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Landkreis

11.07.2017

Wenn Giftiges im Grundwasser lauert

Wasser aus einem Brunnen kann eine gute Erfrischung sein. Doch in manchen Teilen des Landkreises ist das Grundwasser verunreinigt.
Bild: Bernhard Weizenegger (Archivfoto)

In Teilen des Landkreises gibt es Verunreinigungen. Wo diese auftreten – und was das für Bürger bedeutet.

Eine Dusche mit dem Gartenschlauch und Wasser aus dem Gartenbrunnen kann an warmen Tagen eine tolle Erfrischung sein. Doch nicht überall im Landkreis kann man das auch unbedenklich tun – denn das Grundwasser im Unteren Illertal zwischen Bellenberg und Neu-Ulm kann mit bestimmten Lösungsmitteln, sogenannten LHKWs, verunreinigt sein. „Die Werte verhalten sich in diesem Jahr uneinheitlich“, erklärt Renate Pressl, stellvertretende Leiterin des Fachbereichs „Wasserrecht und Bodenschutz“ im Landratsamt Neu-Ulm. Das Verhalten der LHKWs sei allerdings äußerst komplex. Wo die Verunreinigungen auftreten – und was das für die Bürger bedeutet.

Was sind LHKWs?

Leichtflüchtige, halogenierte Kohlenwasserstoffe. Die giftigen LHKWs wurden früher als Lösungs- und Extraktionsmittel insbesondere bei metallverarbeitenden Betrieben oder auch bei chemischen Reinigungen eingesetzt.

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Woher kommen die Belastungen im Grundwasser?

Die Verunreinigungen stammen laut Landratsamt von der ehemaligen Großreinigung Bellenberg und von der früheren Uhrenfabrik in Senden.

Ist das Trinkwasser in den betroffenen Gebieten verunreinigt?

Nein, das Trinkwasser der öffentlichen Wasserversorgung kann uneingeschränkt genutzt werden. Hierin kommen keinerlei LHKWs vor. Die Verunreinigungen treten dem Landratsamt zufolge nur im Grundwasser auf.

Ist es gesundheitsgefährdend, in den Baggerseen im Illertal zu baden?

Nein, in den Baggerseen kann durch die hohe Verdunstung bedenkenlos gebadet werden.

Gibt es Einschränkungen aufgrund der LKHW-Belastung?

Während der Erntezeit sollten Obst und Gemüse nicht mit Brunnenwasser gegossen wird. Zum Reinigen von Früchten und Gemüse sollte man besten nur Trinkwasser verwenden, ebenso wie für das Duschen und Baden – auch in Planschbecken – sowie für das Tränken von Nutztieren.

Welche Bereiche im Landkreis Neu-Ulm sind betroffen?

In Bellenberg sind die Bereiche westlich der Bachstraße und nördlich des Mühlbachs betroffen. Dort liegt die Belastung im Grundwasser bei bis zu 80 Mikrogramm pro Liter Wasser. Das Landratsamt orientiert sich bei der Einschätzung der Belastung am Grenzwert im Trinkwasser, dieser liegt bei zehn Mikrogramm pro Liter. In Vöhringen bewegen sich die Werte zwischen 40 Mikrogramm (südlicher Ortsrand) und 16 Mikrogramm (Stadtgebiet) je Liter. Die Einschränkungen sollten deshalb im Stadtgebiet westlich der Bahnlinie beachtet werden. In Senden ist das Stadtgebiet nördlich der Erich-Rittinghaus-Straße zwischen der Kemptener Straße und der Bahnlinie Ulm-Kempten betroffen. Die Werte liegen hier bis maximal 440 Mikrogramm pro Liter Wasser. Im Neu-Ulmer Stadtteil Gerlenhofen wurden entlang der Bahnlinie Ulm-Kempten und westlich davon bis zu 24 Mikrogramm pro Liter gemessen. In Ludwigsfeld liegt der Wert östlich der Memminger Straße bei 19 Mikrogramm je Liter. (az)

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