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13.04.2015

Wenn Kunst für Tränen sorgt

Farbklecks vor dem Kloster: 140 Schüler haben bei der Ferienakademie mitgearbeitet – es gab viel Spaß, aber auch Tränen und Kopfschmerzen.
Bild: mde

Ferienakademie in Roggenburg verlangt ihren Teilnehmern einiges ab. Die Resultate sind jetzt zu sehen

Die begeisterten Zuschauer brachten die Turnhalle der Roggenburger Grundschule zum Beben: In nur zehn Minuten hatte eine jugendliche Theaterkompanie Shakespeares Macbeth vorgeführt – eine „entrümpelte“, aber witzige Version wie es hieß. Im benachbarten Haus für Kunst und Kultur legte ein Gospelchor eine mitreißende Vorstellung hin. Und andernorts erheiterten Animationsfilme das Publikum – sie sind so perfekt in Szene gesetzt, dass sie wohl sogar manchen Profi überrascht hätten.

Im Rahmen der zehnten Ferienakademie gab es rund ums Kloster in Roggenburg viel zu sehen und zu hören. 140 Schüler aus ganz Bayern arbeiteten mit Kunst-Dozenten zusammen und erarbeiteten sich so Zugänge in den Bereichen Musik, Malerei, Gestaltung, Installation, Performance, Theater und Tanz. Unter dem Motto „Kunst macht Lust“ sind die Resultate noch bis Mitte Juni im Haus für Kunst und Kultur beim Kloster Roggenburg ausgestellt.

Die Präsentation ist allerdings nicht alles – „Ziel war das ausdauernde und kontinuierliche Arbeiten am Objekt und in der Gruppe und die Erkenntnis, dass schöne Farben und ein schönes Gesicht noch keine Kunst ausmachen“, sagte Klaus Schneikart, der Direktor des Weißenhorner Nikolaus-Kopernikus-Gymnasiums (NKG), dass die Ferienakademie gemeinsam mit dem Bildungszentrum Roggenburg umsetzt. Laut Schneikart erlangten die jungen Teilnehmer im Rahmen der Akademie Zugang zu den Kunstformen und lernten „dass die Stimme nicht nur über die Stimmbänder kommt und Gesten nicht nur über Tanzschritte, sondern über den ganzen Körper, über die Ausstrahlung und über die innere Haltung vermittelt werden“.

Fünf Tage lang war in Roggenburg gewerkelt, gearbeitet, getüftelt, gemalt, gesungen, gespielt und getanzt worden. „Die Woche war anstrengend, voll von Lachen, Lebensfreude, Optimismus, Philosophie, aber auch von Kopfschmerzen und Tränen“, lautete das Fazit einer Teilnehmerin. Diese Tränen stünden auch für die Ernsthaftigkeit der Auseinandersetzung mit anderen und sich selbst, so Schneikart.

Ein große Portion Mut attestierte Pater Roman Löschinger, der Leiter des Bildungszentrums Roggenburg, den Teilnehmern. „Ihr seid das Risiko zu scheitern eingegangen, das wurde belohnt“, fand er. Das gelte auch für die Dozenten, die eine Woche lang der Wissbegierde der Schüler ausgesetzt gewesen seien.

Pater Roman gehört neben Schulleiter Schneikart, dessen Amtsvorgänger Hans Götz sowie dem NKG-Kunstpädagogen Norbert Lange zu den Gründervätern des pädagogischen Events, für dessen 140 Teilnahmeplätze sich jedes Jahr weit über 200 Jugendliche aus ganz Bayern bewerben. Etwa 1200 Schüler aller Schultypen haben in den zurückliegenden zehn Jahren die Akademie besucht, einige bereits zwei oder drei Mal. Geht es nach den Organisatoren, sollen Lehrer landesweit nach Bewerbern Ausschau halten. „Jeder der sich traut, hat eine Chance,“ so Pater Roman. (mde)

Die Ausstellung ist geöffnet Donnerstag bis Samstag von 14 bis 17Uhr, sonn- und feiertags von 10.30 bis 12 und 14 bis 17 Uhr; www.kloster-roggenburg.de

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