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Weißenhorn

20.03.2015

Wenn der Chef kräftig zutritt

Bei einem Hallenfußball-Turnier am Sonntag spielen in Weißenhorn 15 Mannschaften für einen guten Zweck.
Bild: Marcus Merk (Symbol)

Rotarier richten Firmen-Turnier aus. Erlös kommt Weißenhorner Schülern zugute

Das Mathebuch ist eines mit sieben Siegeln, die Zensuren nähern sich dem unteren Ende der Notenskala und Zuhause gibt es häufig Ärger: Mancher Schüler in Weißenhorn hat es schwer – und könnte eine helfende Hand gebrauchen. Diese reichen die Rotarier mit ihrem Schulpatenprojekt: Sie sponsern Nachhilfestunden, trainieren die Jugendlichen für Bewerbungsgespräche und helfen ihnen dabei, sich Ziele zu stecken und diese zu erreichen. „Das ist eine ziemlich lebensnahe Geschichte“, sagt Andreas Kierndorfer vom Rotary-Club. Jedes Jahr werden 30 Schüler unterstützt. Dafür sammeln die Rotarier Geld – unter anderem mit einem Fußball-Turnier am Sonntag, 22. März, in der Dreifachturnhalle (Beginn: 11.45 Uhr).

Dort spielen insgesamt 15 Mannschaften der örtlichen Firmen gegeneinander: Für die gute Sache treten mehrere Chefs und ihre Mitarbeiter gegen das Leder. Im vergangenen Jahr kam durch Startgelder und Einnahmen eine stattliche Summe zusammen, 4500 Euro flossen schließlich in das Patenprojekt. Bei der Neuauflage des Turniers hoffen die Rotarier auf viele Zuschauer.

Die Gäste werden einige bekannte Gesichter auf dem Spielfeld beobachten können. „Wenn man den Kundenberater seiner Bank im Trikot sieht, ist das bestimmt ganz witzig“, sagt Kierndorfer. Einer der lokalen Prominenten ist Wolfgang Seel, Vorstandsmitglied der VR-Bank Neu-Ulm/Weißenhorn. „Ein Supersportler“, verrät Organisator Kierndorfer. Seel spielt aber nicht für sein Kreditinstitut, sondern geht für das Rotary-Team auf Torjagd. Auch Martin Weimper, der Inhaber mehrerer Supermärkte in der Fuggerstadt und Umgebung, mischt bei dem Kick mit. Zwei Mannschaften hat er gemeldet. Aus sportlicher Sicht ist die Konkurrenz stark: Im vergangenen Jahr holte das Team um Baudenkmal-Restaurator Thomas Mayerhofer und dessen Sohn den Titel. Auf dem zweiten Platz lag die Firma Reinz aus Neu-Ulm, auf dem dritten und vierten die Lokalmatadore von Peri. Letzteren rechnet Kierndorfer in diesem Jahr gute Chancen zu – denn nun sind die Spieler der beiden Gruppen zu einer einzigen Mannschaft verschmolzen. „Sie sind ganz stark und spielen sicher um den Sieg mit.“

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Etwa 30 Siebt-, Acht- und Neuntklässler profitieren jährlich von dem Patenprojekt der Rotarier. Sie werden vonseiten der Schulleitung vorgeschlagen, welche über die sozialen Hintergründe der Kinder Bescheid weiß, sagt Kierndorfer. Es handelt sich um Schüler, die „nicht unbedingt stark privilegiert sind“.

Es geht nicht allein um Nachhilfeunterricht, sagt Kierndorfer, der das Ferienhaus Vogtmühle im Roggenburger Ortsteil Biberach betreibt. Viel wichtiger sei der persönliche Kontakt zu den jungen Leuten: „Man tauscht sich aus, erzählt, worauf es im Leben ankommt.“

Dabei erhalten die Schüler auch Einblicke in die Büros und Firmen ihrer Paten – was Interesse für das Berufsleben wecken kann. Kierndorfer erinnert sich an ein Mädchen, das einst sehr schlechte Noten hatte. „Wir befürchteten schon, es schafft nicht mal den mittleren Schulabschluss.“ Die Treffen hätten die Schülerin verändert: Ihre Zensuren wurden besser, auf die mittlere Reife folgte die Fachoberschule, inzwischen studiert die junge Frau. „So ein Erfolg ist natürlich toll“, sagt Kierndorfer. Nach diesem Vorbild wollen die Rotarier noch vielen Schülern helfen.

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