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Pfaffenhofen

17.11.2020

Warum trägt der Dritte Bürgermeister als einziger keine Maske?

Durch das Tragen einer Maske wird die abgegebene Atem-Feuchtigkeit beim Einatmen wieder aufgenommen. Das könne helfen, das Coronavirus abzuwehren. Doch auch einige Markträte aus der Region scheinen das nicht akzeptieren zu wollen.
Bild: Axel Heimken/dpa (Symbolfoto)

Plus Andreas Wöhrle aus Pfaffenhofen entscheidet sich in einer Ausschusssitzung dazu, keine Maske zu tragen. Die Reaktionen sind verhalten. Der Bürgermeister ist "irritiert".

Erst kürzlich hat es Diskussionen in Vöhringen und Senden gegeben, da die Räte ohne Mundschutz in den Stadtratssitzungen saßen. Dann wurde am Montag bekannt, dass es nach einer Sitzung einen positiven Fall im Altenstadter Marktgemeinderat gab. In allen drei Fällen trugen die Räte keinen Mund-Nasen-Schutz, da man der Ansicht war, die Abstände würden genügen. Mittlerweile gab unter anderem Sendens Bürgermeistern Claudia Schäfer-Rudolf zu, dass es vielleicht ein Fehler gewesen sei. Nun gibt es auch im Pfaffenhofener Rat Diskussionen zur Maskenpflicht.

Marktrat aus Pfaffenhofen trägt keine Maske, da er "Zustände bekommt"

Andreas Wöhrle, Vorsitzender der Freien Wähler Gemeinschaft (FWG) und Dritter Bürgermeister Pfaffenhofens, entschied sich am Montagabend dazu, keine Maske in der Bau- und Umweltausschusssitzung zu tragen. Die Sitzung wurde wie immer im Sitzungssaal des Rathauses abgehalten, es waren auch einige Zuschauer da. Bis auf Wöhrle trugen alle Anwesenden im Raum einen Mund-Nasen-Schutz.

Bürgermeister Sebastian Sparwasser bat zu Beginn der Sitzung darum, die Masken aufzubehalten. Es sei zwar keine Pflicht, aber eine Bitte des Neu-Ulmer Landratsamtes. Außerdem sei der Sitzungsraum nicht sehr groß. "Wer die Maske nicht trägt, möge vielleicht kurz erörtern, warum", sagte Sparwasser in Richtung seines zweiten Stellvertreters.

Wöhrle verlor nicht viele Worte über seine Entscheidung: "Ich krieg' da Zustände, ganz einfach." Es sei seine Entscheidung und dafür bräuchte er auch kein Attest, wie er sagte. Die Reaktionen auf Wöhrles Erklärung waren verhalten. Sparwasser nahm die Stellungnahme lediglich zur Kenntnis. Rätin Hildegard Feurich-Kähn (SPD) appellierte an die Vernunft: "Schulkinder müssen auch den ganzen Tag eine Maske tragen. Da sollten wir ein Vorbild sein."

In den bisherigen Sitzungen, beispielsweise in der Marktgemeinderatssitzung am 24. September, trug auch Wöhrle noch einen Mund-Nasen-Schutz. Möglicherweise hat er seine Meinung zum Mund-Nasen-Schutz geändert.

Bürgermeister Sparwasser war "irritiert" und will künftig Regeln aufstellen

Bürgermeister Sebastian Sparwasser sei in der Sitzung am Montag etwas irritiert gewesen, wie er im Nachhinein zugibt. „Das hab ich nicht erwartet. In der Vergangenheit waren wir uns da eigentlich immer einig“, sagt Sparwasser am Dienstag. Er habe die Argumentation Wöhrles „erst einmal so hingenommen“, man müsse aber überlegen, wie man weiterhin damit umgehe.

Bei der Marktgemeinderatssitzung am Donnerstag will Sparwasser diskutieren, wie man in Zukunft mit dem Tragen von Mund-Nasen-Schutz im Gremium verfahre, und Regeln aufstellen.

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