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Weißenhorn

29.04.2015

Weißenhorns neues Innenleben: Grüne Lunge statt Herz aus Stein

Momentan ist das Areal vor den Schlössern noch wenig ansehnlich.
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Momentan ist das Areal vor den Schlössern noch wenig ansehnlich.

Jetzt steht fest, wie das Areal zwischen Rathaus und Bräuhaus in der Fuggerstadt aussehen soll. Ein Entwurf mit Bäumen erhielt den Zuschlag. Doch es gibt noch offene Fragen

Weißenhorn Die sanierten Schlösser erstrahlen in neuem Glanz, eine Mehrzweckhalle steht bereit für große Konzerte und Gasthäuser wie der neue „Barfüßer“ locken viele Menschen aus der Region in die Innenstadt: Weißenhorn macht sich – dieser Satz ist immer wieder zu hören, wenn es um die jüngste Entwicklung des einst vermeintlich verschlafenen Städtchens an der Roth geht. Ein Beleg dafür ist die steigende Nachfrage an Wohnraum – Bauplätze waren zuletzt mitunter nur schwer zu bekommen. Und der Fortschritt in der Fuggerstadt geht weiter.

Auch wenn die millionenschweren Bauprojekte abgeschlossen sind, wird sich das Aussehen der Innenstadt demnächst weiter verändern. Und zwar deutlich: Denn bisher klafft zwischen dem wiederbelebten Bräuhaus und den Schlössern noch eine wenig sehenswerte Lücke. Diese soll weichen: Aus einer Buckelpiste aus Kies und Lehm wird der neue Schlossplatz entstehen.

Wie der zentrale Ort im Herzen der Fuggerstadt aussehen wird, hat der Stadtrat nun festgelegt. Man entschied sich für den Vorschlag eines Architekturbüros aus Erding: Der sieht Pflastersteine wie die des benachbarten Kirchplatzes vor, dazu mehrere Bäume. Rampen sollen vom Schlossplatz in die etwas tiefer gelegene Altstadt führen. „Das wird richtig toll“, frohlockt Bürgermeister Wolfgang Fendt. Auch wenn sich die Räte nicht für den Favoriten der Jury aussprachen, sondern der Erdinger Idee den Vorrang gaben, die das Preisgericht auf Platz zwei gesehen hatte. Insgesamt hatten acht Planer ihre Vorschläge zum Schlossplatz eingereicht, zwei davon schafften es nach kritischen Blicken der Prüfer in den Stadtrat.

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Neben dem Pflaster-Bäume-Rampen-Entwurf aus Erding stand eine Idee des Städteplaners Ludwig Schegk aus Dachau zur Debatte. Der wollte Steinplatten verlegen, um den Schlossplatz deutlich gegenüber den (gepflasterten) Kirchplatz abzugrenzen. Lediglich ein Baum sollte auf dem Areal stehen, ein Ginkgo, gewissermaßen als „grüner Tupfer“. Viel zu wenig, kritisierten mehrere Stadträte, die sich wesentlich mehr Grün in der Innenstadt wünschten. So befürchtete Gunther Kühle (CSU) eine „Steinwüste“. Das sahen einige Parteikollegen ähnlich – Josef Wanner ersehnte sich eine „grüne Lunge“ und Gärtner Michael Schrodi konnte sich „schon ein zwei Bäume mehr“ vorstellen. Und Ulrich Fliegel (Grüne) „blutete das Herz“ angesichts der spärlichen Bepflanzung. Schon beim Bau des Hauptplatzes vor einigen Jahren habe man ein prominentes Stück der Innenstadt „einfach zugepflastert“, so der Rat der Ökopartei.

Stadtplaner Schegk reagierte zurückhaltend. Bei einem städtischen Platz müsse Stein als Material dominieren, mehr Grün könne er sich nicht vorstellen, sagte er. Damit schien das Schicksal seines Vorschlags besiegelt – das Gremium wünschte sich mehr Bäume in der Stadt. Zufrieden nahm man in dem Plan der Erdinger Landschaftsarchitektin Rita Lex-Kerfers mehrere grüne Kreise zur Kenntnis. Dort wollte die Planerin „Felsenbirnen“ platzieren – diese seien transparent und nicht zu hoch und würden die historischen Fassaden nicht verstellen. Die „Pflanzinseln“ böten später die Möglichkeit „zum Sitzen und Treffen“, so Lex-Kerfers. Trotz seines Gefälles und der vorgesehenen Stufen werde der neue Schlossplatz barrierefrei sein.

Das Erdinger Konzept gefiel den Räten, sie stimmten mit 19 zu sechs dafür. Trotzdem gibt es noch Fragezeichen, etwa in Sachen Beleuchtung. Eine solche hat die Planerin für den Schlossplatz bislang nicht vorgesehen. Es falle genug Licht von den bestrahlten Fassaden der anliegenden Gebäude, hieß es. Ob die Lampen von den Schlössern tatsächlich ausreichen werden, um den Platz nachts zu erhellen, blieb in der Sitzung jedoch offen.

Stadt hofft auf Zuschüsse der Regierung

Wie teuer der Schlossplatz wird, ist noch unklar. In diesem Jahr stehen 585000 Euro im Haushaltsplan bereit. Im Rathaus hofft man auf Zuschüsse von der Regierung von Schwaben. Ein Zeitplan für den Bau steht noch nicht fest. Bisher handele es sich um einen ersten Entwurf, betonte Stadtbaumeisterin Conny Roth. Jetzt gehe es an die Feinplanung. Wenn alles klappt, solle der Platz noch in diesem Jahr fertig sein. "Kommentar

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