Newsticker
RKI-Chef Wieler: "Wird noch schwieriger, das Virus im Zaum zu halten"
  1. Startseite
  2. Lokales (Neu-Ulm)
  3. Welche Geschichte hinter diesen Bildern im Pfuhler Museum steckt

Neu-Ulm-Pfuhl

22.02.2021

Welche Geschichte hinter diesen Bildern im Pfuhler Museum steckt

Der Ulmer Baurenmüller Georg David Wirth heiratete seine Frau Anna anno 1803 in Pfuhl. Die beiden Porträts sind jetzt im Heimatmuseum Pfuhl.
Bild: Heimatmuseum/Inge Pflüger (Repro)

Plus Das Heimatmuseum Pfuhl hat zwei neue Porträts in seiner Sammlung. Die Geschichte dahinter geht bis ins 17. Jahrhundert zurück.

Große Überraschung bei den Pfuhler Museumsfreunden: Ihre neueste Entdeckung geht geschichtlich weit zurück – bis ins 17. Jahrhundert. Was es mit den beiden Ölgemälden auf sich hat.

Rückblende. als am 25. Juli 1697 der Ulmer Bürger Johann Christoph Wirth geboren wurde. Wirth war Stadtwerkmeister von Ulm und dafür verantwortlich, dass das ehemalige Pfuhler Amtshaus von Grund auf neu gebaut wurde. Eine Geschichte über seine Verwandtschaft, die im Ulmer Münster nicht getraut wurde, sondern nach Pfuhl in die evangelische Ulrichskirche ausweichen musste, erfahren die Besucher im historischen Stadel des Pfuhler Heimatmuseums in Wort und Bild – sobald das Museum wieder öffnen darf.

Das Heimatmuseum Pfuhl hat zwei neue Gemälde in der Sammlung.
Bild: Alexander Kaya

Vereinsvorsitzender Hans-Werner Ast und Vereinsmitglied Reinhard Raats erzählen die kuriose Geschichte, die im Frühjahr 2020 mit dem Anruf einer unbekannten Dame aus der Gegend um Karlsruhe begann. Sie nämlich bot den Museumsfreunden Pfuhl zwei Porträts an, die ihrer Meinung nach einen Bezug zu Ulm und Pfuhl hätten. Leider könne sie zur Herkunft der Ölgemälde kaum Angaben machen.

Pfuhler Museum: Bilder zeigen den "Baurenmüller" aus Ulm und seine Frau

Als dann Vereinsmitglied Hermann Hillmann im vergangenen Jahr zufällig bei der Verwandtschaft in der Karlsruher Gegend weilte, packte er die Gelegenheit beim Schopfe und besuchte die unbekannte Dame samt ihrem Ehemann. Ergebnis: Er hatte zwei geschenkte Ölgemälde im Gepäck mit den Konterfeis des Ulmer Bürgers und „Baurenmüller“ Georg David Wirth sowie seiner Ehefrau Anna. Das jedenfalls ergaben die Recherchen der Museumsfreunde. Und weiter erfuhren sie, dass besagter „Baurenmüller“ (am 6. März 1779 in Ulm geboren und dort auch im Mai 1820 gestorben) der Urgroßneffe ersten Grades des bereits erwähnten Ulmer Stadtwerkmeisters war. Seine Braut war Anna Köpf und die Tochter des Ulmer Bürgers, Bierbrauers und Wirtes "Zum Weißen Hahnen". Sie erblickte am 19. Juli 1781 auch in Ulm das Licht der Welt und starb am 21. April 1823.

Eine Hochzeit im Ulmer Münster war nicht möglich

Allerdings stand am Anfang eine traurige Geschichte. Den Recherchen zufolge wurde dem Paar eine Trauung im Ulmer Münster verwehrt. Sie mussten in die evangelische Ulrichskirche nach Pfuhl ausweichen und dort Gottes Segen einholen. Denn auf dem jungen Paar haftete zur damaligen Zeit ein riesengroßer Makel – ihr gemeinsamer Sohn Georg David wurde schon am 4. April 1803 geboren, die kirchliche Trauung indes fand erst am Mittwoch, 25. Mai 1803, statt. Und es war eben strenger Brauch und Sitte: Im ehrwürdigen evangelischen Ulmer Münster durfte kein Brautpaar getraut werden, wenn ein "lediges Kind" die Unschuld der Braut vor der Ehe befleckt hatte. Aber bereits 1804 starb der Sohn Georg David, die Ursache schwebt im Dunkeln.

Jetzt kommt wieder der bereits erwähnte Urgroßonkel und Werkmeister Johann Christoph Wirth (gestorben 1779 in Ulm) und der Bezug zu den zwei Ölgemälden ins Spiel. Wie bereits erwähnt, war Wirth Werkmeister der Stadt Ulm und er bekam 1753 den Auftrag, den Bauzustand des "Amtshauses" in Pfuhl zu untersuchen. Ergebnis: Das alte Gebäude in der Hauptstraße war baufällig und sollte abgerissen werden. Dies geschah denn auch von 1753 bis 1754: „Ein neues und bequemes Haus" wurde für den damaligen Ulmer Amtmann und Forstmeister gebaut – das heutige alte Pfuhler Rathaus und Domizil des Heimatmuseums.

Lesen Sie auch:

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren