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Wallenhausen/Biberberg

17.01.2017

Weißenhornerin erlebt Horrorfahrt: Anhalter zückt Messer

Am Ortseingang des Weißenhorner Stadtteils Wallenhausen begann das Martyrium der Autofahrerin. Der Täter flüchtete.
Bild: Andreas Brücken

Weil eine Autofahrerin einen Stopper mit einem Bekannten verwechselte, hielt sie an. Ein folgenschwerer Fehler.

Die Frau aus der Fuggerstadt wollte an diesem Montagmorgen auf dem Weg zur Arbeit nur nett sein – und nahm in Wallenhausen (einem Ortsteil der Fuggerstadt) einen Anhalter mit: Doch für die 30-Jährige wurde die Fahrt zu einem Horrortrip. Sie glaubte zunächst, einen Bekannten einsteigen zu lassen, doch es war ein Fremder – und der entpuppte sich als skrupelloser Peiniger: Kaum im Auto, bedrohte die Fahrerin mit einem Küchenmesser und wies sie an, nach Biberberg zu fahren.

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Die Frau tat, was der Anhalter verlangte und steuerte ihren weißen Kleinwagen in den nahegelegenen Pfaffenhofer Ortsteil. Wie Jürgen Schweizer, der Chef der Neu-Ulmer Kriminalpolizei erklärt, fuhr die Frau in das Dorf und bog an der Kreuzung in der Ortsmitte nach rechts auf die Biberberger Straße ab. Nach wenigen Metern befahl der Mann der 30-Jährigen anzuhalten. Dort ging das Martyrium der Weißenhornerin weiter: Der Unbekannte zwang die Frau, die Tabletten zu schlucken, die er ihr reichte. Aus Furcht vor dem Messer tat die 30-Jährige das. Daraufhin sei der Mann ausgestiegen und nach hinten weggelaufen, wie Schweizer erläutert. Das nutzte die Frau sofort aus, drückte das Gaspedal und floh.

Auf der Strecke zwischen Biberberg und Autenried stoppte sie jedoch erneut – aufgrund ihres labilen Zustands, teilt Schweizer mit. „Sie stand vollkommen unter Schock.“ Daher sei sie rechts rangefahren und ausgestiegen. Zwei Autofahrer, die die Frau sahen, hielten an, eilten ihr zu Hilfe und riefen Polizei und Rettungsdienst. Letzterer brachte die Weißenhornerin ins Krankenhaus, wo sie jedoch kurze Zeit in Behandlung war. Wie der Kripochef sagt, habe es sich bei den Tabletten, die der Mann ihr gab, um rezeptfreie Schmerztabletten gehandelt. Schweizer: „Dieser Fall klingt außergewöhnlich.“ Die Angaben des vermeintlichen Opfers stuft er als glaubwürdig ein.

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Vom aggressiven Anhalter fehlt derzeit jede Spur. Deshalb hofft die Polizei auf Hinweise aus der Bevölkerung. Bei dem Unbekannten handelt es sich nach Auskunft der Ermittler um einen etwa 25- bis 30-jährigen Mann. Er soll relativ groß und korpulent gewesen sein und den ortsüblichen Dialekt gesprochen haben, teilt die Polizei mit. Der Unbekannte hatte kurze dunkle Haare und weder Bart noch Brille. Bekleidet war er mit einer dunklen, dicken Winterjacke. Nun sucht die Polizei Zeugen, denen am vergangenen Montagmorgen im Bereich Wallenhausen/Biberberg die beschriebene Person aufgefallen ist.

Hinweise Zeugen werden gebeten, sich unter 0731/8013-0 oder pp-sws.neu-ulm.kpi@polizei.bayern.de zu melden.

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