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Wirtschaft

20.01.2018

Von Bill Gates lernen

Sie wollen eine Leitkultur in Unternehmen fördern: (von links) Gerd Stiefel, Birgit Soukup-Bilger, Matthias Tries (Tries Hydraulik, Ehingen), Michael Mühlbacher (Club der Industrie) und Referent Florian Langenscheidt.
Bild: Andreas Brücken

In Zeiten des Fachkräftemangels schreiben sich Unternehmer der Region Werte auf ihre Fahnen. Zum Auftakt einer Initiative erklärt ein bekannter Verleger, warum das wichtig ist

Als Urenkel eines berühmten Verlegers, Bestsellerautor, Journalist und Mitgründer des Deutschen Buchpreises kennt er sie alle. Und so kann Florian Langenscheidt dem Who’s who der regionalen Unternehmerwelt im Businessclub der Ratiopharm-Arena aus erster Hand berichten, worauf Berühmtheiten wie Regisseur Steven Spielberg oder Microsoft-Gründer Bill Gates am meisten stolz sind. Nicht etwa darauf, als erfolgreichster Filmemacher der Welt zu gelten oder der reichste Mensch der Welt zu sein. Nein, sagt der Wörterbuch-Erbe, in der zweiten Lebenshälfte verschiebe sich die Sicht der Dinge.

Sowohl Gates als auch Spielberg würden ihre wahre Zufriedenheit aus ihren Wohltaten ziehen. Spielberg finanziert eine gemeinnützige Organisation, die Aussagen von Überlebenden der Shoah für Bildungszwecke archiviert, und Gates spendet regelmäßig zielgerichtet Milliarden für gute Zwecke. Vor diesem Hintergrund lobt Langenscheidt eine neue Initiative des Clubs der Industrie. Unter dem Titel „Leitkultur in Unternehmen“ will sich der Zusammenschluss von Mittelständlern aus Ulm und Neu-Ulm eine „werteorientierte Unternehmenskultur“ auf die Fahnen schreiben. Was Langenscheidt als Grundsatzreferent beflissen in einen großen Zusammenhang stellt, dessen regionale Bedeutung fasst Gerd Stiefel als Vorsitzender des Clubs der Industrie zusammen. „Im Wettbewerb um Fachkräfte werden Werte immer wichtiger.“

Er selbst habe das als Chef der Burlafinger Firma Fritz Stiefel schon vor Jahren erkannt. Und so sind die Unternehmenswerte wie Respekt und Toleranz auf einem Schaubild im Eingangsbereich der Firma verewigt.

Unter Zuhilfenahme eines externen Moderators hätten die Mitarbeiter 2013 gemeinsam mit der Chefetage eine werteorientierte Leitkultur erarbeitet, in der Grundzüge eines auskömmlichen Miteinanders fixiert sind. „Es zahlt sich unendlich aus, wenn man morgens in das Unternehmen geht und es Sinn macht“, sagt Stiefel und hört sich dabei fast ein bisschen an wie Bill Gates. Die Stimmung im Unternehmen sei nicht zuletzt durch die Leitkultur sehr gut, der Krankenstand niedrig, wichtige Kräfte blieben der Firma treu und kompetenter Nachwuchs bewerbe sich.

Mit im Boot von „Leitkultur im Unternehmen“ ist auch Birgit Soukup-Bilger, Initiatorin und geschäftsführende Gesellschafterin von „Be CEO – The global Shift“, einer Initiative, die eine werteorientierte Ausbildung junger Menschen zu potenziellen Führungskräften mit gesellschaftlicher Verantwortung fokussiert. „Es wird zu viel auf Effizienz geachtet und zu wenig auf Menschlichkeit“, sagt Soukup-Bilger und nickt zustimmend, als Langenscheidt erzählt, wie ihn seine kürzlich gestorbene Mutter bei vermeintlichen Höhenflügen wieder auf den Boden holte: „Im Verlauf des Lebens wirst du merken, dass das Herz wichtiger ist als das Hirn.“ In diesem Sinne eines aufrechten Gangs und der Betonung von Empathie, Solidarität und Ehrlichkeit habe er auch seine fünf Kinder erzogen. Jeder dieser Werte solle auch in Unternehmen eine Heimat haben.

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