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Ulm/Neu-Ulm

21.10.2020

Weihnachtsmarkt in Ulm und Neu-Ulm wegen Corona abgesagt

Rund eine Million Besucher strömte zuletzt auf den Ulmer Weihnachtsmarkt auf dem Münsterplatz.
Bild: Alexander Kaya (Archivfoto)

Plus Mal wieder ist die Pandemie an einer Absage schuld. Die Städte suchen aber nach weihnachtlichen, coronasicheren Alternativen.

Die Weihnachtsmärkte in Ulm und Neu-Ulm werden in diesem Jahr coronabedingt ausfallen. Ulms Oberbürgermeister Gunter Czisch und Neu-Ulms Oberbürgermeisterin Katrin Albsteiger haben die Entscheidung am Mittwoch, 21. Oktober, in enger Abstimmung zwischen beiden Städten und "schweren Herzens" getroffen.

„Die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger, der Beschicker und auch aller Beteiligten geht vor“, so die Stadtoberhäupter in einer gemeinamen Pressemitteilung.

Auch kein Weihnachtsmarkt in anderen Städten

Das dynamische Corona-Geschehen, die immer weiter steigende Zahl der Neuinfektionen und die damit verbundenen Beschränkungen im öffentlichen Raum würden die Absage des Ulmer Marktes auf dem Münsterplatz und des Mittelalterlichen Marktes auf dem Neu-Ulmer Rathausplatz aus Sicht der Städte unumgänglich machen. Die beiden Donaustädte reihen sich damit ein in eine lange Liste von Städten, in denen 2020 keine Märkte stattfinden werden. Fast alle größeren Städte in Baden-Württemberg, darunter auch Heilbronn, Esslingen und Heidelberg, sowie auch zahlreiche Städte im Freistaat Bayern haben ihre traditionellen Weihnachtsmärkte inzwischen für dieses Jahr abgesagt. Erstmals seit Jahrzehnten wird es Ulm in diesem Jahr somit keinen Weihnachtsmarkt geben. Diese Entscheidung hat Oberbürgermeister Czisch, Aufsichtsratsvorsitzender der Ulm Messe, die den Weihnachtsmarkt alljährlich organisiert, nach Intensiven Beratungen mit Fachleuten getroffen.

„Wir hätten ihn trotz Coronavirus gerne möglich gemacht - für die vielen Besucherinnen und Besucher, die den Weihnachtsmarkt lieben, für die Schausteller und Budenbetreiber, die dringend auf Einnahmen angewiesen sind, sowie auch für den Ulmer Einzelhandel, die Hotellerie und Gastronomie“, sagte Czisch.

Jürgen Eilts, der Geschäftsführer der Ulmer Messe, dem Veranstalter des Weihnachtsmarkts im Lager. Dekoriert wird dieses Jahr wohl an mehreren Orten in Ulm für den Innenstadtmagneten.
Bild: Oliver Helmstädter

In Ulm hatte man wie berichtet zunächst noch an Alternativen gearbeitet: Statt des großen, zentralen Weihnachtsmarktes vor dem Münster sollte es auf Ulmer Plätzen mehrere kleine dezentrale Märkte mit jeweils sechs bis zehn Ständen geben. Die Besucherfrequenz auf den Plätzen sollte digital erfasst und über eine App an die Gäste weitergegeben werden, um Besucherströme zu entzerren und die Einhaltung von Mindestabständen zu erleichtern.

Ulm droht Weihnachtsmarkt ohne Glühwein - dafür auf sieben verschiedenen Plätzen

Angesichts der Zahl an Covid-19-Neuinfektionen in Stadt- und Landkreis und der landesweit seit dem Wochenende geltenden Beschränkungen im öffentlichen Raum musste dieser Plan aufgegeben werden. Jürgen Eilts von der Ulm Messe: „Wir haben gar keine andere Wahl, als den Weihnachtsmarkt 2020 abzusagen. Wir wissen, dass dies insbesondere unsere Schausteller, von denen viele seit Jahren oder gar Jahrzehnten beim Ulmer Weihnachtsmarkt mit dabei sind, hart trifft. Das lässt uns nicht kalt, zumal wir auch wissen, dass die hohe Qualität unseres Marktes mit der Qualität der Beschicker zusammenhängt.“

Corona mache vor dem Weihnachtsmarkt kein Halt

Auch in der Stadt Neu-Ulm hatte man bis zuletzt nach Möglichkeiten gesucht, den Mittelalterlichen Weihnachtsmarkt auf dem Rathausplatz stattfinden zu lassen. Auch hier war die Strategie, Stände und Anbieter räumlich weiter auseinander zu ziehen, damit Abstände besser eingehalten werden und Besucherströme entzerrt werden können. Zudem gab es auch Überlegungen, einen zweiten Markt auf dem Gelände des ehemaligen Barfüßers umzusetzen. „Unser Anliegen war es, trotz Corona Weihnachtsstimmung in unserer Stadt aufkommen zu lassen. Ideen für mögliche alternative Umsetzungen waren da - wir haben schon frühzeitig angefangen, uns Konzepte zu überlegen. Aber ehrlicherweise ist es leider so, dass das Coronovirus nicht vor Weihnachtsmarktständen Halt macht. Die zweite Welle ist da. Auch in unserer Region. Nun liegt es an uns allen, unser Möglichstes dafür zu tun, die Welle zu brechen. In einer solchen Situation sollten Menschenansammlung vermieden werden. Die Absage ist alternativlos - auch wenn es unheimlich schmerzt“, so Oberbürgermeisterin Albsteiger.

Das plant jetzt Ulm und Neu-Ulm

Der Mittelalterliche Weihnachtsmarkt findet seit dem Jahr 2014 auf dem Rathausplatz statt. Aufgrund seiner Beliebtheit, wurde das Marktgeschehen vor zwei Jahren bereits zusätzlich auf den Johannesplatz ausgeweitet.

OB Czisch kündigte an: „Wir schauen aktuell, ob wir den Schaustellern in der Vorweihnachtszeit alternativ einzelne Standorte in der Innenstadt als Standfläche anbieten können. Oberstes Ziel ist natürlich, dass keine zu großen Gruppen entstehen und wir dem Infektionsgeschehen sowie den Regelungen der Landes- und Bundesregierung entsprechend handeln.“ Wenn es schon keinen Weihnachtsmarkt geben könne, so der OB, solle doch auf diese Art zumindest in den Straßen, Gassen und auf den Plätzen der Ulmer Innenstadt weihnachtliche Stimmung entstehen.

Die Stadt Neu-Ulm sucht derzeit ebenfalls nach Möglichkeiten, auch ohne Weihnachtsmarkt weihnachtliches Flair in die Stadt zu bringen. „Die Kulturabteilung arbeitet mit Hochdruck an einem Konzept. Für Details ist es aktuell noch zu früh. Wir hoffen aber, bald Genaueres hierzu mitteilen zu können“.

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