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07.01.2014

Wachsendes Finanzloch

Beim Jahresempfang von links: Pfarrer Stephan Spiegel, Pfarrgemeinderatsvorsitzende Gisela Gröbe, Kirchenpfleger Peter Kaiser und die Ratsmitglieder Kurt Flemisch und Markus Wiesenfarth.
Bild: Angela Häusler

Kirchengemeinde St. Josef in Senden muss einen Millionenbetrag in ihre Bauten investieren. Das Geld wird knapp

Noch lässt sich nicht genau beziffern, wie viel die Instandsetzung der Kapelle in Ay kosten wird. Der Einsturz eines Teils der Decke am 13. Dezember hatte die Kirchengemeinde „Josef der Arbeiter“ überrascht, glücklicherweise war niemand zu Schaden gekommen. Doch Geld für Reparaturen hat die Pfarrei derzeit nicht, erklärte Stadtpfarrer Stephan Spiegel beim Jahresempfang am Sonntag. Schließlich sind im Moment bereits zwei Kirchensanierungen zu schultern. Er blickte dennoch optimistisch in die Zukunft - hofft auch bei diesem Projekt auf Zuschüsse der Kommune. Schließlich rechnet die Gemeinde mit Aufwendungen von 400 000 Euro allein für die Kapelle.

Unterhalb der Empore der Ayer Kapelle hatten sich Putzplatten auf einer Gesamtfläche von zwei Quadratmetern und 150 Kilo Gewicht gelöst, berichtete Kirchenpfleger Peter Kaiser. Erste Untersuchungen ergaben, dass sich im Mauerwerk weitere Hohlräume befinden. Die noch im Herbst 2013 mit rund 300000 Euro bezifferten Maßnahmen für Ay werden sich also erhöhen - um wie viel, lasse sich noch nicht sagen, so Kaiser, es müsse aber von 400 000 Euro ausgegangen werden. Mit Zuschüssen aus Augsburg sei hinsichtlich der Kapelle nicht zu rechnen, schließlich handle es sich bei dem rund 250 Jahre alten Gotteshaus nicht um eine Pfarrkirche. Rund 616000 Euro muss die Gemeinde ohnehin schon für die Sanierungen an St. Josef und St. Jodok aufbringen, dabei hofft sie auf Zuwendungen der Stadt in Höhe von 30 Prozent.

Von „Wolken am Himmel“ sprach Kirchenpfleger Peter Kaiser hinsichtlich der laufenden Sanierungsmaßnahmen, denn es seien mehrere Überraschungen aufgetreten, darunter Baufehler bei der Erstellung des Glockenstuhls in St. Jodok sowie Rostbefall am Glockenstuhl in St. Josef, der nun ebenfalls erneuert werden muss. Kostenpunkt: 110000 Euro, nur 17500 aber kommen an Zuschuss von der Diözese. Wegen fehlender Eigenmittel hat die Pfarrei nun ein Darlehen bei der bischöflichen Finanzkammer aufgenommen.

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Abgeschlossen sind der erste Teil der Sanierung in St. Jodok und die Betonsanierung an St. Josef. In beiden Kirchen aber stehen noch weitere Maßnahmen in den Innenräumen an, dazu kommen die Erneuerung der Heizung in Kirche und Pfarrbüro und Orgelreparaturen.

Die Zusammenarbeit zwischen Kirche und Stadt sei in den vergangenen Jahren stets positiv verlaufen, berichtete Pfarrer Spiegel. Beispiel dafür sei die derzeit laufende Erweiterung des Kinderzentrums und auch in Sachen Stadtbücherei herrsche Einigkeit.

Fusion mit der Pfarreiengemeinschaft

Auf längere Sicht werde aus der Pfarrei St. Josef und der Pfarreiengemeinschaft Wullenstetten, zu der auch Witzighausen, Aufheim und Gerlenhofen gehören, eine einzige Pfarreiengemeinschaft gebildet werden, berichtete Spiegel außerdem. „Es kann noch einige Jahre dauern, aber das wird kommen“, sagte er, der Zeitpunkt hänge davon ab, wann entweder er selbst oder der Wullenstetter Pfarrer Anton Maric ihre jetzigen Wirkungskreise verlassen. Die Bildung einer Pfarreiengemeinschaft aber sehe er als Chance, betonte Spiegel, „eine gute und fruchtbare Symbiose zu bilden“.

In seinem Grußwort hatte auch Bürgermeister Kurt Baiker auf das Finanzloch der Kirchengemeinde keine spontane Antwort. „Wir müssen gemeinsam kalkulieren“, sagte er, und merkte an: „Wir haben auch bisher alles geschafft, wenn wir es wollten“. Die Vorhaben müssten nun nach und nach gestemmt werden.

Für den Kirchengemeinderat sei 2013 „ein Jahr der Feiern und Feste“ gewesen, sagte Vorsitzende Gisela Gröbe. Sie hob besonders die Nachprimiz von Stefan Finkl im September hervor. Bezüglich des Kirchengemeinderats stehen am 16. Februar Neuwahlen an. Gröbe wird dann aus familiären Gründen nicht mehr antreten. Auf der Vorschlagsliste stehen derzeit elf Namen, das Gremium setzt sich aus maximal 16 Mitgliedern zusammen.

Rund 2500 Euro übrigens haben die Sendener Sternsinger in den letzten Tagen eingesammelt. Das Geld aus der Sternsingeraktion ist dieses Jahr für Flüchtlingskinder im afrikanischen Malawi vorgesehen.

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