Europäischen Zentralbank keine andere Wahl. Das Bestreben der Bank sei der Schutz der Mitglieder und Kunden vor einer generellen Zahlung von diesen Strafzinsen. So würden durch die Einräumung von Freibeträgen nur auf große Anlagesummen/Guthaben Entgelte erhoben.

Das sind die Regeln: Erst ab einem Stand im Jahresschnitt von über 110000 Euro auf dem Giro-, Geldmarkt- oder Sparkonto würde ein Verwahrentgelt von 0,5 Prozent pro Jahr erhoben. Für Unternehmenskunden gilt der doppelte Freibetrag.

Der Grund: Oft steckten dahinter Ehepaare, die ein gemeinsames Konto hätten. Eine Beispielrechnung: Wenn der Kontostand im Schnitt um 1000 Euro über dem Freibetrag liegt, müssten fünf Euro Verwahrentgelt pro Jahr gezahlt werden. Nur 2,3 Prozent der Kunden der Volksbank Ulm seien von diesen Kosten betroffen. Vor der Einführung ab dem 1. Mai für Bestandskunden würde das Gespräch mit Kunden gesucht, um die Kosten zu vermeiden. Blankenberg: „Es gibt sehr risikoarme alternative Anlageformen.“ Durch veränderte Refinanzierungsmärkte für Kreditinstitute, Niedrigzinspolitik und einen enorm hohen Verwaltungsaufwand durch immer mehr Vorschriften sei es für Banken nicht einfach, Geld zu verdienen. Umso mehr freue sich Blankenberg, dass die Ulmer Volksbank den nachhaltigen Wachstumskurs fortsetzen konnte und wiederum ein „sehr solides“ Ergebnis erzielte.

Volksbank Ulm führt Strafzinsen für Privatkunden ein

So konnte die Volksbank im Kreditgeschäft trotz hoher Tilgungsabflüsse hohe Nettozuwächse verzeichnen. Dabei nutzten alle Kundengruppen das niedrige Zinsniveau und die stabile Wirtschaftslage in der Region weiterhin für Investitionen. Das Kreditvolumen stieg um gut 104 Millionen Euro oder 5,3 Prozent und lag den vorläufigen Geschäftszahlen zufolge bei über zwei Milliarden Euro. Mit dem deutlich gestiegenen Provisionsüberschuss (etwa für Wertpapiere) um 9,0 Prozent auf 25,6 Millionen Euro konnte der Rückgang des Zinsüberschusses in Höhe von 3,4 Prozent mehr als kompensiert werden, sodass der Gesamtertrag der Volksbank gehalten werden konnte. Das Betriebsergebnis (vor Risikovorsorge) liegt mit 25,2 Millionen Euro leicht unter dem Vorjahr.

Wie gut es der genossenschaftlichen Bank mit 75686 Mitgliedern (plus 1200) und einer Bilanzsumme von knapp 2,9 Milliarden Euro (plus 5,0 Prozent) geht, habe sich bis nach Saudi Arabien herumgesprochen. Schließlich zahlt die Bank ihren Mitgliedern Dividenden plus Ausschüttungen des Mitglieder-Bonuses von bis zu elf Prozent. 500 Millionen Euro habe der Araber der Volksbank angeboten. „Wir haben dankend abgelehnt. Wir sind eine Volksbank.“ Außerdem ist die Zahl der Anteile begrenzt.

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