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18.07.2019

Weberei Senden: Räte wollen endlich ein Boden-Gutachten sehen

Bereits vor fünf Jahren, als unser Bild im Inneren der Webhalle entstand, war diese in schlechtem Zustand. Mittlerweile darf aus Sicherheitsgründen niemand mehr die denkmalgeschützte Halle betreten. Doch was soll aus ihr und dem Gelände werden?
Bild: Andreas Brücken

Gremium und Verwaltung diskutieren lange über die Zukunft des ehemaligen Betriebsgeländes in Ay. Bürgermeister Raphael Bögge würde einen anderen Weg wählen.

Wundertüte Weberei: Wie es mit dem Ex-Betriebsgelände in Ay weitergeht, ist im Sendener Stadtrat seit Jahren ein großes Thema. Am Dienstag bekräftigte das Gremium die Entscheidung, ein Bodengutachten für das Areal erstellen zu lassen. Die Verwaltung will nun sämtliche Unterlagen zur Weberei zusammenstellen und den Einsatz eines Umbaumanagers prüfen.

Vor allem über das bisher nicht vorhandene Bodengutachten, das Aufschluss über Altlasten im Untergrund geben soll, schieden sich in der Sitzung die Geister. Beschlossen wurde ein solches Gutachten bereits im vergangenen September. Die Stadträte pochten jetzt erneut auf dessen Notwendigkeit und sahen die Untersuchung als wichtigste Grundvoraussetzung für alle weiteren Überlegungen an.

Bögge will ein Gesamtkonzept für die Weberei

Bürgermeister Raphael Bögge hingegen will eine solche Analyse in ein „qualifiziertes Stadtumbaumanagement“ einbetten. Auch die Regierung von Schwaben und das Landesdenkmalamt betrachteten ein Weberei-Gesamtkonzept als entscheidend. Zudem sei wegen des Gutachtens noch ein Förderantrag zu stellen, für das „meine Person nicht zuständig“ sei, so Bögge. Die Verwaltung solle nun prüfen, ob ein Umbaumanager einzuschalten ist, so sein Vorschlag. Einen solchen habe er zwar früher noch abgelehnt, mittlerweile aber „dazugelernt“. Es sei jedenfalls klar, dass die Stadt das Projekt nur mit den eigenen Ressourcen nicht bewältigen könne. Er war sicher: Nur mit einem Bodengutachten „kommen wir nicht weiter“.

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Für die Räte blieb das Gutachten aber unabdingbar und der erste Schritt: Man sei sich stets mit übergeordneten Behörden darüber einig gewesen, dass der Bodenzustand maßgebliche Bedeutung für die Entwicklung habe, sagte etwa CSU-Fraktionschefin Claudia Schäfer-Rudolf. Dass die Analyse in Auftrag gegeben werden soll, sei bereits vor acht Monaten beschlossen worden. Geschehen sei aber nichts, das Areal also nach wie vor „eine Wundertüte“. Es sei auch „nie kommuniziert worden, dass hier ein anderer Weg zu gehen ist“, sagte sie, „wir wollen dieses Gutachten“.

Ein Umbaumanagement habe außerdem mit dem Gutachten gar nichts zu tun. Es wecke jedoch Erwartungen, „die wir nicht erfüllen können“, da die Stadt bereits große Vorhaben bearbeite. „Wir können nicht laufend neue Projekte in die Pipeline einspeisen.“ Über einen Manager könne man zwar reden – da brauche es aber viel mehr Informationen, etwa über dessen Aufgaben.

Die Grünen wollen die Fakten auf dem Tisch haben

Er wolle die entsprechenden Schreiben der Behörden zur Weberei sehen, so Helmut Meisel (Grüne). Und: Setze die Verwaltung die Beschlüsse einfach nicht um, „ist das ein Offenbarungseid“. Maren Bachmann (SPD) zeigte sich überrascht von der Diskussion ums Umbaumanagement und gab zu bedenken, dass der Verwaltung bereits ein Stadtbaumeister fehle und ein Umbaumanager auch Geld koste.

Der Manager solle nur fürs Webereiareal zuständig sein, erklärte Bögge. Es gehe ihm jetzt lediglich um einen Prüfantrag.

Nach der Mehrheitsentscheidung soll die Verwaltung nun alle Informationen zur Weberei zusammentragen, auch die Ergebnisse einer studentischen Abschlussarbeit zu diesem Thema und des kürzlich veranstalteten Workshops der Körber-Stiftung zum Areal. Neben der Prüfung eines Umbaumanagements für die Weberei soll sie auch einschätzen, wie sie das Projekt in die Tat umsetzen kann – zeitlich, personell und finanziell.

Er werde nun „zeitnah auf die Regierung von Schwaben zugehen und das konkrete weitere Vorgehen prüfen“, kündigte Verwaltungschef Bögge am Mittwoch an. Zudem werde er beim Thema Stadtumbaumanagement regelmäßige Gespräche mit den Behörden unter Beteiligung der Stadtratsfraktionen anstreben.

Hier lesen Sie mehr zu dem Thema:

Was könnte das Webereigelände am besten genutzt werden?

Der Kindergarten an der Weberei kann kommen

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