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Illertissen / Au

14.08.2019

Warum die Volksbank in Au schließt

Noch bis Ende November bietet die Geschäftsstelle in Au ihre Leistungen wie gewohnt an. Danach wird sie mit dem regionalen Hauptsitz der Genossenschaftsbank in Illertissen zusammengelegt. Was das für die Kunden bedeutet.
Bild: Regina Langhans

Zum 1. Dezember wird die Filiale in dem Stadtteil mit der Geschäftsstelle in Illertissen zusammengelegt. Wer nicht mobil ist, kann dann auf Ersatzangebote zurückgreifen.

Weil immer weniger Kunden in die Filiale in Au kommen, reagiert die Volksbank Ulm-Biberach: Wie berichtet, schließt sie die Außenstelle zum 30. November und legt diese mit dem regionalen Hauptsitz in Illertissen zusammen. Ein schwieriger Schritt, sagt Jürgen Dworschak, der Direktor des Bereichs Privat- und Geschäftskunden im Gebiet Illertal. Er habe bereits negative Kommentare von Bürgern zu hören bekommen. „Das ist keine populäre Entscheidung.“ Allerdings wohl eine notwendige: Angebote wie Überweisungen oder Bargeldauszahlungen würden in Au immer seltener nachgefragt. Wie die meisten Bankkunden überhaupt setzen auch die vor Ort zunehmend auf Online-Banking – für Schaltergeschäfte besuchen viele jetzt schon die Volksbank in Illertissen.

In der Innenstadt ist mehr geboten

In der Stadt sei naturgemäß mehr geboten, sagt Dworschak und denkt an Markt, Geschäfte und Cafés. „Wer sein Geld in Au abhebt, gibt es meistens in Illertissen aus.“ Eine ähnliche Perspektive sahen die Strategen der Bank für den Stadtteil nicht. „Ansonsten hätten wir die geringe Nachfrage erst einmal ausgehalten“, so Dworschak. Das Aus der Filiale sei keine rein betriebswirtschaftliche Entscheidung gewesen. „Aber es macht auch keinen Sinn, etwas anzubieten, was nur wenige nutzen.“

Ein Blick in die Zahlen

Das zeige ein Blick auf die Zahlen: Im Schnitt seien in Au drei bis vier Transaktionen (also Kundenaufträge) pro Stunde angefallen, sagt Dworschak. In anderen Geschäftsstellen seien es knapp 20. Das liege freilich nicht an der Arbeitsmoral der Kollegin in Au, wie der Direktor für das Kundengeschäft im Illertal betont. „Sie macht einen tollen Job.“

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Den werde sie ab Dezember im Team der Geschäftsstelle in der Hauptstraße in Illertissen weitermachen. So behielten die Auer Kunden ihre gewohnte Ansprechpartnerin. Zudem bietet die Volksbank weitere Möglichkeiten für Menschen, die weniger mobil sind.

Kunden können Berater nach Hause kommen lassen

Sie können Beratungstermine daheim vereinbaren (montags bis freitags 8 bis 20 Uhr), sich einmal im Monat Bargeld nach Hause liefern lassen, über ein elektronisches Postfach auf ihre Kontoauszüge zugreifen – oder sich diese kostenfrei schicken lassen (ebenfalls einmal pro Monat). Einmal im Jahr bietet die Volksbank für Auer Kunden zudem einen kostenlosen Taxi- oder Bustransfer zu der für sie neuen Geschäftsstelle in Illertissen. Man wolle eben nicht eine Filiale schließen und dann keine Alternativen anbieten, sagt Dworschak.

Filialbanken stehen im Wettbewerb

Im Wettbewerb mit den Direktbanken, die ausschließlich über das Internet arbeiten, sei es für die etablierten Kreditinstitute mit Filialnetz wichtig, Kontakt zu den Kunden zu halten. Auch wenn das in Zeiten von Schließungen paradox klinge, so Dworschak. Er sieht Ansatzpunkte: Heute sei zwar problemlos möglich, per Smartphone Geld auch vom Baggersee aus zu überweisen. Aber wenn es etwa um eine Baufinanzierung gehe, setzten die meisten Menschen auf persönliche Beratung. Trotz schwindender Filialen müssten die Banken die Beziehung zu den Menschen aufrecht erhalten, sagt Dworschak. Er spricht von einem „Spagat“. Gelinge der nicht, gehe vor Ort Lebensqualität verloren.

Was die Ulmer Volksbank sonst noch beschäftigt:

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