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Biberach/Asch

19.10.2020

Von diesem Baum in Biberach darf jeder naschen

Agnes Meichelböck befestigt ein gelbes Band an einem noch reich bestückten Apfelbäumchen an der Biberacher Straße. Damit darf es nun von Obstliebhabern abgeerntet werden.
Bild: Angela Häusler

Plus Der Gartenbauverein Biberach/Asch greift die Aktion „Gelbes Band“ auf, um Obst zu retten. Wenn ein Baum ein solches trägt, können Spaziergänger ihn abernten.

Reife, rotbackige Äpfel prangen derzeit noch auf vielen Apfelbäumen, auch auf öffentlichen Flächen in der Region. Und wenn niemand sie haben will, purzeln die süßen Früchte zu Boden und faulen vor sich hin. Der Obst- und Gartenbauverein Biberach/Asch möchte mit dieser großen Obstverschwendung aufräumen und ruft die Ernte-Aktion „Gelbes Band“ aus: Bäume dürfen dabei abgeerntet und die Früchte behalten werden, wenn die Besitzer ein gelbes Band daran befestigt haben.

Solche leuchtend gelben Bänder baumeln seit Kurzem etwa an der Obstbaumallee zwischen Asch und Biberachzell. Links und rechts der Landstraße nämlich hat der Landkreis Neu-Ulm vor Jahren Apfelbäume pflanzen lassen, viele davon tragen alte Apfelsorten. Zwar sind die Besitzer der Felder, auf denen die Bäume stehen, meist zur Nutzung der Bäume berechtigt, doch längst nicht jeder von ihnen kann die Früchte auch gebrauchen. Zumal die Ernte heuer recht gut ausfällt, wie Agnes Meichelböck, Vorsitzende des Ascher Gartenbauvereins, berichtet.

Das Ernteprojekt „Gelbes Band“ gibt es nun auch im Kreis Neu-Ulm

Das Ernteprojekt „Gelbes Band“, erklärt sie, stamme ursprünglich aus dem Landkreis Esslingen, wo es große Streuobstwiesen gibt und Baumbesitzer oder Gemeinden in ähnlicher Manier Freiwillige die Obstbäume abernten ließen.

Nicht nur an dieser Straße, sondern auch andernorts können sich Baumbesitzer an der Aktion beteiligen, indem sie ein gelbes Band gut sichtbar an Stamm oder Ästen der betreffenden Bäume anbinden. „Das ist auf jeden Fall eine sehr gute Idee für Leute, die das Obst selber nicht mehr ernten oder verarbeiten können oder es einfach nicht mehr brauchen.“ Und weil von den Apfelsorten einige gut für Saft und Most geeignet sind, haben die Vereinsmitglieder bereits eine mobile Mostpresse zur Verfügung gestellt, mit der die Apfelernte zu Saft gepresst werden konnte.

Obst- und Gartenbauverein Biberach/Asch will Obstverschwendung verhindern

Für die 150 Vereinsmitglieder war es heuer ein ruhiges Jahr, doch immerhin veranstalteten die Mitglieder vor Kurzem noch einen Pflanzwettbewerb, bei dem die größte Möhre prämiert wurde – die wog immerhin 600 Gramm. „So was bringt die Familien im Ort zusammen“, erzählt Meichelböck über die kleine Veranstaltung. Der Verein kümmert sich derzeit außerdem mit einem Patenprogramm um eine Streuobstwiese in Ingstetten, die der Gemeinde gehört, und er veranstaltet regelmäßig Baumschnittkurse.

Und er kümmert sich natürlich um überzähliges Obst. Dass die jetzt noch hängenden Äpfel sehr schmackhaft sind, da ist sich Vereinsvorsitzende Agnes Meichelböck sicher: „Die Herbstsonne hat diesen späten Sorten noch richtig gut getan“, meint sie.

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