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24.07.2010

Was aus Schrottautos alles zu machen ist

"Juhu, macht das Spaß!" Unsere kleine Zeitungsente darf auf dem Stapler einen Motor verladen - aber nur ausnahmsweise.
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"Juhu, macht das Spaß!" Unsere kleine Zeitungsente darf auf dem Stapler einen Motor verladen - aber nur ausnahmsweise.

Neu-Ulm Paula ist schon ganz aufgeregt. Denn heute darf sie mit dabei sein, wenn ein Kollege aus der Redaktion sein altes Auto zum Autoverwerter bringt.

Von Paula Print und Dagmar Falzboden

Klar, dass die neugierige Ente sich bei der Gelegenheit ganz genau ansehen will, was mit dem Wagen bei der Autoverwertung Böck in Neu-Ulm passiert. "Verwerten, das bedeutet doch, dass die Teile des Autos noch einmal verwendet und nicht in kleine Häufchen gepresst werden, oder", hakt die schlaue Zeitungsente sogleich bei Firmeninhaber Michael Böck nach. "Das hast du ganz richtig erkannt", lobt der. "Unser Ziel ist es, so viele Teile wie nur möglich wieder zu verwenden oder aufzubereiten.

Billiger und umweltfreundlicher

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Es ist doch viel billiger und umweltfreundlicher, ein gebrauchtes Teil ins Auto einzubauen, als ein Neues. Schließlich würde bei der Herstellung eines neuen Teils wieder viel Energie gebraucht." "He! Der Mann da draußen schraubt etwas von deinen Autos weg! Klaut der etwa?", schreckt die kleine Ente plötzlich auf. "Aber nein", lacht der Autoverwerter. Dann erklärt er ihr, dass hier Ersatzteile per Internet bestellt werden können, viele Kunden aber auch vorbei kommen, sich das passende Teil raussuchen und es dann selbst abschrauben. "Ach so!", beruhigt sich Paula. "Aber warum bringen die Menschen die Autos hierher, wenn sie noch brauchbar sind?" "Na, zum einen, weil sie sich einen neuen Wagen anschaffen. Manchmal wäre aber auch die Reparatur für so ein altes Vehikel einfach zu teuer. Stell dir vor, der Motor eines 15 Jahre alten Wagens wäre kaputt…." "Da würde schon allein die Arbeitszeit des Einbaus mehr kosten, als das Fahrzeug noch wert ist, das leuchtet ein", quakt Paula dazwischen.

Kommt auf den Zustand an

Ob die Kunden Geld für ihren alten Wagen bekommen, richtet sich nach dem Zustand des Fahrzeugs und danach, wie viel Altmetall zurzeit wert ist. "Da kann es sein, dass man noch gutes Geld für das alte Vehikel bekommt, oder aber auch für die Abgabe bei uns bezahlen muss", klärt der 33-jährige Autoverwerter auf. Paulas Kollege hat mittlerweile den Papierkram erledigt, schließlich müssen Autoverwerter und Autobesitzer nachweisen können, wo das Auto herkommt beziehungsweise wo es gelandet ist. Dann wird der Wagen in die Trockenlegungsstation gebracht.

Dort werden Öle, Diesel, Benzin und Kühlflüssigkeit aus dem Fahrzeug gelassen und getrennt gesammelt. "Die werden dann von Firmen, die darauf spezialisiert sind, diese Flüssigkeiten aufzubereiten, abgeholt", erzählt Böck. "Dann kann also aus den Fahrzeugen, die hier rumstehen, gar kein Öl in die Erde laufen!", freut sich die kluge Zeitungsente. Weil das Auto des Kollegen noch viele wiederverwendbare Teile besitzt, bekommt es einen Platz auf dem Hof. Zuvor werden noch wertvolle Teile, die gerne geklaut werden, abgeschraubt und ins Lager gebracht.

"Ist das riesig!", staunt die kleine Ente, als sie durch unzählige eingelagerte Motoren watschelt. Bumm! Paula zuckt zusammen. "Das war nur ein Airbag!", beruhigt Michael Böck die Zeitungsente sofort. "Die dürfen nicht wiederverwendet werden und werden von uns gesprengt, indem wir den Zündungsmechanismus künstlich auslösen." Doch Paula hat schon die großen 'Autotürme' entdeckt.

Alles Nutzbare abgeschraubt

Nachdem alles Nutzbare sowie die Reifen abgeschraubt wurden, warten die Autos aufeinandergestapelt, bis sie vom Schrotthändler abgeholt werden. "Dort werden sie ein wenig klein gepresst, zwischen Metallstreben zerhäckselt und dann mithilfe von Magneten und Luftstrom die verschiedenen Stoffe, wie Plastik oder Metall, voneinander getrennt", weiß Böck.

Ente auf dem Stapler

Doch das hört die neugierige Ente schon gar nicht mehr. Denn sie hat einen Mitarbeiter entdeckt, der eben einen Motor, am Gabelstapler aufgehängt, über den Hof fährt: "Halt! Halt! Ich muss mit! Darf ich die Gabel herunterlassen und…?"

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