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Neu-Ulm

14.09.2016

Was Venedig mit Ulm verband

Besonderes Konzert in besonderem Rahmen: das Scherer-Ensemble in St. Margaretha in Reutti.
Bild: Dagmar Hub

Das Scherer-Ensemble schlägt in Reutti mit Barock- und Renaissancemusik Brücken zwischen den Städten.

Lange hatte sich der Verein „Musica Margaretha Reutti“ um einen Termin bemüht, an dem das 2001 von Thomas Müller gegründete Scherer-Ensemble in der Reuttier Kirche St. Margaretha auftreten würde. Der Termin, der dann zustande kam, war perfekt: Wie ein musikalischer Schlusspunkt zur internationalen Felix-Fabri-Tagung wirkte das Konzert des Vokalensembles unter dem Titel „Venedig & Ulm“, hatte doch der weit gereiste Dominikaner-Lesemeister Fabri den Markusdom in Venedig und das Ulmer Münster als die beiden schönsten Kirchen der Welt geschildert.

Zahlreiche Verbindungen gab es am Ende des Mittelalters und in der Renaissance zwischen Ulm und Venedig, denn es wurde mit Instrumenten wie dem Klaviziterium, einer Art aufrecht stehendem Cembalo, sowie mit Notendrucken hin und her gehandelt, und man warb sich gegenseitig begabte Schüler ab. So ließ das Scherer-Ensemble das Konzert zu einem Einblick in die klangliche Prachtentfaltung im Umfeld Venedigs in der Zeit um 1600 werden.

Die Teile von Claudio Monteverdis erst nach seinem Tod veröffentlichter „Messa a quattro voci da cappella“ zogen sich als roter Faden kunstvoll interpretiert durchs Konzert und überraschten in ihrem musikalischen Variantenreichtum. Monteverdi (1567-1643) bediente sich in diesem Werk neuer musikalischer Stilmittel und Kompositionstechniken seiner Zeit, die er mit dem „Stile antico“ mischte. Neben Werken bekannter Komponisten der Renaissance wie Orlando di Lasso und Giovanni Gabrieli zelebrierte das Scherer-Ensemble, unter dessen acht Sängern so bekannte Musiker wie Wengen-Kantor Andreas Weil, Bass Michael Burow-Geier und die mehrfache „Jugend musiziert“-Preisträgerin Theresa Mack sind, auch Werke weniger bekannter Meister. Die lateinischen Motetten von Gallus Guggumos, der bei Gabrieli in Venedig studierte, wurden 2008 in Ulm aufgezeichnet; sein „Deus miseratur nostri“ und sein „Veni sponsa mea“ erfüllten von der Empore aus die Kirche St. Margaretha mit ihrem Klang.

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Hans Leo Hassler markiert Anfang und Ende

Als echte „Ulmer Trauermusik“ erklang ausdrucksvoll das „O Welt, ich muss dich lassen“, das Johann Phengius 1628 zur Beerdigung des Ulmer Patriziers Heinrich Krafft komponiert hatte. Am Anfang und am Ende des Konzerts stand Hans Leo Hassler; der Gabrieli-Schüler war mit der Ulmerin Cordula Claus verheiratet. In seiner Ulmer Zeit entstanden seine geistlichen Werke wie die aufgeführten „Cantate Domino“ und „Jubliate Deo“.

Zwischen den geistlichen Gesängen griff Wengen-Kantor Andreas Weil in Orgel-Improvisationen deren Themen auf. Viel Beifall.

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