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Ulm

15.09.2020

Von Mackie Messer bis zur Königin der Nacht: Spielzeitbeginn am Theater Ulm

Die „Försterchristl“, im zivilen Leben bekannt als Christel Mayr, sinniert unterm Flügel. Diese Inszenierung von Benjamin Künzel zählt zu den Premieren, die im September und Oktober am Theater Ulm stattfinden werden.
Bild: Jochen Klenk

Plus Im September und Oktober bietet das Theater Ulm wieder Musiktheater, Schauspiel, Tanz. Publikumsrenner wie die Dreigroschenoper gibt es in konzertanter Form.

Die Moritat von Mackie Messer – Sie wissen schon, Dreigroschenoper, der Haifisch mit den Zähnen –, dieser Song pfiff schon als Gassenhauer durch die Straßen, da dichtete der Dichter 1930 noch eine Strophe hinzu: „Denn die einen sind im Dunkeln. Und die andern sind im Licht. Und man siehet die im Lichte. Die im Dunkeln sieht man nicht.“ Um diese Zeilen ergänzte Bert Brecht den Song seines Melodiengebers Kurt Weill. Im Theater Ulm haben sie sich nun versammelt: Jene die, nun ja, vielleicht nicht im Dunkeln ihr Werk verrichten. Aber hinter den Kulissen, abseits der Scheinwerferhitze. Vor der Bühne haben sich die Mitarbeitern des Theaters versammelt, im Saal des Großen Hauses, wo ab dem 17. September wieder Musik, Tanz und Schauspiel die Bühne beleben sollen. Die Dreigroschenoper steht bald auf dem Programm. Doch heute findet die Spielzeitbegrüßung statt.

Dreigroschenoper und Zauberflöte gibt es in Ulm konzertant

Auf der Bühne haben sie Notenständer und Stühle kurz zu Seite gestapelt, vor einer Kulisse mit Sternenhimmel, die wohl für die Zauberflöte gedacht ist – die Arbeiten laufen. „Die Spielzeit wird sicher ganz anders laufen als sonst“, sagt Angela Weißhardt, die Verwaltungsdirektorin des Theaters, bei der offiziellen Spielzeitbegrüßung. „Es ist eine Herausforderung für das ganze Team.“ So beschreibt sie die kommende Spielzeit im September und Oktober am Theater Ulm. Denn so weit reicht der Horizont der Planung für das Theater in diesen Tagen.

Weißhardt begrüßt die Theater--Belegschaft gemeinsam mit Ulms Kulturbürgermeisterin Iris Mann und dem Intendanten Kay Metzger. Metzger spricht dem Team seinen Dank aus, für die Geduld in dieser Corona-Zeit. Geduld, die einen Spielzeitabbruch, ein Zwischenspiel und Monate der Unsicherheit samt Kurzarbeit bislang ertragen musste.

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Das Theater Ulm bemüht sich um coronagerechte Aufführungen

Das Ulmer Publikum darf neugierig sein, wie Theater unter Corona-Umständen funktioniert. „Dynamisches Corona-Placement“ nennt Pressesprecherin Sarah Adamus das Platz-Konzept, das coronagerechten Betrieb ermöglichen soll. Zwei Spielorte bieten dabei unterschiedlichem Spielraum: Rund 200 Personen können im Herbst Aufführungen im Großen Haus erleben. Das Podium bietet etwa 50 Personen Platz. Vieles hängt aber davon ab, wie viele Gruppen oder Einzelpersonen kommen und wie viel Abstand sie benötigen. Abstandsregeln wirken sich dabei nicht nur auf den Publikumsraum aus – auch auf die Inszenierung.

Während manche Theater in Deutschland wieder üppigere, szenische Inszenierungen wagen, werden in Ulm zwei große Musiktheater-Premieren der Herbstsaison konzertant über die Bühnen gehen. Am 16. Oktober feiert die szenische Version der Dreigroschenoper Premiere und Mozarts Zauberflöte wird schon am Donnerstag, 17. September, ihre erste Aufführung erleben. In den Rollen: Markus Francke als Tamino, Maryna Zubko als Königin der Nacht, mit Maria Rosendorfsky (Pamina) Martin Gäbler (Papageno) und Helen Willis (Papagena). Der irisch-englische Tenor Joshua Spink gibt sein Ulm-Debüt als Monostatos.

Christel Mayr gibt die "Försterchristl" am Theater Ulm

Eine Liste von personellen Neuzugängen verliest Angela Weißhardt, von der Tischlerei über die Technik und Ausstattung bis zur Kantine. Applaus für jeden. Aber es gibt auch Ab- und Neuzugänge im Rampenlicht: Der Tenor Luke Sinclair hat das Haus an der Olgastraße in Richtung Salzburg verlassen, der Tänzer Luca Scaduto und der Schauspieler Benedikt Paulun haben sich ebenfalls verabschiedet. Ein Zugewinn ist der junge Tenor Spink.

In dieser Woche findet eine zweite Premiere statt: Am Freitag, 18. September, startet die Neuauflage der Operette „Die Försterchristl“, die 2011 in Ulm zu sehen war – „in einer Fassung für die Mayrchristel und vokale Betastung“. Christel Mayr schlüpft dabei in fünf Rollen, unter Regie von Benjamin Künzel – und er spielt wiederum den Konterpart als Kaiser Franz Joseph und Pianist. Es wird der Spielzeitauftakt im Podium.

Das Theater Ulm kann weiter mit einen neuen Anbau rechnen

Wie sich der Betrieb ab November gestalten wird, ist derzeit noch nicht spruchreif. Die Beratungen seien im Gange, erklärt die Theater-Spitze, das Haus plane weiter im Zwei-Monats-Rhythmus und arbeite an neuen coronagerechten Sitzplatz-Konzepten. In das zaghafte Gefühl der Hoffnung mischen sich bei steigenden Corona-Fallzahlen wieder Sorgen ins Ulmer Kulturleben. Aber das Theater baut auf den Rückhalt der Stadt. Iris Mann betonte: Die langfristigen Planungen für einen Theater-Anbau, mit Bühnen und Werkstätten, führt die Stadt trotz aller Umstände fort.

Alle Infos zum Programm gibt es unter www.theater-ulm.de.

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