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24.03.2009

Was, Sie mögen Frühling?

Wie ich den Frühling hasse. Seit Kurzem meint jede, sie müsse mit Tanktop und Dreiviertel-Hose, mit Sonnenbrille und buntem Tuch am Pferdeschwanz ihre solariumgebräunten Unterarme und Waden der spärlichen nordschwäbischen Sonne noch am Spätnachmittag im Straßencafé bei Cocktails mit Eis preisgeben. Seit gestern habe ich ein schlechtes Gewissen, weil ich die notwendigen Frühjahrsarbeiten im kleinen Hausgärtchen noch nicht angegangen bin.

Jetzt kommt die Zeit, wo mir die beste aller Freundinnen tagtäglich in den Ohren liegt, ich müsse mich öfter aufs Rad schwingen und täglich mit dem Velo zur Arbeit fahren.

Vorbei die schöne Zeit, in der ich mich hemmungslos dem abendlichen Kaloriengenuss in Schokoladenform hingeben konnte, weil die dicken Pullis, Hosen, Jacken und Mäntel die eigentlich klitzekleinen Speckröllchen an kritischen Stellen perfekt bedeckten.

O Graus, die Zeit ist gekommen, die Garderobe zu durchforsten. Es ist ja alles aus der Mode gekommen. Bestimmt passt nix mehr. Schnief, die Nase läuft, der Rachen kratzt, die Augen tränen. Hurra, es ist Pollenflug, weil's das Frühjahr jedes Jahr so will. Und mein Apotheker wahrscheinlich auch. Juck, die Zecken sind wieder unterwegs. Statt Ringelsöckchen und Sandaletten heißt es jetzt, lange blickdichte Wollstrumpfhosen beim Spaziergang durch Wald und Flur anzuziehen. Wie uncool!

Was, Sie mögen Frühling, haben ihn herbeigesehnt und sind jetzt richtig erwartungsfroh? Sie haben das Rad schon aufgepumpt, die neuen T-Shirts gebügelt und rechtzeitig im Fitness-Studio die angefutterten fünf Kilo Winterspeck abtrainiert? Ich versteh' Sie wirklich nicht!

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