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01.07.2019

Vorhang auf für die Kraft der Götter

Von klein auf sportbegeistert: Calvin Lee Nixon ist der Sohn eines in Neu-Ulm stationierten US-Soldaten und ist nun als diplomierter „Fitness Professionell“ wieder in der Stadt der Eltern.
Bild: Oliver Helmstädter

Der Neu-Ulmer Calvin Lee Nixon will als selbstständiger Personaltrainer zur Traumfigur verhelfen und geht nun mit einer eigenen Bekleidungslinie auf den Markt

Oberarme, so umfänglich wie die Oberschenkel anderer Leute: Calvin Lee Nixon trägt seine Geschäftsidee zur Schau, wo immer er steht und geht – die absolute Fitness. Der 36-Jährige ist seit anderthalb Jahren selbstständiger „Personaltrainer“ und möchte nun mit seinem eigenen Modelabel durchstarten. „Power from the Gods“ heißt seine eigene Marke. Unter diesem Namen will der Sohn eines einst in Neu-Ulm stationierten US-Soldaten Fitnessbekleidung anbieten. Hinzukommen Nahrungsergänzungsmittel – also alles, was das Herz des Bodybuilders begehrt.

Bodybuilder ist auch Calvin Lee Nixon, der einst in den Wiley-Baracks aufwuchs, dann wieder in die Heimat seines Vaters bei Virginia City zurückkehrte, um Jahre später – über den Umweg einer US-Basis in Kitzingen – wieder nach Neu-Ulm zu ziehen. Als Berufssoldat bei der US-Armee entdeckte er seine Leidenschaft für Bodybuilding. Mit seinen ausdefinierten Muskeln tourt Nixon in der „Men’s Physique Klasse“ bei Wettkämpfen durch die Republik. Unter anderem wurde Nixon bei der süddeutschen Meisterschaft Dritter.

Die „Men’s Physique Klasse“ passt zur Geschäftsidee von Nixon: Im Gegensatz zur Bodybuilding-Ära aus der Zeit eines Arnold Schwarzenegger, geht es in dieser Klasse weniger um Muskelberge sondern einen wohlgeformten, aber nicht übertrieben muskulösen Körper.

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Jahrelang arbeitete Nixon als Angestellter in Fitnessstudios. Als der Bedarf an maßgeschneiderten Trainingskonzepten immer größer wurde, kam ihm der Gedanken, sich selbstständig zu machen. Nun verkauft Nixon, mit dem Diplom „Fitness Professionell“ eines Studieninstituts ausgestattet, Rundum-sorglos-Pakete – von Fitnesseinheiten in beliebiger Intensität sowie Umgebung über Körperfett-Messungen bis hin zu Ernährungsplänen. Mal für Menschen, die Übergewicht haben und einfach fitter werden wollen. Mal im absoluten Hochleistungssektor: Die mehrfach preisgekrönte Bodybuilderin Katja Bauer gehört etwa zu seinen Kunden.

Das Fitness-Konzept möchte Calvin Lee Nixon mit seiner eigenen Bekleidungslinie und Nahrungsergänzungsmitteln nun zu einem All-inclusive–Paket ausbauen. Die Idee ist noch ganz frisch. „Ich sehe hier eine Nische“, sagt Nixon. Er habe in der Szene sehr gute Kontakte und sehe durchaus Chancen für „sportliche Bekleidung, die im Gym perfekt sitzt.“ Außerdem habe er nach einem Sportunfall gemerkt, dass die Körperlichkeit Grenzen habe. Der 36-Jährige zog sich eine Knochenabsplitterung in der Schulter zu, die Berufsunfähigkeit stand im Raum. „Ich habe gemerkt, ich brauche ein zweites Standbein.“

Dieses stecke aber noch in den Kinderschuhen: In Zusammenarbeit mit Betrieben im Ausland feilt Nixon gerade noch an Schnitten und Stoffen. Das dauert, auch weil Qualität, Aufwand und Ertrag in einem ausgewogenen Verhältnis stehen müssen, wenn der Erfolg kommen soll. „Ich bin eine One-Man-Show.“ Alles macht er alleine, Angestellte hat er nicht. Unterstützung fand und findet er im Start-up-Center der Industrie- und Handelskammer in Neu-Ulm.

Die Gründerszene Westschwabens hat sich nach Angaben von Ulrike Hudelmaier, der Geschäftsführerin der TFU, dem Gründer- und Technologiezentrum der Region Ulm / Neu-Ulm, auf hohem Niveau stabilisiert. 1112 Gewerbeanmeldungen verzeichnete Neu-Ulm im vergangenen Jahr. Beratung sei wichtig: „Es bringt ja nichts, wenn alle nach fünf Jahren aufhören.“ Und 90 Prozent der im Start-up-Center gestarteten Unternehmen überstehen das erste halbe Jahrzehnt nicht. Der Gründergeist, wie ihn etwa Nixon versprüht, sei in der Region nicht ganz so lebendig wie etwa in Berlin. „Der Schwabe geht halt zum schaffen“, sagt Hudelmaier. Bei annähernd Vollbeschäftigung sei das hier im Gegensatz zu anderen Gegenden auch kein Problem. Viele der Gründungen drehen sich um die Digitalisierung. Ohne die kommt auch „Power from the Gods“ nicht aus, einen Online-Shop will auch Fitnessguru Nixon stemmen.

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