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12.11.2018

Was tun, wenn Kinder Batterien verschlucken?

Wenn ein Kind eine Batterie verschluckt, muss man wegen des Stromflusses vorsichtig sein.
Bild: (dpa)

Erste-Hilfe-Kurs in Senden zeigt Eltern, was zu tun ist, wenn den Kleinen etwas wirklich Schlimmes widerfährt

Verbrennungen, Vergiftungen, Stürze und andere Unfälle. Die Notfallmediziner Dr. Björn Hossfeld und eine Kollegin zeigen Eltern, wie man das eigene Kind im Notfall richtig versorgt. „Unsere Kinder sind nicht so doof, wie wir das manchmal vielleicht glauben“, versichert Dr. Björn Hossfeld den Eltern bei der Informationsveranstaltung „Wenn Pusten nicht hilft – wie verhalte ich mich bei Kinderunfällen richtig“ im Bürgerhaus Senden. Was der Notfallmediziner am Bundeswehrkrankenhaus damit meint, ist: Die allermeisten Kinderunfälle sind nur halb so schlimm wie die besorgten Eltern oft denken mögen.

Dinge wie Vergiftungen kämen zwar vor, die große Mehrheit davon sei allerdings eher harmlos. Genau bei solchen Dingen wüssten die Kinder schon genau, was ihnen nicht guttue. „Eine Nikotinvergiftung kann sehr schwerwiegende Auswirkungen haben, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Kind freiwillig eine ganze, geschweige denn mehrere Zigaretten verspeist“, sagt Hossfeld. Systematisch führen die Mediziner die interessierten Eltern durch mögliche Unfallszenarien, einige davon sehr üblich, andere sehr selten. Bei Problemen mit der Atmung, so die Ärzte, müsse zwischen normalem, effektiven Husten und ineffektivem Husten unterschieden werden.

Wenn sich die Lippen blau färben, ist die Lage ernst

Erst wenn das Kind seine Stimme verliert, der Husten leise wird und sich die Lippen blau färben, sei die Lage ernst. Dann müssten gegebenenfalls Maßnahmen wie Schläge auf den Rücken oder Beatmung erfolgen. Auch beim Verschlucken von Gegenständen gebe es Unterschiede. Verschluckt das Kind einen Gegenstand vollständig, so könne man sich meist darauf verlassen, dass jener nach ein paar Tagen wieder ausgeschieden wird. Nur bei Knopfbatterien müsse man wegen deren Stromfluss vorsichtig sein, so die Notfallärzte. Der häufigste Übeltäter, was das Verschlucken angeht, ist die Erdnuss. Sie ist in der Hälfte aller Fälle der Auslöser. Auch über Verbrennung wird an diesem Abend gesprochen. Der Inhalt einer heißen 200-Milliliter-Kaffeetasse reiche aus, so Hossfeld, um 39 Prozent der Haut eines Säuglings zu verbrennen. Dann muss es schnell gehen: Klamotten ausziehen und danach kurz kühlen, es dabei mit der Kälte aber nicht übertreiben.

Während die meisten Unfälle eher harmlos sind, reden die Mediziner auch über zwei schwerwiegendere Sachverhalte: die Hirnhautentzündung und das Schütteltrauma. Während Ersteres durch Einblutungen, schrilles Schreien, Essensverweigerung, Krampfanfälle und Nackensteifheit angedeutet wird, ist Zweiteres fast immer durch die Einwirkung Erwachsener verursacht. Gemeinsam haben die beiden Unfälle, dass sie sofort medizinische Maßnahmen erfordern und schwere Langzeitsymptome nach sich ziehen können. Neben solchen dramatischen Fällen war die Schlussfolgerung des Abends jedoch eindeutig: keine Panik. „Unsere Kinder sind robuster, als wir denken“, sind sich die Mediziner vom Bundeswehrkrankenhaus einig. Vor allem bei Wiederbelebungsmaßnahmen gilt jedoch, „man kann nichts falsch machen, außer man macht gar nichts“.

Nach dem Vortrag der Notfallärzte wollen einige Eltern noch über die Unfallerfahrungen ihrer eigenen Kinder sprechen. Von Treppensturz bis Wutkrampf ist alles dabei. Oliver Negele vom Jugendrotkreuz und seine Helfer stehen nach der Veranstaltung außerdem noch zur Verfügung, um über die gängigsten Unfälle aufzuklären.

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