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30.04.2014

Wenn Kontakte die Kasse klingeln lassen

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Guido Hunke

Netzwerken ist eine Kunst. Zwei regionale Ansätze im Porträt

Gut sein langt selten. Die richtigen Leute müssen auch davon erfahren. Wie nützlich es ist, gute Kontakte zu pflegen, bestätigten auch diverse Untersuchungen. Dass ein Viertel aller Stellen über die Nutzung persönlicher Kontakte besetzt wird, fand etwa das Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung heraus. Auch Unternehmen versprechen sich eine bessere Auftragslage durch professionelles Networking. Netzwerke liegen im Trend. Wir haben uns zwei regionale Exemplare angeschaut.

Seit sieben Jahren gibt’s eins am Bodensee, es folgten Sachsen und Schwaben mit Sitz in Ulm. Thüringen ist in Vorbereitung. Netzwerke zu bilden ist der Job von Marketingfachmann Guido Hunke. Nachdem der gebürtige Münsterländer über die Umwege Chemnitz, Dresden, Neuruppin und Hof beruflich in Ravensburg landete, gründete der Chef einer Agentur für Marketing und Kooperationen seine Netzwerk-Blaupause. Eine Plattform, auf der neugierige Unternehmer „von den Großen lernen“ sollen. Und weil am Bodensee alles so gut klappte – Handelskammern, Wirtschaftsförderer und Sponsoren wurden erfolgreich ins Boot geholt –, übertrug Hunke das Konzept auf andere Regionen. Planung und Realisierung von regionalen Wirtschaftsnetzwerken heißt sein Geschäftsmodell.

So bietet er unter dem Titel „Netzwerk Schwaben“ nun fünf Veranstaltungen mit Referenten von bundesweit bekannten Unternehmen. Bisher etwa haben Vertreter von Ratiopharm und des VfB Stuttgart oder die Event-Größe Jochen Schweizer Vorträge zu verschiedenen Fachthemen gehalten. Dieses Jahr stehen noch die Sportler Guido Buchwald und Gunda Niemann-Stirnemann sowie ein Referent des Europa-Parks in Rust auf dem Programm. Auch ein Blick hinter die Kulissen der Ulmer Justizvollzugsanstalt steht auf dem Programm. Das ist nicht ganz billig: Die regulären Ticketpreise bewegen sich je nach Veranstaltung zwischen 35 und 50 Euro. Die IHK Schwaben ist einer von 40 Partnern des Netzwerks, und so bezahlen IHK-Mitgliedsunternehmen deshalb nur den halben Eintritt für die Veranstaltungen.

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Zu den einzelnen Events kommen durchschnittlich 80 Geschäftsführer und Führungskräfte von mittelständischen Unternehmen aus der Region Schwaben. Viel mehr sollen es gar nicht werden. Denn das Netzwerken funktioniere dann nicht mehr so gut, sagt Hunke, der vor seiner Selbstständigkeit für mehrere Sparkassen tätig war. Denn jeder Teilnehmer werde persönlich begrüßt. „Nach den Referaten möchte ich die Leute ins Gespräch bringen.“ Also wenn der Chef von Firma A schon immer mal den Chef von Firma B kennenlernen wollte, vermittelt Hunke.

BNI steht für „Business Network International“ und bezeichnet sich selbst als weltweit größtes Unternehmernetzwerk für Geschäftsempfehlungen. 1985 in den USA gegründet, hat sich die Organisation bis heute in über 50 Ländern etabliert.

Die regionalen Gruppen nennen sich „Chapter“. In Ulm gibt es zwei: „Galaxis“ und „Sonne“. Der Unternehmer Erwin Kögel ist einer der Aktivposten im Chapter Sonne, das sich jeden Freitag in aller Früh in der Raststätte Seligweiler trifft.

Der Einrichtungs- und Küchenexperte aus Illertissen rechnete aus, dass seit der Gründung des regionalen Netzwerks, das derzeit 35 Mitglieder hat, 4500 Empfehlungen ausgesprochen wurden, die zu 6,5 Millionen Euro zusätzlichem Umsatz führten. Umsatz durch Erfahrung eines etablierten Netzwerkes: BNI könne auf ein jahrzehntelang erprobtes Erfolgsinstrumentarium von Checklisten, Handbüchern und Spezialliteratur zurückgreifen, das jedem Chapter zur Verfügung stehe.

„Es lohnt sich wirklich“, sagt Kögel angesichts eines Jahresbeitrags von immerhin 870 Euro. Die Treffen des BNI seien ein guter Türöffner zu Kontakten, die sonst kaum zustande kommen würden. So habe sich etwa im Chapter Sonnne ein gutes Handwerkernetz etabliert, auf das man sich verlassen könne. „Gäste“ können einfach mal reinschnuppern, sagt Kögel – jeden Freitag von 7 Uhr bis 8.30 Uhr im Hotel Seligweiler an der A 8, Ausfahrt Ulm-Ost. (heo)

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